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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie,‘ November 1895. 
als das Maximum im Süden sich unter schneller Abnahme seines Umfanges süd- 
ostwärts zurückzog, doch bewirkte ein am 15. und 16. von Südengland durch 
Norddeutschland nach Polen ziehendes flaches Minimum Fortdauer des regnerischen 
Wetters zunächst bis zum 16. und an der östlichen Ostsee bis zum 17. Während 
dieser Tage traten sehr ergiebige Niederschläge ein am 9. in Marienleuchte (21), 
am 12. in Karolinensiel (24) und am 16. in Greifswalder Oie (21). 
Im Rücken des genannten flachen Minimums drang hoher Druck über 
Grofsbritannien stark vor und beherrschte am 17. und 18. fast ganz Westeuropa, 
30 dafs an der Küste vorwiegend trockenes Wetter eintrat; durch starkes Vor- 
drängen gegen das im Osten lagernde Depressionsgebiet wurden am 17. an der 
östlichen Ostseeküste stürmische Winde aus Nord—NW, Stärke 8 bis 9, hervor- 
gerufen. Durch die vom 16. bis 18. meist aus NW—Nord wehenden Winde 
bedingt, sanken die in der ersten Monatshälfte, aufser am 3. bis 6. und 8., vor- 
wiegend über der Normalen liegenden Morgentemperaturen und blieben bis Monats- 
schlufs unter der Normalen, aufser am 20. 
Noch am 19. und 20. erhielt sich ein Rücken hohen Druckes, Ost— West 
gestreckt über Centraleuropa, doch gerieth die Küste bald unter den Einflufs 
einer im Norden gelegenen Depression, so dafs die Winde am 19, bis 21. 
wieder aus WNW—WSW wehten, und bereits am 20. die regnerische 
Witterung wiederkehrte. Dann nahm der Luftdruck über Centraleuropa 
schnell ab, und gehörte die Küste bis Monatsschlufs dem Bereich flacher 
Minima an, die meist über Südskandinavien oder der Nordsee Ilagerten. 
Während die Nordseeküste in dieser Zeit täglich Regenfälle und am 27. und 29. 
viel Nebel hatte, trat an der östlichen Ostsee am 25,, 28, und 29. vielfach heiteres 
Wetter ein, und war auch der 22. an der östlichen Ostsee, der 27, an der ganzen 
Ostseeküste vorwiegend trocken. Am 25. wehten an der Nordseeküste vielfach 
stürmische südwestliche Winde, Stärke 8, unter der Wechselwirkung eines über 
der Nordsee lagernden Minimums und einer von der Biscaya-See nach Central- 
europa reichenden Zunge hohen Druckes. Gewitter hatte die westliche Ostsee 
am 26., die Nordseeküste in gröfserer Ausdehnung am 25., 26. und 29. Sehr 
ergiebige Niederschläge fielen am 25. in Borkum (22) und am 30. in Rügen- 
waldermünde (27). Die Morgentemperaturen der 3. Dekade zeigten wenig 
Aenderung und lagen andauernd niedrig; wie die Tabelle zeigt, sank in diesen 
Tagen die Temperatur an der Ostsee an den meisten Stationen unter Null, 
während die Inseln der Nordsee im Oktober frostfrei blieben. 
In den Mittelwerthen des Monats war der Luftdruck erheblich, die Tem- 
peratur um geringe Beträge zu niedrig, während die registrirten Windgeschwin- 
digkeiten theils zu klein, theils zu grofs ausfielen und die Niederschlagsmengen 
lurchweg, und zum Theil um sehr erhebliche Beträge, die vieljährigen Mittel 
äbertrafen. Von den Windrichtungen herrschten an Häufigkeit die Richtungen 
aus Süd bis SW, theils einzeln, theils mehrere in nahe gleichem Grade vor, 
außer in Keitum, wo Nordwestwinde am häufigsten waren; die Richtungen aus 
NNE bis ESE wurden überall gleich selten beobachtet. 
1895 Heft IV, S. 131. 
1895 Heft IV, S. 132. 
1895 Heft IV, S. 149. 
S. 150. 
Berichtigungen. 
Zeile 1 und 4 von oben lies 1894 statt 1893, 
Wetterkarte vom 7./8, 1894. Der westliche Ast der Isobare 755 muls 
rechts von S. 7 fallen statt links. 
Zeile 18 von unten und 
Zeile 15 von oben lies Berlin- statt Bodin-Hafen. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S, Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstraßfse 68-—71.
	        
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