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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Die Witterung an der deutschen Küste im Oktober 1895. 
tat. 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
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Bork.. . 
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Neuf. | 3 1113| 50 0]4| 6226| 9/14 50! 1ıl3| 2 | 8 
Mem. [6 | 3]0| 2|3| 5]ı7| 5|8| 4 1200| 3 |6| 4lu | 3 | 3 
471 
Mittl. 
‘Windstärke 
' (Beaufort) 
aal2n len 
3,3| 3,3 |3,£ 
3,5/ 2,9 13,3 
1,8/ 2,2 25 
13033125 
2,0| 2,1 12,2 
13.8/4,1 13,8 
| 3,4 3,7 13,4 
0 3,4 [2,8 
[2% 3,7 12,2 
[27] 3,1 |2,8 
Vgl. die Erläuterungen bei der Januartabelle. 
In der ersten Hälfte vorwiegend mild, in der zweiten anhaltend kühl, 
brachte der Monat Oktober fast täglich Regenfälle, deren Monatssumme auf 
einigen Gebietstheilen ungewöhnlich grofßse Werthe erreichte. Während auf 
der Insel Rügen Arkona 53 mm und Thiessow 61 mm hatten, betrug die Nieder- 
schlagsmenge in Friedrichsort, Schleimünde und Flensburg 145 bis 149 mm, in 
Brüsterort 158, in Memel 162, auf Borkum 152, in Neuwerk 162, in Keitum und 
Karolinensiel 171, auf Helgoland 199 und in Süderhöft sogar 210 mm. Der erste 
Schnee wurde in Wismar und Swinemünde am 17., in Altona am 20. und auf 
der Mehrzahl der übrigen Stationen am 29. oder 30. beobachtet. Starke Stürme 
fanden nicht statt. Das Thermometer sank nur in der letzten Pentade vereinzelt 
unter Null. 
Nach theils heiterer, theils nebliger, sonst trockener Witterung bei 
schwachen südöstlichen Winden am 1. Oktober gerieth die Küste, mit Ausschlufs 
des östlichsten Theiles, am 2., am folgenden Tage auch dieser, in den Bereich einer 
Depression, deren Centrum im NW lag und bis zum 7., zum Theil durch Theil- 
minima, die Witterung beherrschte. Die Morgentemperaturen lagen über den Mittel- 
werthen, aufßser vom 3. bis 6., bedingt durch das zeitweilige Herumgehen der 
sonst südwestlichen Winde nach NW unter dem Einflufs eines tiefen Theilminimums, 
welches in diesen Tagen von Schottland nach der mittleren Ostsee schritt. 
Stürmische Winde aus westlichen Richtungen, Stärke 8 bis 9, traten auf seiner 
Südseite am 3. an der Nordsee, am 4. und 5. an der ganzen Küste ein, da hoher 
Druck von SW her stark nach Centraleuropa vordrängte. Jeder Tag brachte 
Regenfälle, vom 3. bis 5. vielfach in Begleitung von Gewittern; sehr ergiebige, 
20 mm überschreitende Niederschlagsmengen fielen am. 2. in Keitum (23), am 
3. in Schleimünde (33), in Tönning (29), in Süderhöft (30) und in Helgoland (24), 
am 4. in Brüsterort (24), in Friedrichsort (22), in Kiel (21) und in Wangeroog 
(30), am 5. in Memel (40), in Cuxhaven (21), in Neuwerk (26) und in Karolinensie} 
(24) und am 6. in Swinemünde (21), in Ahlbeck (26) und in Greifswalder Oie (33). 
Nachdem das Hochdruckgebiet im Süden am 5. bis 7. von der Biscaya-See 
nach dem Schwarzen Meere geschritten war, zog ein umfangreiches tiefes Minimum 
vom 8. bis 10. vom Kanal her durch die Nordsee nach Skandinavien, am 9. die 
Witterung von ganz Westeuropa beherrschend. Beim Herannahen des Minimums 
wehten an der Küste am 8. und 9. südöstliche Winde, und trat vorübergehend 
am 8. an der Küste und am 9. noch an der mittleren und östlichen Ostsee heiteres 
Wetter ein; dann drehten die Winde wieder und wehten zunächst aus SW und 
West vom 10. bis 12., dann vom 13. bis 15, etwas nördlicher aus West und NW. 
Im Rücken jenes Minimums drängte der hohe Druck von Westen her stark nach 
und breitete sich über Südeuropa aus, so dafs in Wechselwirkung mit dem über 
Nord- und Nordosteuropa seine Lage behauptenden Depressionsgebiete, in welchem 
Theilminima auf südostwärts gerichteten Bahnen die südliche Ostsee durchquerten, 
vielfach stürmische westliche Winde, Stärke 8 bis 9, am 11. und 12. an der 
yanzen Küste und am 13. an der Ostsee wehten. Ruhigere Witterung trat ein.
	        
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