Die Witterung an der deutschen Küste im Dezember 1894.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen Ge 3 am Tage)
Stat.
N (NNETNE (ENE| FE |ESE|SE|SSE |S |sSW| SW |wsSwi w |wNw NW |NNw Stille
Bork.ı 5
Wilk.]0. 2
Keit. | 4 | 2
Ham. 13! 0
h
N
N
25
24
21 | f
20‘ 11
1
©
%
0
2
N}
2
&
c
3
10
0
J
6
5
9
Lv
>
5
10
R
Kiel |]
Wus. |
SWwi.-
Do
2 |
3 |.
3
*1
9 ou
010
3
16
a
13
15
18
14
| „
3
3
10
1]
417 119 2,2, 383,
Neuf, [1 | olı o|el 016
Mem. | 4 2|4 51.21 5114
D
8
10
15
13
21 Hl?
ı14 | 12 Se}
Me 2| 5
2
9
5 |!
Rz
1 7
3 | 15
2 2
Mitt].
‚Windstärke
.(Beaufort)
8a|2p |8»
3,3, 3,5 18€
2,713,0 3,2
ö 2,0 27
2,6| 2,7 12,7
2,2| 2,5 2,3
3,3/ 3,2 |3,2
;3,3| 3,5 |3,3
30! 3,5 |3,£
[281 2,6 2,1
[27] 2,9 e:8
39
Vgl. die Erläuterungen bei der Januartabelle, Seite: 79.
Der Monat Dezember brachte der Küste bis zum 12, wesentlich trockenes
und ruhiges, vielfach nebeliges Wetter mit südöstlichen Winden, dann trat un-
ruhige, vielfach stürmische Witterung. mit fast täglichen Niederschlägen bei vor-
herrschenden Südwestwinden ein; am 23. hatte die Nordseeküste eine schwere
Sturmfluth. a
Unter der Herrschaft ‚eines am 1. bis 4. von Irland nach dem Schwarzen
Meer wandernden Maximums wehten zunächst nordwestliche und nördliche Winde;
welche in Brüsterort Sturmesstärke am 1. und 2. erreichten, dann traten am.3.
schwache südöstliche Winde: an der Küste ein, die bis zum 12. anhielten. Am
5. bis 9. war der Luftdruck über Centraleuropa ziemlich gleichmäfsig vertheilt,
ein flaches Minimum wanderte vom Kanal durch Nordwestdeutschland nach
Kurland und hatte für die ganze Küste ebenso wie eine am 8. über der Nordsee
lagernde flache Depression für die westlichen Küstentheile geringe Niederschläge
im Gefolge, Hierauf drang hoher Druck von Osten her nach Centraleuropa vor,
und traten hier am 10. bis 12. zeitweise geschlossene Hochdruckgebiete auf.
War schon in der ersten Pentade Nebel häufig, so herrschte er vom 6. bis 10.
fast beständig; dann klarte es auf, und trat am 11. und 12. an Nordsee und
westlicher. Ostsee in grofser Ausdehnung heiteres Wetter ein,
Am 183. drehten die Winde unter dem Einflusse eines im hohen Nordwesten
Jagernden tiefen Minimums an der Küste nach SW, und blieb diese Richtung bis
Monatsschlufs die vorherrschende. Tiefe Minima brachten in rascher Folge immer
wieder neue Perioden unruhiger und vielfach stürmischer Witterung. Die Minima
nahten von NW her und fanden meist die gleiche Druckvertheilung über Europa
vor: Maximum von Biscayasee nach Centraleuropa vorbuchtend, Minimum über
Finnland,
Eine Ueberraschung brachte der Morgen des 15., indem über Nacht ein
Theilminimum in Nordwestdeutschland erschienen war — in Hamburg war das
Barometer um 10 mm gefallen —, welches nun am 15. und 16., von Nieder-
schlägen begleitet, ostwärts durch Norddeutschland zog; sehr ergiebige, 20 mm
übersteigende Niederschläge fielen am 14. in Brake (22), Wilhelmshaven (21),
Wangeroog (22) und in Nesserland (24). Ein anderes Theilminimum zog von
Südschweden am 16. und 17. südostwärts durch die südliche Ostsee, während das
genannte Hauptminimum im hohen Norden über Lappland ostwärts wanderte.
In diesen Tagen wehten nur vereinzelt stürmische Winde, am 13..in Neuwerk
aus SW (8/9), am 14. in Brüsterort aus SW (9/10) und in Schleimünde aus
West (Stärke 9), sowie am 16. und 17. aus nordwestlichen Richtungen, Stärke 8,
an mehreren Stationen.
In den Tagen vom 18. bis 23, folgten zwei Perioden stürmischer Witterung
schnell aufeinander. Zunächst schritt ein tiefes Minimum von Westen her nach der
nördlichen Nordsee, wo. der Druck unter 730 mm herabging, und beherrschte hier
am 19. ganz Europa, dann wandte es sich, an Tiefe abnehmend, nach Süden, lag