accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Of 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1895. 
30—35° S-Br, 75—71° W-Lg 
N !INE' E ISE | S |SW! W | NW! Cal 
Sommer ..... 
Herbst ...... 
Winter. ..... 
Frühling. .... 
ww» 
12 
20 
9 
‚18 
5 
A 
“1 . 36 4 d 5 
31 | 30 | 7 | 7 , 5 
5/2 2 8 | 9 4 
5 042 29 | 6 83 3 
25—30° S-Br, 75—70° W-Lg. 
318 [3615 
Hier ist nur eine Zahlenreihe angegeben. 
Obwohl also die westliche Luftströmung wesentlich die östliche überwiegt, 
wird dennoch das wärmere Oberflächenwasser nicht gegen die Küste, sondern 
von ihr weggedrängt. Der Einfluß des Windes tritt zurück gegenüber der Ab- 
jenkung, welche durch die Achsendrehung der Erde hervorgerufen wird, und 
trotz der ungünstigen Windrichtung quillt das kalte Grundwasser mit grofser 
Kraft an der Küste empor. 
Diese Beispiele, welche sich leicht vermehren ließen, mögen genügen, um 
zu zeigen, dafs unter gewissen Verhältnissen der Einflufs des Windes auf die 
Meeresströmungen unzweifelhaft zurücktritt gegenüber den anderen bewegenden 
Kräften, daß also die Passate jedenfalls nicht die einzigen, vielleicht nicht ein- 
mal die hauptsächlichsten Motoren der Meeresströmungen sind. 
Zu demselben Schlusse gelangt man auf folgendem Wege. Die Luft- 
strömungen sind erst eine Folge der ungleichen Erwärmung der Luft durch die 
Sonne. Nun läfst aber die wolkenlose Atmosphäre, und eine solche herrscht 
yerade in der Region der Passate vor, den überwiegenden Theil der Sonnen- 
strahlen auf die Erde und das Meer durch, ohne sie zu absorbiren. Der größere 
Theil der Sonnenstrahlen dient also in diesem Falle zur Erwärmung von Wasser 
und Land, der kleinere direkt zur Erwärmung der Luft. Erst indirekt wird dann 
Jie Luft wieder von unten aus erwärmt, und ihre Erwärmung erzeugt zunächst 
die Luftströmungen, welche dann endlich ihrerseits zur Bewegung der Wasser- 
oberfläche dienen. Und zwar ist es nur ein Theil der lebendigen Kraft der 
Luftströmungen, welcher durch Reibung sich in Bewegung des Wassers umsetzt, 
während wahrscheinlich der gröfsere Theil bei dem inneren Ausgleich der ver- 
schieden schnell und in verschiedenen Richtungen flielsenden Luftschichten ver- 
braucht wird. 
Wir sehen also, dafs es unter allen Umständen die Sonnenwärme ist, 
welche die Meeresströmungen hervorruft, theils direkt durch Erwärmung und Aus- 
dehnung des Wassers, theils indirekt durch Erwärmung der Luft, welche sich 
zunächst in Luftströmungen umsetzt, und von deren lebendiger Kraft erst dann 
ein Theil in den Meeresströmungen auftritt. Es ist mindestens unwahrscheinlich, 
laß der erste, direkte Kinflußs gegenüber dem zweiten, indirekten wesentlich 
zurücktreten oder gar verschwinden sollte. 
Für dieselbe Auffassung sprechen, wie mir scheint, noch zwei weitere sehr 
wichtige Thatsachen. Die Passate haben die Tendenz, das warme Oberflächen- 
wasser um den Aequator, besonders in den westlichen Theilen der Oceane, auf- 
zustauen. Hiernach müfste erstens um den Aequator ein besonders mächtiger 
Gürtel warmen Wassers liegen, während bekanntlich das Gegentheil der Fall ist, 
und die Temperatur gerade hier mit der Tiefe am schnellsten abnimmt. Und es 
mülste zweitens eine unterseeische Strömung das Wasser vom Aequator gegen 
die Pole führen, eine Strömung, welche der durch die Wärme des Wassers bedingten 
genau entgegengesetzt wäre. Nun fließen aber die tieferen Wasserschichten un- 
zweifelhaft von den höheren Breiten zum Aequator hin. Es bildet also augen- 
scheinlich in diesem Falle die Erwärmung des Wassers ein stärkeres Motiv für 
seine Bewegung als die Passate. 
Freilich giebt es auch Beispiele für den entgegengesetzten Fall. Sämmt- 
liche Oberflächenströmungen an den Westküsten der Kontinente in der Region 
der Passate zeigen für diese Meerestheile den überwiegenden Einflufs des Windes. 
Derselbe kommt voll zur Geltung, weil und solange das Wasser ausweichen und 
anter dem gleichzeitigen Einflusse der Erdrotation und einer gleichfalls durch
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.