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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Der Sturm vom: 10. März 1895. 
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gebiet, ist zur Zeit noch nicht feststellbar, weil die Beobachtungen zwischen dem 
genannten Gebiet und den Azoren leider ganz fehlen. 
Am 10. März um 8: a würde das Centrum, wenn man die vorher gefundene 
Geschwindigkeit von 40 Sm pro Stunde als gleichbleibend annehmen will, auf 
ungefähr 18° W-Lg — Position b der Karte — zu suchen sein. Nach den Angaben 
des englischen Dampfers „Mareca“, welcher am 10. März 8a in 36° 20‘ N-Br und 
10° 23‘ W-Lg stand, hatte dieser Süd 10. (Der Barometerstand ist leider nicht 
gemeldet.) Dagegen meldet er für 1* p 729 mm als niedrigsten Barometerstand, 
gleichzeitig Windstärke 12. (Hier fehlt wieder die Windrichtung und die Positions- 
angabe, es ist auch unbekannt, wohin der Dampfer steuerte, oder ob er zeitweise 
beigedreht hat.) Vermuthlich ist die „Mareca“ westwärts, d.h. dem Centrum des 
Sturmes entgegen gedampft, welches sie zwischen 1 und 2"p passirte. Nimmt 
man nun für das Centrum um 8a etwa 735 mm an, so ergeben sich schon ganz 
ausnahmsweise große Gradienten gegen die Isobare von 755, welche, beiläufig 
gesagt, beide Minimen umfafst. . Die Lage des Centrums um 8*a mulfs daher‘ den 
Windstärken und -Richtungsangaben, sowie den. grofsen Gradienten gemäfßs un- 
gefähr in der Position © (vergl. Karte) gesucht werden. 
Der einzige deutsche Dampfer, welcher hier herum von dem Sturm ereilt 
wurde, ist der „Neckar“; er befand sich um 8° a des 10. März 0,5 Sm von Sagres 
Point, hatte 748 mm und im Uebrigen nur bedrohliche Vorzeichen. . 
Aus der Wetterkarte und aus dem Verlauf des Sturmes geht hervor, dafs 
die beiden meteorologischen Stationen auf den jetzt telegraphisch mit Europa 
verbundenen Azoren-Inseln von der gröfsten Wichtigkeit für den Sturmwarnungs- 
dienst sind. Dafs thatsächlich Lissabon die Schiffe in seinem Hafen am 10. März 
früh warnen konnte, wie der eingangs erwähnte meteorologische spanische Artikel 
angiebt, ist ebenfalls dem Vorzug der direkten Verbindung mit den Wetter- 
vorposten der Azoren zu danken. Diese Warnung scheint aber nach den weiteren 
Ausführungen des genannten Artikels in Spanien nicht rechtzeitig bekaunt ge- 
worden zu Sein. . 
Der Verfasser gelangt in seinem Resume zu folgenden Verbesserungs- 
vorschlägen: ; 
1. Bessere Verbindung der meteorologischen Hauptstationen (Centralen 
nach Art der Deutschen Seewarte) untereinander, und zwar. zu jeder Zeit, da, wie 
der Verfasser sagt, die Stürme sich nicht nach den konvenirenden Amtszeiten 
(Morgenstunden) richten. 
2. Ununterbrochene Verbindung der Azorenstationen mit den Hauptstationen 
der Iberischen Halbinsel. 
3. Aenderung der Eintheilung des spanischen Wetterstations-Netzes. 
a) Madrid müfste als Centrale wegfallen, weil das umständliche Hin- und 
Zurücktelegraphiren auf dem relativ langen Wege wegen der Zwischen- 
stationen und der Länge der Telegramme (die auflserdem bisweilen 
verstümmelt würden) sehr zeitraubend sel. 
Anstatt der Centrale Madrid mülsten zwei neue Centralen, eine in 
San Fernando in Südspanien und eine in Galicien errichtet werden, 
weil diese Küsten am meisten den überraschend auftretenden Stürmen 
ausgesetzt wären; die neuen Centralen lägen den am meisten bethei- 
ligten Interessenten, den Seeleuten, auf diese Weise auch näher, die 
Landwirthschaft und sonstige Wifsbegierige könnten schon eher eine 
kleine Verspätung der Prognosen vertragen. Die Ostküste Spaniens 
würde von den beiden westlichen an oder nahe der See gelegenen 
Stationen immer noch rechtzeitig genug gewarnt werden können, weil 
die Stürme des Atlantischen Oceans die Halbinsel erfahrungsmälßig 
nur langsam durchqueren könnten. e 
4. Weglassen der nicht undedingt nöthigen Daten in den Telegrammen an 
die und von der Centrale. Der Verfasser wünscht also thunlichste Beschleunigung 
des meteorologischen Dienstes, vor Allem rapides Warnen zu jeder Zeit, falls sich 
bedenkliche Wetteranzeichen einstellen sollten. ?!) 
p) 
* 3) In dem vorliegenden Sturmfall bezeichnet er die bereits am 9, März wahrnehmbaren 
„harakteristischen Hufeisenformen der Isobaren als bedenkliche Wetteranzeichen.
	        
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