454 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1895.
sitären Minimen. In der beigegebenen Wetterkarte vom 10. März zeigt sich
eine Enklave niedrigen Druckes (755 mm} bis zum 30. Grad W-Lg vorgeschritten,
Soweit nun die aufgestellten Karten erkennen lassen, hat sich von diesem Theil-
minimum wieder ein neuer Wirbel abgetrennt und dann seine verheerende Bahn
an den Azoren vorbei nach der spanischen Küste gerichtet.
Der italienische Kreuzer „Flavio Gioja“ befand sich am 9. und 10. März
1895 in Punta Delgada auf den Azoren und in deren Nachbarschaft. Das Journal
des Kreuzers giebt eine sorgfältige Beobachtungsreihe, welche in dem Heft der
„Rivista Marittima“, Juni 1895, Seite 528 ff, wiedergegeben ist. Aus diesen
Beobachtungen ist die Natur eines rasch passirenden Wirbelsturmes klar nach-
gewiesen. Die Beobachtungen beginnen um 8"a am 9. März mit WNW 5—
168,7 mm. Um 5*p hat er West 12—759,8 mm. Die Wellenhöhe in freier See
ad Ort des Zentrums am 9Mlrz pm
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nach, der bisherigen Geschwindigk“ geschätzt
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Wetterkarte
vom 10. März 1895
8 Uhr Morgens.
betrug 8 bis 12 m. Um 3°a des 10. März ermäfsigt sich die Windstärke auf
WNW 10-—756,2 mm. Der niedrigste Barometerstand überhaupt wurde auf dem
Kreuzer zwischen 1 und 2*a mit 756,1 mm beobachtet. 8*p herrschte bereits
heiteres Wetter, der Wind war NNW 6—760,5 mm.
Das Sturmcentrum hat nach den gemachten Beobachtungen ungefähr um
Mitternacht vom 9, zum 10. März den 24, Grad W-Lg in der Höhe der Azoren
passirt. (Position a. — Das Mitternachtsbesteck des auf der Fahrt begriffenen
Kreuzers „Flavio Gioja“ ist mit 37° 34‘ Nord und 23° 53' West angegeben.)
Nach 20 Stunden, um 8*p, findet sich das Centrum des Wirbelsturmes bei
Lissabon, Die Fortschreitungs-Geschwindigkeit pro Stunde beträgt danach etwa
40 Sm.
Ob nun der Sturm bei den Azoren seine Entstehung gefunden hat, oder
in dem nicht weit entfernten und westlich von den Azoren gelegenen Niederdruck-