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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Köppen: Die Regenverhältnisse des Stillen Oceans, 
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gröfste Regenhäufgkeit bis in den Herbst, die kleinste bis in den Frühling sich 
verzögert: so der Westen der Philippinen, die Neuen Hebriden und der Ocean 
in der Umgebung von 10° N-Br und 125° W-Lg. 
4. In zwei Gebieten in der Nähe des Aequators, nämlich bei den Marshall- 
und Admiralitäts-Inseln einerseits, um 7° N-Br und 120° W-Lg andererseits, sind 
in allen Monaten durchschnittlich mehr Regentage als trockene Tage anzutreffen. 
Dasselbe ‚ist, soweit bekannt, überall in höheren südlichen Breiten des Stillen 
Oceans, ebenso wie in. jenen des Atlantischen und Indischen Oceans, der Fall. 
Die Nordgrenze dieses ewig . regnerischen Gebietes verläuft zwischen 35° und 
45°. S-Br; von Neuseeland gehört nur der südlichste Theil zu demselben. Die 
Schiffsbeobachtungen aus diesem westlichen Theil des Oceans sind übrigens noch 
nicht in Bezug auf die Zahl. der Tage mit und ohne Niederschläge untersucht 
worden. 
Der Sturm vom 10., März 1895. 
Im Anfang Mai d. J. erschien in der spanischen „Revista general de 
Marina“ ein meteorologischer Artikel über den Sturm vom 10. März d. J. Dieser 
Arbeit lag eine Wetterkarte bei, welche indessen fast ausschließlich auf Daten 
der meteorologischen Landstationen begründet ist. 
Die italienische Zeitschrift „Rivista Marittima“ besprach bald darauf den 
genannten Artikel und brachte hierzu ein Diagramm des Sturmes, entlehnt aus 
einer bezüglichen Mittheilung des Hydrographischen Amtes zu Washington. 
Dieses zweite Diagramm hat einige Schiffsbeobachtungen mehr wie das spanische, 
aber doch noch zu wenig, um eine annähernd. richtige Darstellung des Sturmes 
geben zu können. 
Das bisher bei der Deutschen Seewarte eingegangene Beobachtungsmaterial. 
gestattet nun eine etwas genauere Darstellung des erwähnten Sturmes. Wir 
haben nach den Beobachtungen deutscher Schiffe Wetterkarten des betreffenden 
Theiles des Atlantischen Oceans,. und zwar für die Zeiten 8a und 8" p der Tage 
7.—12. März aufgestellt. Auch mufs hier noch erwähnt werden, dafs das Meteoro- 
logische Amt in Madrid in dankenswerthester Weise uns einige für die Arbeit 
fehlende Daten zur Verfügung gestellt hat.‘ . . 
Man kann nun nach den aufgenommenen Wetterkarten das Phänomen 
ziemlich gut verfolgen. Leider fehlen noch zur Zeit die Tagebücher der damals 
ausreisenden und zur bezüglichen Zeit in der Sturmgegend gewesenen Schiffe. 
Diese Journale würden für die Entwickelung der Sturmbahn von grofser Wichtig- 
keit sein, . 
Von den aufgenommenen Wetterkarten konnte hier nur die vom 10. 8a 
als von allgemeinem Interesse beigegeben werden. 
Wir gelangen durch. die Karten zu folgenden Resultaten: 
Am 7. findet sich auf 20° W-Lg und 57° N-Br ein nach Osten fortschrei- 
tendes Minimum von 737mm. Das Niederdruckgebiet erreicht am 8. die britischen 
Inseln und bleibt hier mit nur geringer Druckveränderung nahezu stationär bis 
zum 12. März. 
N Vom 7. bis zum 12. liegt ein Gebiet hohen Druckes (bis zu 782 mm) auf 
40° W-Lg westlich von den Azoren. Ein weiteres langgedehntes Hochdruck- 
gebiet erstreckt sich während dieser Zeit von Schweden über Russland bis nach 
Süditalien. . ; . 
_ Das Areal zwischen 40 und 30° W-Lg und um den Parallel von 40° N-Br 
herum hat dauernd frische bis stürmische Winde. Das südlich hiervon liegende 
Hochdruckgebiet fällt mit grofsen Gradienten rasch nach NNW zu ab. Ein 
NN Saum des Hochdruckgebietes segelndes Schiff meldet vom 7. März 8" p Wind 
W 10. 
- Die spanische Küste hat bis zum 9. März normale Witterungsverhältnisse, 
erst am 9. März abends werden die Anzeichen etwas bedrohlich. . 
. Demnach befindet sich, bei nahezu stationärein Minimum in England, am 
Saum eines ausgedehnten Niederdrucksektors die Neigung zur Bildung von para-
	        
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