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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

452 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1895. 
derselben nach oben hin durch einzelne Monate bietet wenig Charakteristisches. 
Das Hinabsinken der Regenwahrscheinlichkeit unter ‚20 werden wir dagegen 
sowohl für einzelne Monate (periodische Trockenzeiten), als für das runde Jahr 
(beständig trockene Klimate) getrennt berücksichtigen. 
1. Alle Monate sind trocken (<<,20) einerseits in einem Streifen, der sich 
an der Westküste von Südamerika von 4° bis 31° S-Br, und weiter an der Ost- 
seite der Anden bis 37° S-Br in einer Breite von höchstens 400 Sm hinzieht 
(meist reicht er nur ca 150 Sm weit von der Küste ab ins Meer), und in der 
gleichen geographischen Breite im Inneren von Australien bis zur Westküste; 
andererseits nördlich vom Aequator in ähnlicher Lage an der Westküste von Nord- 
amerika zwischen 26° und 31° oder 32°, und weiterhin, längs derselben Meridiane, 
auf einem etwa 200 Sm breiten Streifen östlich von den Gebirgen bis 41° N-Br. 
Indessen auch in der Mitte des Oceans, in der Nähe des Aequators, aber 
im Herzen des Südostpassats, scheint eine solche Regenarmuth, wenigstens in 
manchen Jahren, sich zu zeigen. Wenn auch die früher dafür angeführte Existenz 
der Guano-Inseln hierfür nicht beweisend ist, weil es sich auf Malden, Phönix, 
Baker etc. nicht um echten Guano, sondern um schwer lösliche Phosphate handelt, 
so sind doch die in Tabelle 12 angeführten Beobachtungen von Malden-Insel und 
die vorliegenden Regenmessungen und Beschreibungen nicht von der Hand zu 
weisen, die eine grofse Regenarmuth für diese Inseln bezeugen, im schroffen 
Gegensatz zu den westlich davon liegenden Marshall-Inseln. 
2. Die Gebiete mit periodischen Regen, wo also gut ausgeprägte Regen- 
und Trockenzeiten abwechseln, gehören vorwiegend den Festländern an; nur 
zwischen 5° N-Br und 20 bis 30° S-Br erstrecken sie sich fast über den ganzen 
Ocean, anknüpfend an die regenarmen Gebiete von Peru, Malden-Insel und Austra- 
lien. Doch ist auch hier die Zone der periodischen Regen durch einen breiten 
Streifen mit Regen zu allen Jahreszeiten unterbrochen, der die deutschen Schutz- 
gebiete im Stillen Ocean umfalst, und von da über Samoa nach den niedrigen 
Inseln sich erstreckt. Die Trockenzeit fällt dabei in denjenigen Gebieten, die 
äquatorwärts von den unter 1. genannten regenlosen Gegenden liegen, auf den 
Winter und Frühling, auf den von ihnen polwärts gelegenen auf den Sommer; 
erstere haben also Sommerregen, letztere Winterregen, Sommerregen haben auch 
die Marquesas und vor Allem das Festland von Asien, Uebergänge finden sich 
dadurch, dal entweder das Sommermaximum sich in zwei spaltet, mit kleiner 
Trockenzeit dazwischen, wie an der Westküste von Mittelamerika, oder die Regen- 
zeit sich in den Spätsommer und Herbst verschiebt, so im Streifen von Celebes 
bis über Neukaledonien hinaus, und von Ecuador westwärts bis 135° W-Lg; oder 
auch das Wintermaximum zerfällt in zwei, wie auf dem Meere südwestlich von 
Kalifornien und in Vietoria; oder endlich, es stellt sich durch Uebergreifen der 
Sommer- und Winterregen ein doppeltes Maximum der Regen, mit Trockenzeiten 
dazwischen, ein, wie es in den Vereinigten Staaten unter 110 bis 112° W-Lg 
und in den Steppen am Darling und am Torrens-Lake der Fall ist. 
3. Auf dem Rest des Oceans treten eigentliche Trockenzeiten nicht mehr 
als regelmäßige Erscheinung auf, Die relativ trockenste Zeit fällt in vielen 
Gegenden in den Sommer; so ist es auf der Nordhemisphäre an der Westküste 
der japanischen Inseln (vom südlichen Sakhalin bis Nagasaki herab), auf den 
Aleuten und bei Vancouver,!) sowie im östlichen Theil der Philippinen, ferner 
auf der Südhemisphäre in Neuseeland, der Westküste von Südamerika nordwärts 
bis Concepcion, und, soviel bekannt, auch auf dem Ocean zwischen etwa 28° und 
35° S-Br, endlich auch in einem schmalen Streifen von den Salomon-Inseln über 
Finschhafen bis nach Amboina. In anderen Gegenden fällt die relativ trockenste 
Zeit auf die Zeit bei und nach dem niedrigsten Sonnenstande der betreffenden 
Hemisphäre; so ist es in den meisten tropischen Gebieten der Fall. Wir können 
darunter Gebiete mit einfachem Maximum der Regenhäufigkeit im Hochsommer 
unterscheiden: so die Fidji-, Samoa- und Gesellschafts-Inseln; ferner Gebiete mit 
doppeltem Maximum und etwas trockenerem Hochsommer: so die Ostküsten Japans, 
die Liu-Kiu, die feuchten Theile von Venezuela und Ecuador, ferner die Tonga- 
Inseln und der Ocean um 15° S-Br und 130° W-Le:; endlich Gebiete, wo die 
1) Bei Sitka fällt die gröfste Häufigkeit des Regens auf den Herbst, die kleinste auf den 
Frühsommer.
	        
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