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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Dinklage: Stromversetzungen vor der Bucht von Biscaya, 
439 
hervorgerufen hat, nach NW um, so wird die neu entstehende Wasserbewegung 
nicht gleich nach SO gehen, sondern unter Nachwirkung der früheren Bewegung 
eine mittlere Stromrichtung, etwa nach Ost oder OSO, entstehen und so der 
Strom zunächst nach links vom Winde abgelenkt erscheinen. Bei anhaltendem 
NW wird die Stromrichtung dann aber bald SO und südlicher. Umgekehrt kann 
der Strom, wenn der Wind rasch von NW nach SW zurückdreht, anfänglich mit 
einer ungewöhnlich grofsen Ablenkung nach rechts auftreten, die das Maß, 
welches ihr bei gleich bleibendem Winde durch die Stärke des Windantriebes 
und die geographische Breite des Ortes vorgeschrieben ist, weit überschreitet, 
Folgen Winde von nahezu entgegengesetzter Richtung aufeinander, so hört ‚die 
Nachwirkung der früheren Strömung sehr bald auf. 
Alle diese einfachen Thatsachen erkennt man auch in den Resultaten der 
vorliegenden Untersuchung wieder, Wenn hier häufigere Abweichungen von der 
Regel vorkommen, so liegt dies unseres Erachtens nur darin, dafs die Strom- 
beobachtungen an Bord fahrender Schiffe so leicht mit Fehlern behaftet sind, und 
wir sind der Ueberzeugung, dafs bei der Anwendung noch größerer Sorgfalt in 
der Besteck- und Journalführung die naturgemäfse Abhängigkeit der Strömung 
von dem Winde auch in den Schiffsbeobachtungen noch viel deutlicher hervor- 
treten wird. In der untersuchten Beobachtungsreihe kommt es öfters vor, dafs 
zwei oder mehr Dampfer sich an ‚demselben Tage auf der Strecke befanden. 
Wenn von diesen einer eine Beobachtung notirte, die nicht der Regel entsprach, 
so standen derselben doch jedesmal die gleichzeitigen Beobachtungen der anderen 
Dampfer berichtigend gegenüber. . So notirte z. B. am 16. Juli 1893 bei WNW 3 bis 4 
ein Dampfer (Journalnummer D, 2325) in 46,9° N-Br und 6,4° W-Lg den Strom 
S 11° W 5Sm, dagegen D. 2343 in 46,5° N-Br und 7,2° W-Lg S 55° 0 5Sm und 
D. 2277 in 45,6° N-Br und 84° W-Lg S38°O 8 Sm. Am 18. Februar 1895 
wurde bei ESE 8 notirt: von D. 2737 in 466° N-Br und 7,7° W-Lg S 64° W 
12 Sm, dagegen von D, 2690 in 45,4° N-Br und 8,2° W-Lg N 19° W 17 Sm, von 
D. 2727 in 47,7° N-Br und 61° W-Lg N 22° W 21 Sm und von D. 2729 in 
47,8° N-Br und 5,9° W-Lg N 30° W 24 Sm. Ferner am 15. April 1895 bei E 6: 
von D. 2730 in 46,0° N-Br und 7,6° W-Lg S 20° W 12 Sm und von D, 2797 in 
47,2° N-Br und 6,9° W-Lg N 28° O0 8 Sm, dagegen der Regel entsprechend von 
D. 2725 in 474° N-Br und 6,2° W-Lg N 40° W 75Sm und von D. 2776 in 
46,3° N-Br und 7,0° W-Lg N 12° W 12 Sm. 
Diese Beispiele mögen genügen, um zu zeigen, wie abweichende Beob- 
achtungen sich schon vorher oft als augenscheinlich falsch erweisen lassen; in 
dieser Untersuchung sind sie jedoch alle mitverwerthet worden. 
Eine auffällige Uebereinstimmung mit der Regel zeigen die zahlreichen 
Strombeobachtungen vom Dampfer „Olinda“ der Hamburg -Südamerikanischen 
Gesellschaft, die hier deshalb wiedergegeben werden sollen. 
Dampfer „.Olinda®®, Kapt. J. Bruhn: 
1892 
Februar 
Juni 
Juli 
August 
November 
November 
April 
Mai 1 
Mai 
August 
Oktober 
Dezember 4 
1895 Januar 3% 
April 15 
Juni 27T 
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SWzZW 
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SW 
E 
NNW 
Strom 
N 6°0 14 Sm. 
O0 3 
S 36° W 19 
W 14 
keiner 
N 22° W 15 
N28°0 10 
N 80°0O ul 
N 40° W 10 
a! 
N58°0 10 
S 11°0O 16 
N 7°O 11 
N12°W 12 
S 21° W 13 
% 
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Unter den 15 verzeichneten Stromversetzungen ist demnach nur eine, die 
vom 27. November 1893, die nicht mit dem Winde geht. -
	        
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