Dinklage: Stromversetzungen vor der Bucht von Biscaya,
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setzung sich um mehr als 8 Striche in Richtung veränderte, wurden auch hier
ausgeschlossen, auch wurden nur solche genommen, in welchen die Versetzung
im Etmal mehr als 5 Sm betrug. Zur Untersuchung blieben dann 307 Beob-
achtungen. Bezeichnet man nun die Strömungen von nicht mehr als 1 Strich
Abweichung als geradeaus laufend, die, deren Richtung um weniger als 8 Strich
von der Luftstromrichtung abweichen, überhaupt als mitlaufend, dagegen die von
mehr als 8 Strich Abweichung als gegenlaufend, so erhält man zunächst:
dafs die Strömung mit dem Winde lief:
mit Abweichung
geradeaus nach rechts nach links zusammen
48 mal 125 mal 64 mal 237 mal
giebt in Procenten der Gesammtzahl . . 15,6 % 0 40,7 9% 20,9 9/0 77,2 9/9
dafs die Strömung gegen den Wind lief:
mit Abweichung
nach rechts nach links zusammen
45 mal 25 mal 70 mal
giebt in Procenten der Gesammtzahl . . 14,7 % 8,1 % 22,8 9%
Unter den gröfseren Stromversetzungen waren demnach die mitlaufenden
31/s mal so häufig als die gegenlaufenden und die rechts abweichenden doppelt
so häufig als die links abweichenden. Noch genauer stellt sich die Häufigkeit
der verschiedenen Abweichungen in folgender Reihe dar, in der auch die mittleren
Stromstärken bei den verschiedenen Abweichungen mit aufgeführt sind. Strömungen
mit der Abweichung gleich 0 sind gleichmäfsig nach rechts und links vertheilt
worden.
Abweichung der Stromrichtung von der Richtung, wohin der Wind weht.
307 Beobachtungen.
Die Abweichung ging:
nach links nach rechts
l6str—12str 12str—Sstr 8str—4str Astr—0str | Ostr—4str 4str—8str 8str—12str 12str—16str
11 mal 14mal 19mal 71mal | 89 mal 58 mal 26 mal 19 mal
oder in Procenten der Gesammtzahl:
3,5% 4,6% 6,2% 23.1% | 29,0% 19,0% 814% 6,2%
Die durchschnittliche Versetzung im Etmal betrug:?)
7,0 Sm 8,2Sm 10,0Sm 11,0Sm | 11,5Sm 10,7Sm 96Sm 88 Sm
Die Häufigkeit der in Bezug zur Windrichtung verschiedenen Strömungen
nimmt von 12 bis 16 Strich Linksabweichung, wo sie im Minimum stehen, erst
jangsam, später rasch, aber in ununterbrochener Reihenfolge zu bis zu 0 bis
4 Strich Rechtsabweichung, wo das Maximum erreicht wird, und dann in der
gleichen ununterbrochenen Reihenfolge allmählich wieder ab. Die Zahlen für
die Durchschnittsgeschwindigkeit bewegen sich genau in demselben Sinne. Will
man das Resultat für die Praxis zusammenfassen, so kann man sagen: die aller-
meisten und durchschnittlich stärksten Versetzungen fallen in die
8 Striche von 2 Striche links bis 6 Striche rechts von der Luftstrom-
richtung. Die Häufigkeit der dorthin gehenden beträgt 53°%, während
auf alle übrigen 24 Striche zusammen nur 47%o und unter diesen auf
die 12 Striche zwischen 14 Striche nach rechts und 6 Striche nach
links nur 11% kommen. Wenn also der Wind SW ist, so steht am
ehesten zu erwarten, dafs die Stromversetzung nach einer Richtung
zwischen NNO und 0SO gehen wird; am wenigsten wahrscheinlich ist
eine Versetzung nach SSW bis NN W.
‚\ Bei Berechnung dieser Zahlen sind auch die Versetzungen von 3 bis 5 Sm berücksichtigt
worden.