Bemerkungen über Port Pirie, Spencer-Golf,
zu sehen. Dazu ist das Fahrwasser zwischen der Eastern- und der Western Shoal
verhältnifsmäfsig schmal.
Erst am 22, Juli kamen wir an unseren Löschplatz, aber schon am 1. August
hatten wir die 926 Tonnen Koke gelöscht, was eine recht gute Leistung war.
Das Löschen geschieht vermittelst Pferden, gewöhnlich aus zwei Luken zugleich,
durchschnittlich 90 bis 110 Tonnen den Tag. Das Löschgeld beträgt für Koke
Z sh. 3d., für Cement, Eisen und andere schwere Güter 1 sh. 3 d. die Tonne.
An Schlepplohn hatten wir einkommend und ausgehend zusammen 1 sh. die Register-
tonne, an Lootsengeld 16 Z 13 sh. 6 d., an Feuergeld (nach Newcastle N. S. W.
gehend) 19 & 12 sh. 8 d. und an Werftgeld 15 X 6 sh. 3 d. zu entrichten, Der
Ballast, der aus röthlichem Sande besteht, kostet frei im Schiffe, an der Broken-
hill-Werft 4 sh., weiter aufwärts, wo.man aber, ebenso wie an der genannten
Werft, nicht immer Platz. findet, 3 sh. 6 d. die Tonne. Die Gesammtunkosten
beliefen sich für „Lake Ontario“, ein Schiff von 1113 Registertonnen, mit Koke
einkommend und in Ballast ausgehend, auf 420 &. Ganz besonders sind die
Kosten eines Schiffes in Port Pirie von der hier üblichen Desertion der Mann-
schaft abhängig.
Am 12. August verliefsen wir bei mäfsigem. bis steifem Nordwinde die
Aufsenrhede von Port Pirie, bestimmt nach Newcastle N. S. W. Um 12 Uhr
mittags befanden wir uns im Westen der Nordkaute der Eastern Shoal. Am
13. August 12 Uhr mittags peilte die Insel Althorp SOzS, etwa 12 Sm entfernt.
Stromversetzungen vor der Bucht von Biscaya, auf dem Dampfer-
wege von Ouessant nach dem Kap Finisterre,
' Von L. E. DINELAGE.
Die Dampfer, welche vom Englischen Kanal südwärts gehen, und ebenso
diejenigen, welche von Süden kommen und dem Kanal zusteuern, nehmen zur
Abkürzung des Weges ihre Route gewöhnlich nahe um Ouessant herum. ‚Dabei
gerathen sie, besonders auf dem Rückwege, infolge unvorhergesehener Versetzungen
nicht selten in eine sehr gefährliche Nähe dieser Insel, was denn auch bei dickem
Wetter schon wiederholt die Strandung des Schiffes zur Folge gehabt hat. Noch
vor Kurzem, in der Nacht des 9. August d. J., ging auf diese Weise der von
Südamerika kommende deutsche Dampfer „Miranda“ auf dem an der Südseite
von OQuessant gelegenen Jument-Felsen verloren. Das Schiff hatte eine ziemlich
starke Versetzung nach Osten gehabt, während der Kapitän auf Grund der Dar-
stellung, die sich noch in vielen Segelhandbüchern findet, annahm, da([s die Strömung
eher nach Nord und NW setzen würde. Dieser Fall gab, indem er die Unzu-
verlässigkeit der hergebrachten Ansichten von Neuem bewies, Veranlassung, die
Strömungsverhältnisse vor der Bucht von Biscaya im Anschlufs an den Artikel
in diesen Annalen, Augustheft, Seite 292 f.: „Die Strömungen in der Bucht
von Biscaya“, an der Hand der thatsächlichen Beobachtungen, welche in den
meteorologischen Schiffsjournalen der Seewarte aufgeführt sind, des Näheren zu
antersuchen,
Um die Arbeit nicht unnöthig auszudehnen, wurden zu der Untersuchung
nur die in den letzten Jahren, vom April 1893 bis Ende August 1895, ein-
gegangenen Journale, und zwar nur die von Dampfschiffen herangezogen. Die
Anzahl derselben, welche Angaben über Stromversetzungen enthalten, beziffert
sich auf 292 Stück. Es wurden ferner nur solche Angaben verwendet, welche
sich auf keine längere Zeit als 24 Stunden und ausschließlich auf den zwischen
Ouessant und Kap Finisterre liegenden Meeresstrich beziehen. Da es nun oft
vorkam, dafs die Schiffe, während. sie sich auf dieser Strecke befanden, zu Anfang
oder zu Ende des. Etmals keine Gelegenheit zu einer sicheren Ortsbestimmung
hatten, so. mufßste manches Journal unbenutzt bleiben, wodurch dann wieder die
gleichmäfsige zeitliche Vertheilung der Beobachtungen, welche der regelmäfsige
Turnus der Dampferfahrten sonst bedingt haben würde, gestört wurde, Aus dem
Zeitraum vom 1, Februar 1893 bis zum 19. August 1895, welchen die Beob-