126 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1895.
der Karte nicht angegeben. Bei nicht ganz klarem Wetter ist eine Verwechse-
Jung mit Tai-wan-fu, welches keine besonderen Merkmale hat, leicht möglich,
Gute Landmarken bieten 10 Sm südlich von Amping die Berge Unglo und Soko,
von denen der erstere eine langgestreckte, nach Norden und Süden gleichmäfsig
abfallende Kuppe hat, während der letztere nach Norden hin aufsteigt und dort
steil abfällt. Näher der Küste liegt 12,5 Sın südlich von Amping eine Anhöhe
mit tafelförmiger Kuppe. Sonst verläuft der gelbe Strand bis zum Apehill niedrig
und einförmig, hin und wieder mit Buschwerk und einzelnen Baumgruppen besetzt,
erst kurz vor Takau nimmt die Vegetation am Strande zu,
Für die Ansteuerung von Takau bieten der Apehill, welcher sich un-
mittelbar an der Küste erhebt, und südlich von diesem Saracenhead unverkenn-
bare Marken. Vertonung und Plan auf der englischen Karte 2376 sind zutreffend.
Auch die Beschreibung des Verlaufs der weiteren Küste bis zum Südkap in der
China Sea Directory entspricht dem Gesehenen. Zwischen Takau und Tangkaug
ist Saddle, ein sattelförmiger Berg, eine gute Landmarke. Die Gebirgszüge süd-
lich von Ponglian reichen dicht an die Küste herab; die Dörfer und Städte sind
oft schlecht erkennbar, weil ihre Häuser dieselbe dunkle Farbe wie das Land
haben. Bayhill ist ein niedriger Berg von der Form eines stumpfen Kegels,
welcher auf einem Landvorsprung nördlich vom Guswa-Vorgebirge liegt. Zwischen
Bayhill und Langkian Point, welches durch einen weißen Sandstrand hervortritt,
liegt die Expedition-Bai. Eine Bergspitze, die sich unter den Bergen nördlich
der Worliang-Bai schroff hervorhebt, bietet von Norden eine Marke, welche
SOzS gepeilt, direkt in die Bai hineinführt. Von dem Fort auf der Südwest-
spitze wurde nur der Flaggenstock gesehen.
Die Ansteuerung von Hongkong bot nichts Bemerkenswerthes.
Nach einer Mittheilung des Kommandanten I. Br. M. S. „Severn“ liegt
der Felsen, worauf der japanische Kreuzer „Yoshino“ im März d, J. festkam,
auf 23° 19‘ 39” N-Br und 119° 30‘ 40” O-Lg südlich von der Pachau-Insel.
Bemerkungen über Port Pirie, Spencer-Golf.
Von Kapt. C. OLTMANN vom Schiffe „Lake Ontario“,
Auf unserer Reise von Hamburg nach Port Pirie liefen wir am Abend des
12. Juli 1891 bei mäfsiger südöstlicher Briese in den Spencer-Golf ein, Am
folgenden Mittag peilte der Feuerthurm von Tipara-Riff S0z0'/20; um 8 Uhr
am selben Abend legten wir back, um den Tag abzuwarten. Um 5 Uhr morgens
den 14. Juli sichteten wir von der Bramraa das Feuer von Point Lowly. Dieses
Feuer steht zu niedrig, und ist der Schein desselben nur etwa 15 bis 16 Sm weit
sichtbar. Die Boje auf der Middle-Bank und diejenige auf der Fairway-Bank
waren nicht auf ihren Plätzen.
Um 12 Uhr mittags erhielten wir nicht weit von der südlichen Boje der
Eastern Shoal einen Port Pirie-Lootsen, der uns gegen 4 Uhr nachmittags auf
der Aufsenrhede von Port Pirie, auf einer Wassertiefe von 9m (5 Faden), zu
Anker brachte, nach einer Reise, deren Dauer von Hamburg 90, von Lizard
833 Tage betrug. Weil für das 18 Fuß 10 Zoll engl. tiefgehende Schiff nicht
eher Wasser genug im Creek und an der Brokenhill-Werfti, an der unsere aus
Koke bestehende Ladung gelöscht werden sollte, kein Platz vorhanden war,
mufsten wir auf der Aufsenrhede noch bis zum Abend des 17. warten. Schiffe,
die über 20 Fufs tief gingen, hatten einen Aufenthalt von 10 bis 12 Tagen, ohne
Anspruch auf Liegegeld machen zu können.
Port Pirie hat durch die etwa 250 Sm weiter nordwärts gelegenen sehr
ergiebigen Silberminen von Brokenhill einen bedeutenden Aufschwung genommen
and viele Schiffe angezogen, was voraussichtlich in Zukunft noch mehr der Fall
sein wird. Es würde daher die Errichtung eines Feuerthurmes auf der Middle-
Bank oder die Auslegung eines Feuerschiffes dorthin von grofsem Nutzen sein.
Die Küsten des Spencer-Golfes sind im Allgemeinen niedrig, besonders nördlich
des Tipara-Riffs, und das Feuer von Lowly Point ist kaum bei der Eastern Shoal