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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

120 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1895, 
isolirten Drahtes bestehende Sekundärspule von möglichst geringem Widerstande 
angebracht. Besteht das Schiff hauptsächlich ans Eisen, so würde diese Spule 
rund um die Aufsenseite des Bollwerks anzuordnen sein; ihre magnetische Achse 
muß zur Ebene des Schiffsdecks möglichst normal sein. Mittelst des Tasters K 
und des Stromunterbrechers W, der den Strom einige Tausend Mal in der Sekunde 
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unterbricht, werden durch das submarine Kabel intermittirende Ströme gesandt. 
Durch die Stromstöfse in dem Kabelring 4 werden in der Sekundärspule rasch 
wechselnde elektromotorische Kräfte erzeugt, und es gehen durch das Telephon 7 
Wechselströme, welche die Membran des leizteren in Bewegung setzen, Zur 
Zeichengebung wird das Morsealphabet benutzt. 
Kine Schwierigkeit beim Telegraphiren mittelst Induktion liegt im Anruf, 
Diese Schwierigkeit sucht Herr Evershed durch das in der zweiten Figur 
skizzirte Kumulativrelais zu beseitigen, In einem isolirenden Support J/ ist ein 
Drahtrechteck V festgeklemmt, dessen eine Seite zwischen die Pole N und S 
eines kräftigen Magneten gelegt ist. Wird das Rechteck von Wechselströmen 
durchflossen, deren Frequenz zur Eigenschwingung des Rechteckes in bestimmtem 
Verhältnifs steht, so erhält dasselbe eine Reihe kumulativer Impulse und geräth 
in Schwingungen. Durch diese Schwingungen wird das Rechteck V mit einem 
anderen auf das erstere abgestimmten Rechteck P zeitweilig in Kontakt gesetzt 
und dadurch der Stromkreis einer Ortsbatterie geschlossen und eine Glocke 
zum Tönen gebracht, Das zweite Rechteck kann von Wechselströmen entgegen- 
gesetzter Richtung wie das erste durchflossen werden. Die Anrufströme sind 
nicht dieselben wie die Sprechströme. Für erstere ist eine Frequenz von 20 bis 
410 Perioden per Sekunde geeignet, die man mittelst einer Stimmgabel erhalten 
kann. Dieses System der induktiven Telegraphie soll zuerst auf dem Schiffe „Bast 
Goodwin“, welches bei den Goodwin-Bänken an der Küste der Grafschaft Kent 
stationirt ist, erprobt werden. Die Länge des Kabels beträgt dabei etwa 18,5 km. 
(Aus der „Elektrotechnischen Zeitschrift“, Berlin 1895, S, 630.) 
2. Wetterankündigung vermittelst weittragender Scheinwerfer. 
Auf der Thurmspitze des meteorologischen Instituts zu Chicago, ungefähr 100m ober- 
halb des Michigan-Sees, ist kürzlich ein Scheinwerfer errichtet worden, welcher unter 
langsamer Drehung mit Einbruch der Nacht nach allen Himmelsrichtungen intensive 
Lichtstrahlen entsendet. Der Zweck dieser in zwei Farben, weifßs und roth, an- 
gewandten Zeichensprache ist eine Wetterprognose, welche Land- und Seeleuten 
bis auf zwanzig Meilen im Umkreise plötzliche Wetterveränderungen ankündet. 
Ein einfarbig weißes Licht sagt zur Winterszeit strenge Kälte voraus und bedeutet 
im Frühling und Herbst das Eintreten leichten Frostes; Sturm und Ostwinde 
werden durch rothe Lichtstrahlen angekündigt, während abwechselnd weifs und 
roth aufleuchtende Lichter die Vorboten eines Orkans sind. Diese Installation 
ist, wie uns das Bureau für Patentschutz und Verwerthung von Dr. J. Schanz & Co.,, 
Berlin, berichtet, zur Zeit eine provisorische, denn der in Thätigkeit befindliche 
Scheinwerfer ist von dem Marine-Departement der Stadt Chicago nur auf zwei 
Monate zu Versuchszwecken leihweise überlassen worden. Die mit diesem Projektor 
angestellten, Versuche sind jedoch derartig erfolgreich gewesen, dafs auf Antrag 
des Landwirthschaftsministers die definitive Beschaffung eines grofsen Schein- 
werfers beschlossen worden ist, dessen Bewegungen durch einen Elektromotor 
geregelt werden, und der auf eine Entfernung von 40 Meilen die sichtbaren Mit- 
theilungen des meteorologischen Bureaus in einer Stärke von ca 200 000 Kerzen 
zu entsenden vermag. („Das Wetter“, 1895, S. 168.)
	        
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