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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Libbey: Die Beziehungen des Golfstromes und der Labrador-Strömung, ‚419 
Gang zu setzen. Nachdem sie einen Punkt in dem Wasser erreicht hatten, der 
die Grenze ihrer Anpassung an den Druck bezeichnete, mufsten sie nothwendiger- 
weise auch den Rest des Weges bis zur Oberfläche zurücklegen, wo sie in einer 
ungewöhnlichen Verfassung ankamen, denn ihre Leiber waren ganz aufgebläht, 
und in den meisten Fällen trat ihr Magen aus dem Maule hervor, als Ergebnis 
des verminderten Druckes. Es ist eine aufserordentlich interessante Thatsache, 
dafs diese Fischleichen in einer langen mondsichelförmigen Kurve an die Ober- 
fläche kamen, die der Linie der Kante der Festlandfläche zwischen Kap May und 
Nantucket folgte. Die Temperatur-Untersuchungen dieses Gebietes können dem- 
nach als interessanter Beitrag zu dem Studium „des umgebenden Mittels“ betrachtet 
werden. 
Ueber den Kreislauf der Gewässer ander Ostküste Grofsbritanniens.) 
H. N. DICKson, F. R.S. E. 
In Verbindung mit dem Plan für internationale Beobachtungen in der Ost- 
see, Nordsee und den angrenzenden Theilen des Nordatlantischen Oceans, dem 
Kopenhagener Kongrefs im Jahre 1892 durch Prof. Otto Pettersson und 
Dr. G. Ekman überreicht, schickte der Fischerei-Board für Schottland I. M. S. 
„Jackal“ im August und November 1893, Februar und Mai 1894 auf wissenschaft- 
liche Reisen aus. Die Ergebnisse der Arbeit des „Jackal“ zeigen außer dem 
Beweise, dafs eine vollständige Kenntnifs des vermessenen Gebietes nur durch 
mehrere aufeinander folgende Jahre fortgesetzte Untersuchungen erworben werden 
kann, gleichzeitig an, dal eine solche Kenntnifs bei der Beantwortung mancher 
Fragen über das Klima der britischen Inseln und die Vertheilung unserer Markt- 
fische von hervorragender Bedeutung ist. Es wird unwiderleglich bewiesen, dafs 
die Zufuhr oceanischen Wassers in der Nordsee im Allgemeinen bis zu einem 
beträchtlichen Grade auf wechselnden Bedingungen in dem Atlantischen Ocean, 
dem Faeroe—Shetland-Kanal und in der Nordsee selber beruht, und die That- 
sache, daß Wasser von gröfstem Salzgehalt nicht an der Oberfläche nahe bei der 
Ostküste Grofsbritanniens gefunden wird, deutet einen außerordentlich verwickelten 
Mischungsvorgang in tieferen Schichten an. | 
Die Beobachtungen im August 1893 legen insbesondere die Vermuthung 
nabe, dafß sich atlantisches Wasser in seinem reinsten Zustande den. britischen 
Küsten am Boden der Nordsee entlang zu einer Zeit näherte, die nahe mit der 
der Heringsfangzeit zusammenfiel. Weitere Beobachtungen allein können 
bestimmen, ob eine solche Erscheinung regelmäfsig wiederkehrt, und ob die 
beiden Thatsachen mit Aenderungen in dem im Seewasser vertheilten Sauerstoff 
zusammenhängen. 
1. Elektrische Verbindung zwischen Leuchtschiffen und der 
Küste. Bei der Wichtigkeit eines telegraphischen Verkehrs zwischen Leucht- 
schiffen und Land ist es natürlich, dafs fortgesetzt Versuche unternommen werden, 
dieses Problem einer befriedigenden Lösung zuzuführen. Wir haben über der- 
artige Versuche mehrfach berichtet. Eine neue Lösung der Aufgabe ist von 
Herrn Sidney Evershed vorgeschlagen worden und besteht nach englischen 
Fachblättern in Folgendem: Das an einem Pilzanker liegende Leuchtschiff B kann 
infolge der wechselnden Windrichtung verschiedene Lagen auf einem etwa Kkreis- 
förmigen Felde annehmen. Um dieses kreisförmige Feld ist auf dem Meeresboden 
ein Kabelring A gelegt, der in der aus der Figur ersichtlichen Weise mit der 
Küste verbunden ist. Auf dem Schiffe ist eine aus mindestens 50 Windungen 
Notizen. 
1) „Sechster Internationaler Geographen-Kongrefs“, London 1895. Dienstag, 30. Juli. C. No. 2, 
„Kurze Auszüge aus den Verhandlungen.“ London, Wm. Clowes and Sons.
	        
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