Buchanan: Die Oceanographie während der letzten zwanzig Jahre. 415
beobachtete Aehnlichkeit zwischen den Ablagerungen von kalkhaltigen Muschel-
felsen und dazwischen gelagerten Massen rvother Erde führten. Sir Wyville
Thomson zu seiner „Aschen-“ oder Lösungs-Theorie. Die Ablagerungen werden
näher betrachtet.
Nach der physikalischen und chemischen Seite werden die Beobachtungen
über Temperatur und Dichtigkeit eingehend besprochen. Die Thermometer, die
auf dem „Challenger“ gebraucht wurden, werden nach ihren Vorzügen und Nach-
theilen betrachtet; die weitere Entwickelung seit der Zeit und die dringendsten
Bedürfnisse der Gegenwart werden behandelt. Beim Salzgehalt werden besonders
die Vorzüge der aräometrischen Methode besprochen. Mit Bezug auf Lothe und
Schleppnetze werden alle Apparate, die auf Reisen nach dem „Challenger“ bis
auf die Gegenwart in Anwendung kamen, wo Beobachtungen von besonderem
Interesse von S. H. dem Fürsten von Monaco auf seinem vollkommen aus-
gerüsteten Schiff, der „Prinzessin Alice“, ausgeführt werden, genau beschrieben,
Ueber die wissenschaftlichen Kreuzfahrten der Jacht „Prinzessin
Alice“,
Von ALBERT, Fürst von. Monaco.
Der Fürst von Monaco würde mit grofsem Vergnügen an dem. Kongrefs
theilgenommen haben, und er-ist nur abwesend; weil er fühlt, dafs die Oceano-
pgraphie besser gefördert wird, wenn er während der kurzen Zeit, worin die ihn
augenblicklich beschäftigenden Untersuchungen im offenen Atlantischen Ocean
möglich sind, in See bleibt.
Die Dampfjacht „Prinzessin Alice“ wurde besonders für oceanographische
Arbeiten gebaut, in der Absicht, die von dem Fürsten auf der Segeljacht „Hiron-
delle“ begonnenen Untersuchungen fortzuführen. Sie ist vollständig ausgerüstet
mit allen Einrichtungen und Apparaten, um in See physikalische, chemische und
biologische Untersuchungen auszuführen. Im den Jahren 1892 und 1893 wurde
wenig ausgerichtet, außer der Erprobung und Vervollkommnung der Hülfsmittel.
Im Jahre 1894 wurde ein sorgfältig erwogener Arbeitsplan im Atlantischen
Ocean zum grofsen Theil durch anhaltend stürmisches Wetter zunichte, aber doch
ein gutes Stück gründlicher Arbeit ausgeführt. Eine Reihe von Beobachtungen
über die Dichtigkeit und den Salzgehalt des Wassers in allen Tiefen wurde durch
Herrn Buchanan in der Nähe der Straße von Gibraltar ausgeführt, welche
frühere Schlüsse von Gwyn Jeffreys und Carpenter über den Kreislauf des
Wassers bestätigten.
Lothungen wurden an Bord nicht mit dem gewöhnlichen einfachen Stahl-
draht gemacht, sondern mit einem Kabel von drei Schlägen, deren jeder wieder
aus drei feinen Stahldrähten besteht. Das Ganze ist nur !/ı0 Zoll (2,5 mm) im
Durchmesser und sehr biegsam.
Versuche mit Bojen, befestigt an zoologischen Sammelfallen, die in tiefem
Wasser auf den Grund versenkt wurden, haben einige werthvolle Aufschlüsse
äber Strömungen gegeben. Sehr wichtige zoologische Entdeckungen wurden‘ mit
Hülfe der Tiefsee-Fallen gemacht, nach dem Princip der Hummertöpfe, und viele
Thiere, die durch den Köder hineingelockt wurden, hätten nie mit dem gewöhn-
lichen Schleppnetz oder Schleppsack beschafft werden können,
Die Vorrichtung ist aus Holz und einem Netzwerk hergestellt, versenkt
und verankert mit vier mit Steinen angefüllten Säcken: im Gewicht von ‚je einem
halben Centner und befestigt an den vier unteren Ecken. Sie hängt zunächst an
einem Tau von 30 Faden (55.m) Länge, verbunden durch einen Wirbel mit einem
Stahldrahtkabel von 4000 Faden (7315 m), zusammengesetzt aus Längen von
250 Faden (457m), die sich leicht an jeder Verbindungsstelle trennen lassen.
Die Vorrichtung wird ganz langsam versenkt, bis sie den Boden. erreicht, das
Kabel an einer der Verbindungsstellen getrennt und das freie Ende an einer Boje
» „Sechster Internationaler .Geographen-Kongrefs“, London :1895. Dienstag, 30. Juli. B, No. 2,
‚Kurze Auszüge aus den Vorträgen.“ London, Wm. Clowes and Sons.