Geikie: Die Forschungsreise des „Challenger“,
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und 200° Gattungen gehören. Zwischen 2000 ünd 2500 Faden wurden etwa
820 Wirbellose und Fische gefunden, die etwa 340 Arten und 250 Gattungen
vertreten. In Tiefen von 1500 bis 2000 Faden, wurden 1250 Wirbellose und
Fische gefangen, die zu etwa 500 Arten und 345 Gattungen gehören. Zwischen
1000 und 1500 Faden wurden rund 2000 gefangen, die etwa 600 Arten und
400 Gattungen vertreten. Eine ähnliche Zahl Wirbelloser und Fische wurde in
Tiefen von 500 bis 1000 Faden gefangen, die zu etwa 710 Arten und 425 Gattungen
gehören. Zwischen 100 und 500 Faden wurden rund 6000 gefangen, die zu
etwa 2050 Arten und 865 Gattungen gehören. In Tiefen unter 100 Faden wurde
eine sehr grofse Menge von Thieren gefangen, die etwa 4400 Arten und
1500 Gattungen vertreten.
Die „Challenger“-Beobachtungen beweisen also, dafs Leben überall auf
dem Meeresboden verbreitet ist. Es ist allerdings richtig, dafs aus den aller-
größten Tiefen noch nichts durch Schleppsack oder Schleppnetz herauf befördert
ist, aber in den Ablagerungen, die aus den unergründlichsten Tiefen herauf-
gebracht wurden, fanden sich Reste von Foraminiferen und Schwämmen, die
allem Anschein nach in diesen Tiefen gelebt hatten. Es ist merkwürdig, dafs
in größeren Tiefen als 1000 Faden, die Zahl der Arten sowohl wie die der
Gattungen im Verhältnifs zur Zahl der gefangenen Thiere selbst grofs ist — es
kam nämlich selten vor, dafs mehr als vier oder fünf Exemplare irgend einer
bestimmten Art bei einem Wurf gefangen wurden. Das steht in entschiedenem
Gegensatz zu der Thatsache, dafs in geringeren Tiefen als 1000 Faden, und
besonders in geringeren Tiefen als 500 Faden, ein einziger Wurf ungeheure
Mengen von Thieren derselben Art liefert. Dann hat man gefunden, dafs einzelne
Würfe in tiefem Wasser eine viel gröfsere Mannigfaltigkeit von Thieren liefern,
als einzelne Würfe in seichtem Wasser. So wurden z. B. an einer Station in
dem Südlichen Ocean in einer Tiefe von 1375 Faden (2515m) 200 Thiere
gefangen, die zu 59 Gattungen und 78 Arten gehörten. Etwas Aehnliches ist in
seichten Gewässern niemals vorgekommen. In der Nordsee, in geringeren Tiefen
als 80 Faden (146 m), war die größte in einem Wurf von den Beamten des
Schottischen Fischerei-Board gefangene Zahl von Arten nur 29. Der Verfasser
erwähnt aber doch, dafs er bei seinen eigenen Schleppzügen an der Westküste
Schottlands in Tiefen zwischen 40 und 100 Faden (73 bis 183 m) bisweilen per
Wurf bis zu 50 Arten gefischt hat.
In den seichteren Bezirken des Meeres wechselt natürlich die Beschaffenheit
der den Meeresboden bedeckenden Stoffe sehr, wegen der ordnenden und ver-
theilenden Wirkung der Strömungen. . An einigen Stellen herrscht Sand vor, an
anderen überwiegen todte Muscheln und Kies, auf unterseeischen Bänken treten
Felsmassen und Felsblöcke auf, während in den Mulden feiner Schlamm und
Lehm vorherrschen. Gewöhnlich hat jede Art Boden seine eigenen besonderen
Sorten Thiere, so daß, obwohl einzelne Schleppnetzwürfe an irgend einer
bestimmten Stelle vielleicht nicht so viele Arten heraufbringen als in tieferem
Wasser, doch die Summe der geringere Tiefen als 50 Faden bewohnenden Gattungen
und Arten gröfser ist als in tieferem Wasser. Die Beschaffenheit des Meeres-
bodens und die physikalischen Verhältnisse werden mit zunehmender Tiefe gleich-
förmiger, bis eine Tiefe erreicht ist, unterhalb deren die Verhältnisse in allen
Theilen der Welt nahezu dieselben sind, und wo die Thierwelt ebenfalls eine
grofse Gleichförmigkeit aufweist. Diese Tiefe wird annähernd durch die 100 Faden-
Knie angezeigt (183 m) und bildet, was Dr. Murray die Schlammlinie nennt. In
rubigem Wasser kann man sie in Tiefen von 5 bis 20 Faden (9 bis 37 m) antreffen;
in der Nordsee findet sie sich in einer Tiefe von 80 Faden (146 m), während sie
gegenüber der Westküste von Schottland bis unter die 100 Faden-Linie (183 m)
hinabgeht. Kurz, die Lage der Schlammlinie wird durch die Vertheilung von
Land und Wasser bestimmt und hängt von der Tiefe und Ausdehnung des Meeres
ab. All die kleinen Theilchen organischer Masse, heruntergewaschen vom Land,
durch Strömungen aus dem seichten Wasser weggeführt oder von abgestorbenen
Meeresorganismen herstammend, kommen schließlich auf dem Boden in tiefem
Wasser zur Ruhe, und besonders gerade bei und eben jenseits der Schlammlinie
— die so die große Weide des Oceans bildet und natürlich voller Leben ist.
Er bemerkt, dafs die meisten in der Nähe jenseits der Schlammlinie lebenden
Thiere keine freischwimmenden Larven haben, ebensowenig wie die Thiere der