ende
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1895.
Ueber einige Abkürzungen bei der numerischen Berechnung der
Temperatur-Koefficienten von Chronometern.
Von Dr. C. STECHERT, Assistent der Deutschen Seewarte.
Es sind bereits in den früheren Jahrgängen dieser Annalen‘) durch Herrn
Admiralitätsrath Prof. Dr. Börgen und durch den Verfasser einige Vereinfachungen
bei der Berechnung der Temperatur-Koefficienten von Chronometern aus den
Resultaten symmetrisch ausgeführter Temperatur - Untersuchungen angegeben
worden; man kann indessen, unter der Voraussetzung, dafs die Mittelwerthe der
Tagestemperaturen während der einzelnen Abschnitte (Dekaden) der Prüfung
sich nur um wenige Zehntheile von bezw.
30°, 25°, 20°, 15°, 10°, 5°
entfernt haben, zu weiteren Kürzungen der numerischen Rechnungen gelangen.
Eine derartige Annäherung an das zu Grunde liegende Prüfungsschema ist aber
in der Praxis mit Hülfe eines gut gebauten Wärmeapparates, und wenn die
Prüfung während der Wintermonate ausgeführt wird, unschwer zu erreichen. Es
ist allerdings zu diesem Zwecke eine sorgfältige Ueberwachung und Regulirung
des Apparates besonders während der letzten Tage jeder Dekade erforderlich,
um die während der ersten Tage etwa vorgekommenen Abweichungen im richtigen
Sinne annähernd auszugleichen. Aufserdem erleichtert der Umstand, dafs jede
der in der ersten Hälfte der Prüfung zur Anwendung gebrachten Temperatur-
ztufen während der letzten Hälfte nochmals wiederholt wird, die Erfüllung der
obigen Voraussetzung, weil schliefslich nur der Mittelwerth beider Dekaden-
temperaturen in Betracht kommt. Um ein aus der Praxis entnommenes Beispiel
zu geben, mögen hier die mittleren Dekadentemperaturen und die symmetrisch
vereinigten Mittelwerthe folgen, welche während der 18. auf der Deutschen Seewarte
abgehaltenen Konkurrenz-Prüfung (1894/95) erlangt worden sind,
L, Dekade + 30,0° Celsius
N + 25,0
+ 19,6
+ 15,1
+ 10,3
+ 5,0
+ 51
+ 9,9
+15,1
+ 20,5
+25,0
+ 29,8
+29,9
+ 25,0
+ 20,0
+151
+ 10,1
4 5,0
-
Man erkennt also, dafs hier trotz der während des letzten Winters recht
bedeutenden Schwankungen der Aufsentemperatur die zuletzt angegebenen Mittel-
werthe sich um höchstens 0,1° von den beabsichtigten Normaltemperaturen
entfernen.
Bevor das erwähnte abgekürzte Rechnungsverfahren dargelegt wird, möge
hier zunächst der folgende Satz, von welchem wir später Gebrauch machen
wollen, bewiesen werden, Wenn in einem nach der Methode der kleinsten
Quadrate anfzulösenden System von Gleichungen
ax + b,y-+e,z=n,;
a,xXx + b,y + c,z= m,
ax + b,y+co,z=n,
a,X + bye, z=n,
ax -+ b;y-+c,z=z;
aaX + bay LH e:Z2= D46
zl. „Annalen der Hydrographie ete.“, Jahre. 1883, S. 401, und 1891, 8. 310.