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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Ann. d. Hydr. ete., XXI Jahrg. (1895), Heft X. 
zZ vB 
Ueber die Ansegelung von Paranaguä. 
Von Kapt, H. HANssen, Führer des Dampfers „Pelotas“, 
Die Ansegelung von Paranagud bietet keine Schwierigkeit, da man am 
Tage die Insel Figueira in der Form einer Feige und Conxas-Spitze-Feuerthurm 
in weiter Ferne leicht erkennen kann; bei Nacht hat man das Feuer von Boma- 
brigo und von der Conxas-Spitze als gute Peilobjekte, jedoch sollte man vor der 
Einsegelung sich dem Lande nicht mehr nähern als in 7 Faden (12,8 m) Wasser, 
auch halte ich das Einlaufen bei Nacht nicht ıür rathsam. 
Am Tage halte man die Stange, auf welcher das rothe Feuer brennt, also 
die NO-Spitze des weißen Forts auf Ilha do Mel, eben frei von Conxas-Spitze, 
bis Galheta-Insel mw. W!/S peilt in 5° Faden (9,1 m) Wassertiefe, dann halte 
man %4 Strich nördlicher mw. NNW!/W, so dafs man die Conxas-Spitze in ’/s Sm 
Abstand passirt, um das von der Nordspitze abliegende Wrack und die Felsen 
zu vermeiden. (Das Wrack stammt von einem auf die erwähnten Felsen gelaufenen 
brasilianischen Dampfer und ist meistens eben über der Oberfläche des Meeres 
zu sehen.) Auf diese Weise passirt man das auf der Südwestseite der Barre 
liegende Wrack einer mit Kohlen beladenen norwegischen Bark an B-B. in zwei 
Schiffslängen Abstand. | 
Das Wrack mit zwei Masten liegt in folgender Peilung: Galheta-Insel mw. 
SWzW!/W und Insel Palmas mw. NW. 
Nachdem man die Conxas-Spitze passirt hat, wo der Lootse gewöhnlich 
erst an Bord kommt, steuere man auf die beim Fort liegende rothe Boje zu, 
passire dieselbe zu Osten in einer Entfernung von 30 Faden (55 m), dann steuere 
man gut frei von der Bixo-Spitze und längs der Ilha do Mel in einer Entfernung 
von Ya Sm; man hüte sich namentlich bei der Mitte der Insel bei Ponta do 
Hospital, sich dem Lande zu sehr zu nähern. Da mufs man stoppen, um den 
Zollbeamten an Bord zu nehmen. Dann halte man !/z Sm südlich von der Insel 
Cobras, leicht kenntlich an den gelben Häusern (Gelbfieberhospital und Quaran- 
tänestation von Paranagud), gut frei von Morro do Cotinga und ankere quer ab 
von Paranagud in einer entsprechenden Wassertiefe. 
Alle Untiefen sind hier mit Stange und Flagge (balizar) bezeichnet, 
Wenn man Galheta-Insel in Linie mit Morro Morumbis hat, ist man recht 
auf der Barre. 
Bis zu 19 Fuß (5,8 m) Tiefgang kann man bei gutem Wetter drei Stunden 
vor Hochwasser sicher über die Barre gehen, auf meiner letzten Reise mit dem 
„Pelotas“ lothete ich vier Stunden vor Hochwasser 20 Fufs (6,1 m) Wasser, 
Hochwasser auf der Barre ist nach meinen Beobachtungen bei Voll- und 
Neumond um 12 Uhr. 
Die Einsegelung durch den Nord-Kanal ist Bixo-Spitze in Linie mit dem 
gelben Hospital auf der Insel Cobras. Es ist in diesem Kanal ein Fuß Wasser 
mehr wie im Süd-Kanal, jedoch sind die Einsegelungsmarken schwer und bei 
Regenwetter gar nicht zu erkennen, auch ist im Nord-Kanal mehr Seegang; er 
wird deshalb auch nur wenig benutzt, so viel ich weiß, nur von den Lloyd 
Brazileiro-Dampfern. 
Von den beiden in den Karten gezeichneten Barre-Bojen existirte während 
der letzten zwei Jahre keine einzige. 
Während einer meiner Reisen im Dezember 1894 hatten wir stürmische 
Winde von Süden und eine sehr hohe See; an ein Anbordkommen des Lootsen 
mit seinem Kanoe aufserhalb der Barre war nicht zu denken, denn die ganze 
Barre war eine Reihe von Brechern. Da aber der „Pelotas“ nur einen Tiefgang 
von 15'/ Fufs (4,7 m) hatte, so dampfte ich nach den erwähnten Anweisungen 
über die Barre ohne auch nur ein einziges Mal zu stoßen und soviel ich bemerken 
konnte, waren auf diesen Peilungen die niedrigsten Brecher zu sehen, also auch 
jedenfalls das tiefste Wasser, 
Ann. d. Hvär. ete., 1395. Haft X.
	        
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