Darmer: Beständige Petroleumfeuer.
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Nach den angestellten Brennversuchen verbraucht die Lampe in der Stunde
52 g russisches (Nobel-) Petroleum. Bei einem Preise von 24 Mark für 100 kg
betragen also die Kosten für die Dauer einer Brennstunde 1,25 Pfennig. HEin
Docht, welcher für 6 bis 8 Wochen ausreicht, kostet 15 Pfennig.
Leuchtfeuer nach schwedischem System haben drei in den letzten Jahren
an den deutschen Küsten oder in deutschen Binnengewässern Verwendung ge:
funden. Im Jahre 1892 ist ein solches Feuer auf Stubbenkammer und im Jahre 1894
eins für die Einfahrt in den Gellen bei Barhöft — beide im Regierungsbezirk
Stralsund — und ein zweites am KEingange in die Oder bei der Königsfahrt
Regierungsbezirk Stettin — aufgestellt worden.
Ueber das Feuer auf Stubbenkammer ist zeitweise geklagt worden, auch
sind daselbst einige Betriebsstörungen vorgekommen. Das Feuer an der Königs-
fahrt, welches von Grabow, dem Sitze der Wasser-Bauinspektion, aus bedient
wurde, brannte in erster Zeit gut, nachdem einige im Anfange auftretende Uebel-
stände beseitigt waren.
Im Monat September 1894 erfolgte jedoch eine Explosion, deren Folge ein
Abbrennen der ganzen Bake wurde. Nach einer Mittheilung des Herrn Maschinen-
Inspektors Truhlsen, des Leiters der Versuchsstation für Leuchtfeuer in
Grabow a. O., ist der Brand dem Zerspringen des Lampencylinders zuzuschreiben.
Reinigungs- und Putzmaterial ist durch abgefallene Funken erfafst und entzündet
und so der Brand herbeigeführt worden. Durch die Beschaffung von Cylindern
aus Glimmerschiefer hofft man, ähnlichen Vorkommnissen vorbeugen zu können.
Zweckmäfsig ist es, wie dies Vorkommnifs beweist, die Betriebs- und Putz-
materialien nicht im Leuchtfeuerraum, sondern getrennt von diesem in einem
besonderen Raum aufzubewahren. In Schweden steht gewöhnlich neben dem
weißen Laternenhause eine zweite kleine roth angestrichene Bude, worin die
Reinigungs- und Betriebsmaterialien aufbewahrt werden.
Beständige Feuer französischer Konstruktion, welche mit gewöhnlichem Mineralöl
gespeist werden.
(Tafel 1, Fig. 7 bis 10.)
Der Chef-Ingenieur des Leuchtfeuerwesens in Frankreich, Bourdelles,
hat unter der Direktion des Generalinspektors Emile Bernard, des Direktors des
Leuchtfeuerwesens, das System der beständigen Feuer erdacht und unter Mit-
wirkung des Ingenieurs Fricero, vom Wege- und Brückenbau, bis zur jetzigen
Höhe vervollkommnet.
Schon im Jahre 1889 hatte die Abtheilung des Leuchtfeuerwesens im
Ministerium der öffentlichen Arbeiten auf der Weltausstellung zu Paris ein be-
ständiges, mit Gasolin gespeistes Feuer ausgestellt, welches ohne Wartung zwei
Monate lang brannte. Dieses Feuer ist später auf dem Thurm von Lavardin an
der Küste bei La Rochelle aufgestellt worden und hat dort seit Jahren mit gutem
Erfolge gebrannt.
Wegen der Feuergefährlichkeit des Gasolins war man bemüht, dieses durch
gewöhnliches Mineralöl zu ersetzen, und schliefslich gelang auch dies. Man ist
jetzt so weit, dafs beständige Feuer, ohne die Lampen zu bedienen, mehr als drei
Monate lang brannten. So hat der Apparat auf der Insel Harbour (Cötes du
Nord), dessen Wartung früher drei Wärter erforderte, 98 aufeinander folgende
Tage und Nächte ohne Wartung gebrannt. Niemals während des strengen Winters
und des heißen Sommers im Jahre 1892 haben das Gefrieren oder Beschlagen
der Gläser oder andere Hindernisse die Beleuchtung ernstlich beeinflufst. Man
sollte aber dennoch nicht auf eine längere Brenndauer als zwei Monate rechnen
und auch bei dieser das Feuer wenigstens alle Monate einmal besuchen.
Im Jahre 1592 besuchte im Auftrage der Königlich Preufsischen Regierung
der Hafen-Bauinspektor Wilhelms aus Neufahrwasser die Ausstellung in Chicago.
Er fand dort die nachstehend beschriebenen Apparate für beständige Feuer und
hat meines Wissens zuerst auf dieselben und auf die grofsen Fortschritte des
französischen Leuchtfeuerwesens in Deutschland aufmerksam gemacht. Aussteller
in Chicago waren das französische Ministerium und die Firma F. Barbier & Co,
Der Ausstellung des Ministeriums waren Druckschriften über die im Elektricitäts-
gebäude ‚durch die Leuchtfeuer- Verwaltung ausgestellten Beleuchtungsapparate