312 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1895.
Färder komme, hoffe ich, solche Untersuchungen anstellen zu können, Die Er-
klärung des Echos mag für die Kenntnifs der Fortpflanzung der Schallwellen in
der Atmosphäre von eingreifender Bedeutung werden.
Unter ungünstigen Umständen mag die Hörweite von einem Schallsignal
bis zu einem Bruchtheil von einer Seemeile herabgehen, und mit dieser That-
sache vor den Augen fragt man sich, wie oft müssen zwei einander im Nebel
oder diekem Wetter begegnende Dampfschiffe die Pfeife hören lassen, damit die
Zwischenzeit zwischen zwei Signalen kurz genug wird, um Warnung zu geben,
ehe Zusammenstofs stattfindet.
Die Antwort ist: Die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Signalen
mufs kürzer sein als die Zeit, in welcher die gegenseitige Annäherung der Schiffe
gleich der Hörweite ist. MNähern sich die Schiffe einander (Summe der
Geschwindigkeiten) um y Seemeilen in der Stunde, und ist die Hörweite X See-
meilen, so wird die untere Grenze für den Zeitintervall zwischen den Signalen
3600 « X Sekunden
12 Knoten
16
20
24
40 -
NE
Intervall
0,25 Sm 75 Sekunden
0,25 561
0,25 » 45
0,25 837,5
0,25 22,5
Unter extremen Umständen wird es also räthlich, jede 20 bis 30 Sekunden
zu signalisiren, das heilst, fast ununterbrochen die Pfeife tönen zu lassen.
Die Anwendung der Formeln für die Hörweite auf den Donner, für welche
ich einige Vorbereitungen gemacht hatte, kann ich jetzt hier unterlassen, indem
ich zu meiner Freude gesehen habe, dafs Herr Dr. Meinardus diese Frage in
einer interessanten Abhandlung „Ueber das Wetterleuchten‘“ in der „Meteoro-
logischen Zeitschrift“ für Januar 1895 zur Behandlung aufgenommen hat, und
zwar in voller Uebereinstimmung mit dem Plane, den ich mir vorgesetzt hatte.
Notizen.
Von der Bass-Strafse nach Newcastle N. S. W. Ueber seine
letzte Fahrt auf dieser Strecke bemerkt Kapt. H. Külsen von der Bark „See-
stern“ das Folgende: Am 8. Juli 1894, dem 44. Tage unserer Reise von Santos,
gelangten wir an den Eingang der Bass-Straße. Hier wurden wir noch mehrere
Tage durch leichte östliche Winde aufgehalten, welche uns zu kreuzen nöthigten.
Am 12, Juli kam endlich Kap Howe in Sicht. Wir segelten dann mit westlichen,
zuletzt stürmischen Winden nach Norden, wobei wir uns nach Möglichkeit in
der Nähe der Küste hielten. Am Morgen des 14. Juli sichteten wir dann das
Feuer von Newcastle und kamen am Nachmittage mit Hülfe eines Schleppers in
den Hafen. Unser Verfahren, dafs wir uns von vorn herein nahe der Küste
hielten, erwies sich als sehr vortheilhaft. Zwei Schiffe, welche zur selben Zeit mit
ans in der Bass-Strafse waren und die jene Vorsicht nicht anwandten, wurden
durch den Sturm aus Westen weit landabwärts vertrieben und kamen infolge-
dessen erst 14 Tage nach uns in Newcastle an.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat August 1895.
Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
S. M. Schiffe und Fahrzeuge:
Kommandant Korv.-Kapt. Stiege. Geführt in der Nord-
nnd
„Kaiseradler‘,
Ostsee.