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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1895. 
Der Rotator besteht aus einem die Blenden tragenden Drahtgestell, 
welches, durch eine Luftturbine getrieben, um den Linsenapparat rotirt. Als 
treibende Kraft dient die Flamme der Lampe, welche die Luft erwärmt und 
einen stetig nach oben steigenden Luftstrom erzeugt. Die einzelnen Theile des 
Rotators sind: der Untersatz A, die Linse B, der Blecheylinder 0, die Turbine 
D D‘. der Blendenträger E und die Blenden F. 
Der Untersatz A besteht aus einer Platte mit drei Füßen, welche den 
Linsenapparat trägt und in der Mitte eine Oeffnung zur Eiuführung der Lampe 
hat. Der Linsenapparat ist eine Fresnel’sche Linsentrommel 6. Ordnung oder 
ein Theil einer solchen. 
Auf der Linse B ist der Blecheylinder C befestigt, Derselbe trägt das 
in seinem oberen Theile befestigte Leitschaufelrad D der Turbine, welches in 
der Mitte die Spurpfanne für den Drehzapfen des Blendenträgers sowie den mit 
der Spitze nach unten gerichteten Blechkegel G trägt. Dieser Kegel bewirkt, daß 
die dem Lampencylinder entströmenden Verbrennungsgase nicht den mittleren, 
unwirksamen Theil des Leitschaufelrades treffen und dadurch störende Wirbelungen 
hervorrufen, sondern direkt in die Leitschaufeln geführt werden. In geringer 
Entfernung über dem Leitschaufelrade befindet sich das um den Zapfen H dreh- 
bare Turbinenrad D. Die Schaufeln beider Räder sind in entgegengesetzter 
Richtung um 45° gegen den Horizont geneigt, so dafs die aus dem Cylinder C 
nach oben durch die Leitschaufeln abströmende erwärmte Luft senkrecht gegen 
die Turbinenschaufeln trifft und dadurch das Turbinenrad in ständiger Rotation 
erhält. Die Schaufelräder sind in der Weise hergestellt, dafs eine runde Blech- 
scheibe durch eine Anzahl radialer Schnitte, welche in gleichen Abständen aus- 
zeführt sind, in einzelne Dreiecke zerlegt ist, die jedoch in der Mitte noch zu- 
sammenhängen. Diese Dreiecke sind dann um 45° gedreht und das Ganze in 
einen Blechring eingelöthet. 
Der Drehzapfen H ist ein in der Mitte des Turbinenrades eingeschraubter 
Stahlstift. Die Spitze des Zapfens läuft auf einem hohlgeschliffenen Achat, der 
in eine Doppelschale lose eingelegt ist, welche bis zur Hälfte mit Talg, im Winter 
nit Baumöl angefüllt. wird. Der Achat ist auf beiden Seiten hohl geschliffen. 
Wenn die eine Seite abgenutzt oder beschädigt ist, kann die andere als Lauf- 
fläche benutzt werden, 
Der mit dem Turbinenrade um den Zapfen H rotirende Blendenträger E 
besteht aus einem leichten Drahtgestell, das in der Höhe der Linse die Blenden F 
'rägt, welche aus farbigem Glase oder aus schwachen Metallplatten bestehen. Es 
lassen sich durch das Einsetzen verschiedenfarbiger oder verdunkelnder Scheiben 
in den Rotator oder durch das Davorstellen von Schirmen in einiger Entfernung 
die Feuer zu verschiedenster Charakteristik und grofser Mannigfaltigkeit zu- 
sammenstellen. 
Die Lampe besteht aus dem Brenner I, dem Oelbehälter K mit der Sturz- 
flasche L und dem Verbindungsrohr M mit dem Hahn N. 
Der Brenner mit Runddocht von 30 mm äufserem Durchmesser und 5 mm 
Dicke ist auf einem | | förmigen Bleche aufgeschraubt, welches unter der 
Deffnung in der Platte A befestigt ist. Hier befindet sich auch die Luftzuführung 
und die Verschraubung für das Verbindungsrohr M. 
Der Docht ist aus zwei übereinander geschobenen einzelnen Dochten her- 
gestellt, wodurch ein geringeres Verkohlen des Dochtes bezweckt werden soll, 
Der Brenner hat reichliche Luftzufuhr. 
Der Oelbehälter K ist eylindrisch und oben offen; am Boden befindet 
sich eine Verschraubung für das Verbindungsrohr. Auf dem Rande des Oel- 
behälters wird die Sturzflasche aufgesetzt, deren Ventil sich beim Aufsetzen selbst- 
thätig öffnet, so dafs das Oel aus derselben ausfliefsen kann, sobald das Niveau 
anter den Rand der Ausflufßsöffnung sinkt. Es bildet sich also in dem Behälter 
ein konstantes Niveau in der Höhe der Ausflulsöffnung. Die Größe der Sturz- 
flasche ist so bemessen, dafs die Flamme auf eine Woche ausreichend mit Oel 
versehen ist. Also für gewöhnlich nur einmal in der Woche besorgt ein Wärter 
die Nachfüllung und das Reinigen der Lampen und Laternen. 
Als Brennmaterial wird russisches Petroleum (Naphtha) empfohlen. 
Der Beleuchtungsapparat für 90° Beleuchtungswinkel kostet 350 Mark, für 
einen größeren Winkel entsprechend mehr, bis zu 500 Mark für den ganzen 
Umfang. 
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