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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

356 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1895, 
yezogenen Isodynamen, welche Punkte gleicher magnetischer Kraft verbinden, 
zeben ein Bild von der Stärke und Vertheilung der Kraft H‘. 
Nachdem die ersten an der Platte „E“ gemachten Beobachtungen (Tab. 1, 
Fig. 1 bis 3) eingetragen waren, und sich ihre Unzulänglichkeit für den vor- 
liegenden Zweck herausgestellt hatte, wurde die Platte in meridionaler Richtung 
in Quadrate von */» m Seite eingetheilt, um darauf die Beobachtungen von vorn 
zu wiederholen, Inzwischen waren jedoch Arbeiter eingetroffen, hatten die Platte 
um 180° in horizontaler Richtung gedreht, um von der Seite A B einen Streifen 
Metall von etwa 10 mm Dicke und 200 mm Länge mittels Handmeilfsel abzu- 
stemmen. An dieser mühsamen und langwierigen Arbeit hatten zehn Mann bei 
zehnstündiger Arbeitszeit 14 Tage lang zu thun, da die besonders zu diesem Zweck 
aus gehärtetem Nickelstahl hergestellten Hartmeifsel nur selten hielten und zu 
oft sprangen und unbrauchbar wurden. Diese Bearbeitung erschütterte die Panzer- 
platte derart, dafs diese stark vibrirte. Besonders waren die mit dem Zuschlag- 
hammer geführten wuchtigen Schläge gleich dumpfem Glockenklang weithin 
hörbar. Die Annahme lag deshalb nahe, dafs durch eine derartige Erschütterung 
ein Verlust von etwa bereits vorhandenem permanenten Magnetismus eintreten 
oder neuer Magnetismus inducirt werden könnte. 
Nachdem die Arbeit beendet, wurden die Beobachtungen nach dem Arbeits- 
plan (Fig. 4) angestellt und ausgeführt. 
Nach Abschluß der ersten Reihe dieser Beobachtungen trafen im Sep- 
tember 1894 Panzerplatten für die Thürme S. M. S. „Odin“ ein, die zu beiden 
Seiten der Helling II auf Holzunterklotzung gelagert wurden. Zwei von den 
übrigen getrennt an der Nordseite der Helling liegende Platten eigneten sich 
besonders zur Untersuchung, und ist ihre Lage nahe bei einander aus dem Arbeits- 
plan (Fig. 7) ersichtlich. 
Die Beobachtungen wurden in derselben Weise wie bisher unternommen 
und eingetragen. Die Beobachtungsquadrate sind dadurch vervielfältigt worden, 
dafs bei der kleinen Thurmplatte solche von 300 mm, bei der Traverse (Fig. 10) 
solche von 400 mm Seite konstruirt wurden. Aufserdem wurden einzelne nach- 
trägliche Beobachtungen dort, wo es wünschenswerth erschien, eingeschoben; 
auch sind zur Vervollständigung Beobachtungen außerhalb der Platten und 
zwischen denselben vorgenommen worden. 
Die Richtung der Kraftlinien in Figur 2 läßt sich wegen des geringen 
Beobachtungsmaterials nicht vollständig darstellen, sondern nur andeuten. KEin 
Vergleich der Figur 2 mit Figur 5 läfst jedoch erkennen, dafßs ausgesprochene 
Abweichungen gröfseren Umfanges trotz entgegengesetzter Lage der Platte und 
deren stattgehabter Erschütterung nicht wahrzunehmen sind. 
Aus der Vergleichung der Figuren 3 und 6 läfst sich zunächst ein Einflufs 
der Bearbeitung darin erkennen, dafs die Platte dadurch an magnetischer Kraft 
durchweg zugenommen hat. Auch in der Vertheilung scheint eine Aenderung 
aingetreten zu sein, soweit dies aus der Zahl der Beobachtungen zu schließen, 
möglich ist. Daraus ist zu entnehmen, daß eine magnetische Induktion, durch 
Erschütterung in entgegengesetzter Lage hervorgebracht, stattgefunden haben wird. 
Ein wesentlich anderes Bild giebt die Thurmplatte „T,“ (Fig. 8), die nur 
1,6 m von der gröfßseren 100mm -Traverse entfernt liegt. Der magnetische 
Charakter dieser Thurmplatte ist durch vier starke magnetische Pole nahe den 
Ecken deutlich ausgeprägt, von denen die stärkeren an der rechten Seite durch 
die dichteren Kraftlinien schon äufserlich sich bemerkbar machen. Da ferner 
diese Platte in der Mitschiffslinie mit ihrem oberen Ende 2,40 m von dem Kompals 
der vorderen Kommandobrücke zu stehen kommt, von dessen Rose sie 0,850 m 
horizontal dahinter und 2,15 m vertikal darunter entfernt ist, so wird ihr Einflufs 
sich wohl bemerkbar machen, 
Die Isodynamen dieser Platte (Fig. 9) laufen koncentrisch fast gleichmäfsig 
von der Mitte aus. An der rechten Plattenseite sowie oben und unten hat H‘ 
beträchtliche Werthe, deren gröfster 7,47 mit einer Ecke zusammenfällt. Nahe 
derselben befindet sich eine kleine Stelle, wo H‘ auf 0,87 sinkt. 
Bei der 100 mm-Traverse (Fig. 11) ist die Vertheilung und Lage der 
Kraftlinien ähnlich derjenigen der Platte „E“ vom Breitseitpanzer vor und nach 
deren Bearbeitung (Fig. 2 und 5), so daß diese Platten nicht die Merkmale eines 
Magnets aufweisen, wie dies in doppelter Art bei der Platte „T,“ der Fall ist.
	        
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