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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Aus dem neuesten Segelhandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra, 
27 
Segelschiffe. 
Längs der Westküste nach Norden und umgekehrt. Nach dem, 
was bereits in den allgemeinen Anweisungen mitgetheilt ist, giebt es für Segel- 
schiffe nicht viel mehr zu bemerken. Die Reise nach Norden sowohl wie die 
nach Süden ist in allen Jahreszeiten langweilig infolge der vielen Stillen. Es 
wird übrigens fast immer schwieriger sein, nach Norden zu kommen als um- 
gekehrt, wegen der vielen Strömungen nach SO, die man sogar bei und nach 
güdlichem Wind erwarten kann. 
Januar und Februar eignen sich noch am besten, um Nord zu holen, 
während man im September, Oktober und November oft genöthigt sein wird, 
sehr weit vom Lande ab zu stehen, um nur eine kleine Distanz zu gewinnen. 
Wärend dieser Monate‘ wird man beim Versuche, unter Land aufzuarbeiten, oft 
finden, dafs man mehr rückwärts als vorwärts gegangen ist. 
Auf der Höhe von Huk Radja (Tekoe) wird die Reise minder beschwer- 
lich, und es giebt wenige Tage, wo man nicht wenigstens etwas voran kommt. 
Ein Vortheil der Küste zwischen Rangas und Huk Radja (Tekoe) ist, dalßs man 
da überall Ankergrund bei der Küste findet und bei Gegenwind und Gegenstrom 
zu Anker eine günstigere Gelegenheit abwarten kann. 
Beständige Petroleumfeuer. 
Von Korv.-Kapt. z. D. DARMER, Küstenbezirks-Inspektor für Ost- und Westpreufsen, 
(Hierzu Tafel 1.) 
Das System beständiger, öhne Wartung brennender Petroleumfeuer von 
langer Brenndauer ist auch seit Kurzem bei einigen Feuern an der pommerschen 
Küste in Deutschland eingeführt worden. Zur Zeit ist man bemüht, es weiter 
auszubilden und von den bisher hekannten Konstruktionen solcher Leuchtapparate 
die zweckmäfsigsten auszuwählen. 
Diese Feuer scheinen besonders geeignet zur Beleuchtung von Molen und 
Leuchtbaken, welche bei schlechtem Wetter unzugänglich sind. Desgleichen 
werden sie voraussichtlich Verwendung finden zur Kennzeichnung von Gefahren 
in Küstengewässern, die zum Bau eines Leuchtthurmes und Unterhaltung eines 
gröfseren Feuers nicht wichtig genug sind und. vielleicht als Leitfeuer in engen, 
gegen Seegang geschützten Durchfahrten. 
In Schweden haben. die beständigen Feuer bereits eine größere Verbreitung 
in den zwischen den Scheeren durchführenden Fahrwassern gefunden. Sie sind 
dort meistens an der Aufsenseite eines Hauses oder einer kleinen Bretter- oder 
Wellblechbude so angebracht, dafs die Lampen sich auf einer Gleitbahn in das 
Innere des Raumes hineinziehen Jassen, damit die Laternenscheiben und .die 
Lampen selbst bequem gereinigt werden können. 
Zu leugnen ist freilich nicht, .dafs die beständigen, wie alle nicht bewachten 
Feuer dem Seefahrer nicht volle Sicherheit gewähren können. Da sie jedoch 
mit sehr geringen Kosten herzustellen und zu unterhalten sind, .so kann trotz 
dieses Mangels eine allgemeinere Verwendung auch in Deutschland nicht zweifel- 
haft sein. Benutzt man doch ohne grofßse Bedenken an passenden Stellen Leucht- 
tonnen, welche keineswegs gröfsere Garantien für sicheres Brennen bieten, aber 
noch bei Seegang leicht von ihrer Verankerung losgerissen werden und ver- 
treiben können. 
Die Fahrten bei Nacht, welche bei der sich immer mehr und mehr ent- 
wickelnden Dampfschiffahrt auch in den weniger besuchten Gewässern nach und 
nach nothwendig werden, werden die Einführung beständiger Feuer voraussichtlich 
wesentlich fördern. Und auf diesem Gebiet ist noch Vieles in Deutschland zu thun. 
Mit grofser Wahrscheinlichkeit ist demnach meines Erachtens die Aufstellung 
beständiger Petroleumfeuer in der Nordsee im Emsgebiet, in der Weser zwischen 
Bremen und Bremerhaven, in den schiffbaren Nebenflüssen der Unterelbe, in der
	        
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