Aus dem neuesten Segelhandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra,
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Segelschiffe.
Längs der Westküste nach Norden und umgekehrt. Nach dem,
was bereits in den allgemeinen Anweisungen mitgetheilt ist, giebt es für Segel-
schiffe nicht viel mehr zu bemerken. Die Reise nach Norden sowohl wie die
nach Süden ist in allen Jahreszeiten langweilig infolge der vielen Stillen. Es
wird übrigens fast immer schwieriger sein, nach Norden zu kommen als um-
gekehrt, wegen der vielen Strömungen nach SO, die man sogar bei und nach
güdlichem Wind erwarten kann.
Januar und Februar eignen sich noch am besten, um Nord zu holen,
während man im September, Oktober und November oft genöthigt sein wird,
sehr weit vom Lande ab zu stehen, um nur eine kleine Distanz zu gewinnen.
Wärend dieser Monate‘ wird man beim Versuche, unter Land aufzuarbeiten, oft
finden, dafs man mehr rückwärts als vorwärts gegangen ist.
Auf der Höhe von Huk Radja (Tekoe) wird die Reise minder beschwer-
lich, und es giebt wenige Tage, wo man nicht wenigstens etwas voran kommt.
Ein Vortheil der Küste zwischen Rangas und Huk Radja (Tekoe) ist, dalßs man
da überall Ankergrund bei der Küste findet und bei Gegenwind und Gegenstrom
zu Anker eine günstigere Gelegenheit abwarten kann.
Beständige Petroleumfeuer.
Von Korv.-Kapt. z. D. DARMER, Küstenbezirks-Inspektor für Ost- und Westpreufsen,
(Hierzu Tafel 1.)
Das System beständiger, öhne Wartung brennender Petroleumfeuer von
langer Brenndauer ist auch seit Kurzem bei einigen Feuern an der pommerschen
Küste in Deutschland eingeführt worden. Zur Zeit ist man bemüht, es weiter
auszubilden und von den bisher hekannten Konstruktionen solcher Leuchtapparate
die zweckmäfsigsten auszuwählen.
Diese Feuer scheinen besonders geeignet zur Beleuchtung von Molen und
Leuchtbaken, welche bei schlechtem Wetter unzugänglich sind. Desgleichen
werden sie voraussichtlich Verwendung finden zur Kennzeichnung von Gefahren
in Küstengewässern, die zum Bau eines Leuchtthurmes und Unterhaltung eines
gröfseren Feuers nicht wichtig genug sind und. vielleicht als Leitfeuer in engen,
gegen Seegang geschützten Durchfahrten.
In Schweden haben. die beständigen Feuer bereits eine größere Verbreitung
in den zwischen den Scheeren durchführenden Fahrwassern gefunden. Sie sind
dort meistens an der Aufsenseite eines Hauses oder einer kleinen Bretter- oder
Wellblechbude so angebracht, dafs die Lampen sich auf einer Gleitbahn in das
Innere des Raumes hineinziehen Jassen, damit die Laternenscheiben und .die
Lampen selbst bequem gereinigt werden können.
Zu leugnen ist freilich nicht, .dafs die beständigen, wie alle nicht bewachten
Feuer dem Seefahrer nicht volle Sicherheit gewähren können. Da sie jedoch
mit sehr geringen Kosten herzustellen und zu unterhalten sind, .so kann trotz
dieses Mangels eine allgemeinere Verwendung auch in Deutschland nicht zweifel-
haft sein. Benutzt man doch ohne grofßse Bedenken an passenden Stellen Leucht-
tonnen, welche keineswegs gröfsere Garantien für sicheres Brennen bieten, aber
noch bei Seegang leicht von ihrer Verankerung losgerissen werden und ver-
treiben können.
Die Fahrten bei Nacht, welche bei der sich immer mehr und mehr ent-
wickelnden Dampfschiffahrt auch in den weniger besuchten Gewässern nach und
nach nothwendig werden, werden die Einführung beständiger Feuer voraussichtlich
wesentlich fördern. Und auf diesem Gebiet ist noch Vieles in Deutschland zu thun.
Mit grofser Wahrscheinlichkeit ist demnach meines Erachtens die Aufstellung
beständiger Petroleumfeuer in der Nordsee im Emsgebiet, in der Weser zwischen
Bremen und Bremerhaven, in den schiffbaren Nebenflüssen der Unterelbe, in der