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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1895.
„Handbuch der Oceanographie“, dessen zwei Bände von v. Boguslawski und
Krümmel vor nunmehr 11 bezügl. 8 Jahren verfalst sind, enthält; auch die An-
ordnung des Stoffes ist ganz die gleiche, so dafs man auf den Gedanken kommen
kann, dafs das Kayser’sche Werk in seiner Anlage diesem neuesten zum Vor-
bilde gedient habe, was sicherlich kein Tadel wäre.
Mit besonderer Ausführlichkeit und Umsicht sind die Kapitel von den
Windwellen — wobei auch der wellenberuhigenden Wirkung des Oeles gedacht
wird — und von den Gezeiten bearbeitet; in der Frage von der Ursache der
Meeresströmungen schliefst er sich im Wesentlichen Mühry an, welcher aus den
thermischen Unterschieden der einzelnen Meereszonen in Verbindung mit der
Rotation der Erde die horizontalen Wasserbewegungen ableitete. Die genaue
Beschreibung des Golfstromes, welche den Schlufs bildet, mufs als ein Meister-
stück der Darstellungskunst gelten; die amerikanischen Vermessungen, Peter-
mann’s Studien u. a. m. sind getreulich benutzt.
Naturgemäfs steht Kayser bei Alledem sehr vielfach auf dem Boden der
Maury’schen Anschauungen, wie denn Maury der Epoche vor dem „Challenger“
seine unverwischbare Signatur aufgedrückt hat, und Kayser spricht es selbst
aus, welche Fülle von Anregungen er aus Maury’s „Physical geography of the
sea“ geschöpft habe. Kayser’s „Physik des Meeres“ ist aber durchaus keine
Uebersetzung des Maury’schen Werkes, auch nicht eine freie Bearbeitung des-
selben, sondern eine durchaus selbständige erste Darstellung der neuen Oceano-
graphie in deutscher Sprache, und das mag jetzt bei seinem Tode doch wieder
hervorgehoben sein.
Es ist selbstverständlich, dafs dies Werk heutzutage in den meisten Theilen
sehr stark veraltet ist, es ist aber ebenso selbstverständlich, dafs eine kritische
Besprechung seines Inhaltes nicht am Platze sein würde.
Der Verfasser hat selbst, nachdem in den siebziger Jahren die grofsen
Tiefsee-Expeditionen vor sich gegangen waren, den Wunsch gehabt, eine zweite
Auflage seines verdienstvollen Werkes herauszugeben und zu dem Zwecke im
Dezember des Jahres 1880 längere Zeit an der Deutschen Seewarte studirt, hat
aber später!) die Absicht aufgegeben, da er zu der Ueberzeugung gelangte, dals
für ihn bei seinen auf wesentlich anderem Gebiete liegenden Berufspflichten eine
Beherrschung des unterdessen mächtig angeschwollenen Materials kaum noch
möglich sein werde.
Er war in Paderborn am 1. Oktober 1826 geboren.
In der Reihe derjenigen Männer in Deutschland, die der Meereskunde ein
wirklich thätiges Interesse entgegengebracht haben, darf er jedenfalls einen ehren-
vollen Platz einnehmen.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat Juli 1895.
Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
S, M. Schiffe und Fahrzeuge:
„Alezandrine‘“, Kommandanten Kapts. z. S. von Frantzius und Schmidt,
Korv.-Kapts. Galster und Schmidt. Geführt in ostafrikanischen, südamerika-
nischen und ostasiatischen Gewässern.
2. Von Kauffahrteischiffen.
a. Segelschiffe:
1. Hamburger Bark „Pestalozzi“, Kapt. J. E. Jensen. 195° S-Br in
36° W-Lg—Valparaiso, 26/12 1894—1/2 1895, 37 Tage. Iquique—Lizard, 6/3—
14/6 1895, 100 Tage.
ln
Als Provinzial-Schulrath von Westpreufsen (Danzig).