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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

322 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1895. 
aufgegeben und die Aufzeichnungen auf die regelmäfsig zweimal täglich zu er- 
folgenden Ablesungen des Regenmessers beschränkt wurden; für die praktischen 
Ziele, welche beide Gesellschaften verfolgen, sind und bleiben Regenbeobachtungen 
von Wichtigkeit. Leider ist es jedoch im Jahre 1893 wegen der vielfachen 
Schwierigkeiten, mit denen namentlich die Unternehmungen der Astrolabe- 
Kompagnie zu kämpfen hatten, noch nicht gelungen, selbst nur diese beschränkten 
Beobachtungen an allen Stationen lückenlos und sicher durchzuführen. 
Wir lassen im Nachstehenden die Resultate der sieben Stationen, soweit 
sie eingegangen sind, folgen. 
Tabelle der Regenbeobachtungen, 
(Regenmengen in mm.) 
1893 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni . 
Juli 
August 
September 
Oktober 
November 
Dezember 
Jahr 
Ariedrich- 
Wilhelms- 
Hafen 
Yomba 
Stephans- 
ort 
Krima 
Maraga 
Konstan- 
tin-Hafen 
MIN 
mm 
mm 
mm 
Mm 
mm 
194 
323 
317 
449 
594 | 
174 
340 
249 
381 
269)2) 
429 
BETT 
276 
390 
368 
450 
74674) | 
504 
356 — 
280 107 
462 132 
431 215 | 
514 648 
798 565 | 
333 
435 
3738 ] 
124 
185 
294 
432 
376 
271 
744 
212 
165 
122 
270 
534 
457 
464 326 
504 566 
549 284 | 
694 | 260 
528 142 | 
600 182 
568 201 
258 46 
474 181 
331 | 94 
912 264 
676 | 486 
| (4 596) | ©5575) ] _ | 3562 | 6558 
9 982 
Herberts- 
höhe 
mm 
76 
306 
71 
2A 
35 
46 
145 
948 
Wie man auf den ersten Blick aus dieser Tabelle ersieht, weichen die 
Monats- und Jahressummen der Regenmenge an den einzelnen Stationen aufser- 
ordentlich voneinander ab; so weist z, B. Konstantin-Hafen kaum die Hälfte der 
in Maraga gemessenen jährlichen Regenmenge auf; auch die Differenz zwischen 
Erima und dem nahe benachbarten Maraga ist sehr erheblich. Wenn auch nicht 
ausgeschlossen erscheint, dafs diese Differenzen zum Theil auf Irrihümer und 
Versehen bei den Beobachtungen zurückzuführen sind, so bestätigt doch ein 
Bericht des Landeshauptmannes das thatsächliche Vorhandensein beträchtlicher 
Unterschiede in den Regenmengen, welche in den verschiedenen Gebieten der 
Astrolabe-Ebene fallen, und führt dieselben auf lokale Einflüsse durch die Gebirge 
zurück, Einflüsse, die beim Mangel genauerer Detailkarten aus jenen Gebieten 
nur dem aufmerksamen Beobachter an Ort und Stelle deutlich werden können. 
Genannter Bericht bemerkt: Der blofse Augenschein lehrt, dafs infolge der 
Küstenbildung und des Streichens der Höhenzüge die Gegend am Alexis-Hafen 
mehr Regen erhält als diejenige am Friedrich Wilhelms-Hafen, diese wiederum 
mehr als die mittlere Astrolabe-Bai und am wenigsten Konstantin-Hafen, mindestens 
während der den gröfsten Theil des Jahres hindurch in dieser Gegend herrschenden 
nördlichen und nordwestlichen Winde. Die Gazelle - Halbinsel ist erheblich 
trockener als der vorzugsweise besiedelte Theil von Kaiser Wilhelmsland, wie 
jenn die in Herbertshöhe von April 1893 bis März 1894 gefallene Regenmenge 
nur ein Drittel von der in der gleichen Periode in Friedrich Wilhelms-Hafen 
und Konstantin-Hafen gemessenen beträgt. 
ı) Am 7. Mai fiel in der Nacht ein so starker Regen, dafs der Regenmesser überlief. Ge- 
messen wurden 340 mm, in Wirklichkeit fiel aber mehr, daher ist obige Monatssumme zu klein, 
2) An sechs Tagen fiel die Beobachtung aus.
	        
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