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Annalen der Hydrographie und Märitimen Meteorologie, Januar 1895.
richtungen gewöhnlich vortheilhaft. Die Reise nach Westen ist durchschnittlich
kürzer als die nach Osten, infolge des aus der Strafse von Malakka hinaus-
setzenden Stromes. Wegen des Vermeidens der Gefahren dicht bei der Küste
wird auf die Anweisungen für Dampfer und die Küstenbeschreibung verwiesen.
Die Westküste,
Allgemeine Anweisungen. Je nach den Bestimmungsorten der Schiffe
kann man von drei Wegen sprechen.
1. Der Weg westlich von allen Inseln und Gefahren ist der bequemste
und sicherste. Er ist den Schiffen zu empfehlen, die keinen der Plätze an der
Westküste anzulaufen brauchen, aber, z. B. aus der Malakka-Strafse kommend,
nach Häfen an der Westküste von Sumatra südlich von Padang oder nach Java
bestimmt sind.
Für Segelschiffe ist es immer rathsam, soviel wie möglich den Weg aufsen
um zu nehmen und die Küste erst dann zu machen, wenn sie auf der Höhe ihres
Bestimmungsplatzes angekommen sind. Besonders Segelschiffe, die nach Norden
müssen, sollten dies beachten. In offener See werden sie weniger Last von den
langanhaltenden Stillen und dem südöstlichen Strom haben, wodurch das nach
Norden Aufarbeiten in der Nähe der Küste sehr erschwert wird. Dieser Weg,
der aufsen um alle Gefahren herum führt, bedarf keiner Erklärung. ;
2. Die Route, nördlich von Huk Radja (Tekoe) unmittelbar westlich von
den Inseln und Gefahren längs gehend und südlich von diesem Huk zwischen
den Riffen durch führend. Dieser Weg soll weiterhin im Einzelnen beschrieben
werden. Er wird oft von den niederländischen Kriegsschiffen genommen und von
den Dampfern der K. P. V.-Gesellschaft, wenn die Hauptplätze der Westküste
Atjehs angelaufen werden,
3. Routen zwischen den Inseln, den Gefahren und der Küste. Schiffe,
die hintereinander viele Plätze an der Westküste von Atjeh anlaufen müssen,
sind gezwungen, hiervon Gebrauch zu machen. Die Anweisungen und Marken
hierfür sind bei der Beschreibung der Baien, Inseln und Gefahren angegeben.
Die Fahrt in der Nähe der Küste verlangt viel Sorgfalt, besonders südlich von
Huk Radja (Tekoe). Grofse Vorsicht und guter Ausguck sind dringend erfor-
derlich. Der Gebrauch des Lothes hat für die Entdeckung von Gefahren wenig
Werth, da viele Riffe unmittelbar von grofsen Tiefen umgeben sind. Zwischen
den Riffen wird man gut thun, wenn möglich nachts zu ankern.
Nördlich von Ketapan-Pasir ist bei klarem Wetter die Ortsbestimmung
bequem, und die meisten Riffe sind an der Brandung oder der Farbe erkennbar.
Die Sicht läfst aber oft zu wünschen übrig. Fährt man bei aufkommendem
Regenwetter in dem Nordostmonsun unter Land, so verliert man bisweilen
während der Nacht die erkennbaren Hügel und Huken aus Sicht und das An-
segeln der Baien und Plätze wird sehr mühsam und gefährlich. Südlich von
Ketapan-Pasir bis Huk Radja (Tekoe) kann man sich der Küste mit Sicherheit
bis in 10 Faden nähern. Südlich vo Huk Radja (Tekoe) sind verschiedene Riffe,
die aus dunkelem Felsgrund bestehen und sich durch nichts bemerkbar machen,
Einige der auf der Karte vorkommenden Riffe sind durch Schiffe entdeckt, die
bei Tage aufliefen, ohne dafs vorher irgend etwas von einem Riff bemerkt
worden wäre.
Dampfer.
Von Olehleh nach der Westküste mit Ansegelung von Poeloe-Raja,
Melaboe, Soesoe, Tampat-Toean und Troemon und umgekehrt. Wie bei den
Anweisungen für die Suratte- und Ceder-Passagen mitgetheilt ist, hängt es
von Umständen ab, durch welche dieser beiden Durchfahrten man vorzieht, in
See zu gehen.
Kommt man aus der Suratte-Passage, so setzt man, nachdem die Königs-
spitze in einem Abstand von ungefähr 200 m passirt ist, Südkurs an, eben aufser-
halb Roesa. In dieser Kurslinie befindet sich keine einzige Gefahr, Die Ge-
fahren unter der Küste läfst man gut östlich liegen. An Batoe-Mandi fährt man
in einem Abstand von gut %/s und an den felsartigen Inselchen südlich von der
Amboina-Bai in einem Abstand von ungefähr !/4 Meile vorbei. Die Riffe Aart