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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1895. 
Der Wind ist trocken, glühend heifs und mit Sand beladen. Sobald der 
Khamsin eintritt, steigt das Thermometer mit äufserster Geschwindigkeit auf 38°, 
40° und selbst 45° an Land und bis zu 42° an Bord. Schon von 37° an wird 
die Temperatur höchst drückend; man glaubt Feuer zu athmen. Andererseits 
bleibt die Haut frisch, weil jede Spur von Schweiß abdunstet, Der Unterschied 
zwischen dem trockenen und feuchten Thermometer steigt in der That von 4° 
bis 7°, wie er gewöhnlich in Obok ist, auf 10 bis 14 und zuweilen sogar auf 
15 oder 16°. Dauert der Khamsin bis in die Nacht hinein, so ist natürlich an 
Schlaf nicht zu denken. 
Von dieser Plage, unter der nicht nur Obok selbst leidet, sondern auch 
auf den dort nur für wenige Stunden anlegenden Schiffen Hitzschläge vorkommen, 
ist das gegenüber am südlichen Ufer der Bai gelegene Djibuti frei. Da auch die 
Rhede desselben weit besser ist als die von Obok, wo die Schiffe zwischen Riffen 
auf tiefem Wasser ankern müssen und bedeutendem Seegange ausgesetzt sind, 
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Fig. 1. Zwei Vormittags-Khamsine. 
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Fig. 2. Zwei Nachmittags-Khamsine. 
so empfiehlt Lieut. Cotigny die Verlegung der Verwaltung und des Kohlenlagers 
nach dem erst seit 1887 unter französischem Protektorat stehenden Djibuti.') Die 
Nord- bis Nordwestwinde, welche in Obok diese extremen Hitzegrade bringen,”) 
kommen nach Djibuti übers Meer, und ihre Temperatur ist dort weit erträglicher. 
Zum Beweise führt Cotigny folgende Mittelwerthe an, die anscheinend an beiden 
Orten aus Aufzeichnungen von Richard-Thermographen gewonnen sind, die in 
der französischen Marine, ebenso wie die vortrefflichen billigen Barographen 
derselben Firma, eine bedeutende Verbreitung besitzen: 
1) Am 18. Februar d. J. hat die französische Kammer 180 000 Fres. für ein unterseeisches 
Kabel zwischen Obok und Djibuti bewilligt. 
2) In den acht von Cotigny angeführten Fällen war die Richtung des heifsen Windes und 
seine Stärke (nach welcher Skala?) so: NW 4 bis 5, NNW 4, N—-NNW 5, Stöfse, NNW 4 bis 5, Stöfse, 
NW 5, Stöfse, NNW 2 bis 6, NIANW 5 bis 6 in Stöfsen, NNW 5. In vier Fällen ist vorher ESE— 
SSE angegeben, von Stärke 2 bis 3, in einem Falle Windestille,
	        
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