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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

300 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1895. 
abschnitte und T die Differenz der höchsten und niedrigsten überhaupt während 
der Prüfung vorgekommenen Temperatur, so ist B=B' m wobei auf eine 
etwaige Verschiedenheit in den Vorzeichen von A und B’ keine Rücksicht ge- 
nommen wird. 
C oder den zehnfachen Werth der mittleren täglichen Acceleration erhält man, 
indem man die Gangdifferenzen von je zwei zur Mitte der Untersuchungszeit sym- 
metrisch gelegenen Dekaden gleicher Temperatur bildet, dieselben durch die Anzahl 
der zwischen der Mitte beider Zeitabschnitte liegenden Tage dividirt und aus den so 
erhaltenen Zahlen das Mittel nimmt. Um einen von zufälligen Gangunregel- 
mäfsigkeiten möglichst unabhängigen Werth der Acceleration zu gewinnen, sind 
hierbei nur diejenigen Gänge verwerthet worden, die während der zwei äufsersten 
Paare von Zeitabschnitten erhalten wurden. Die Beeinflussung durch zufällige 
Gangunregelmäfsigkeiten gestaltet sich dadurch am geringsten, da dann der oben 
genannte Divisor einen verhältniksmäfsig grofsen Werth annimmt. — In den 
einzelnen Klassen werden die Chronometer nach der absoluten Summe der Zahlen- 
gröfsen A + 2B -+ C geordnet, d. h. dasjenige Chronometer, bei welchem diese 
Summe den geringsten Werth erreicht, nimmt den der Güte nach ersten Rang ein, 
Bei genauer Durchsicht der anliegenden Gangtabelle zeigt sich, dals das 
Resultat der diesmaligen Prüfung als ein besonders günstiges bezeichnet werden 
darf. Es ist seit der Einführung der Klasseneintheilung bei den Konkurrenz- 
Prüfungen (13. Prüfung, 1889/90) noch nie eine so beträchtliche Anzahl Instru- 
mente, 7, in die erste Klasse (Prädikat Vorzüglich‘) gelangt, und der zweiten 
Klasse (Prädikat „Sehr gut“) gehören dieses Mal fast die Hälfte der vorhandenen 
Chronometer, 14, an. Bei den in der dritten und vierten Klasse enthaltenen 
Instrumenten ist zum Theil — wie in der Regel bei neuen Chronometern — 
noch eine starke Acceleration zu bemerken, welche erfahrungsmälsig erst im 
Laufe der Zeit eine Verminderung erfährt. Es ist mit grofser Wahrscheinlich- 
keit anzunehmen, dals auch ohne weitere Aenderung der Kompensations-Vor- 
richtung die zwei ersten Chronometer der dritten Klasse bei einer späteren 
Prüfung ein erheblich günstigeres Resultat mit Bezug auf die Gesammtsumme 
der ihre Klassificirung bedingenden Fehlerkoefficienten erzielen werden. Kine 
Ueberschreitung der für die vier Klassen vorgeschriebenen charakteristischen 
Zahlen hat dieses Mal nicht stattgefunden. 
Um eine Uebersicht über die Gesammtleistungen der bei den letzten 
Konkurrenz-Prüfungen betheiligten Chronometer-Fabrikanten zu gewinnen, soll 
hier die Anzahl der den einzelnen Klassen angehörenden Chronometer seit der 
15. Konkurrenz-Prüfung, bei der zuerst der jetzt stattfindende Untersuchungsmodus 
und die gegenwärtig geltenden Beurtheilungsnormen eingeführt wurden, zusammen- 
gestellt werden, wobei bemerkt werden möge, dafs unter V diejenigen Instrumente 
angegeben sind, welche als „in dem gegenwärtigen Zustande nicht brauchbar für 
die nautische Praxis“ bezeichnet sind, 
Klasse 
ON IV | vV_ 
15. Konkurrenz-Prüfung 
16. 
17. 
18. 
fan 
ax 8 6 2 
| | e| 3 5 
7 14 7 2 
Die eingelieferten Instrumente vertheilen sich procentisch 
folgt, auf die einzelnen Klassen: 
Klasse 
TO) II! IV | vv 
1 
15. Konkurrenz-Prüfung 
16. » 
L7. % 
18. 
120/o) 5090| 16% 0! 90/0 
10 17 26 20 
7 45 21 | 10 
923 47 23 7 
70/6 
Jlemnach, wie
	        
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