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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Esmeraldas (Ecuador), 
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nüsse für Hamburg zu laden. Die Dauer dieser Reise betrug 7 Tage... Was die 
Winde während derselben anbetrifft, so hatten wir im Golf von Guayaquil immer 
faue, zwischen West und NNW spielende Winde, bei drohender Luft und 
drückender Hitze. Wir benöthigten ungefähr 6 Tage, um klar von der Spitze 
Sta, Elena zu kommen; von hier bis zur Rhede von Esmeraldas hatten wir bei 
einer einsetzenden frischen Südwestbriese nur noch 26 Stunden Reise. 
Bezüglich des Feuers der Insel Plata habe ich zu bemerken, dafs ich das- 
selbe als sehr schlecht befunden habe, denn es war uns nicht möglich, es in 
einem Abstande von 3 Sm zu entdecken, wohingegen das Land selber sichtbar 
war. Erst beim Passiren des Feuers in dem geringen Abstande von 1%: Sm 
war ein sehr schwacher Lichtschimmer bemerkbar. 
(Jeber die Rhede von Esmeraldas habe ich nicht zu klagen; sie ist nach 
meiner Meinung in dieser Jahreszeit eine ganz gute. Es findet ein regelmälsiger 
täglicher Wechsel der Windrichtung von Süd nach West, der sogenannten 
Land- und Seebriese statt. Erstere setzt gewöhnlich um 9 Uhr abends ein und 
weht bis 8 Uhr morgens. Sie ist zeitweise sehr flau und unbeständig; weshalb 
beim Aussegeln wegen der ungleichmäfsigen Strömung grofse Vorsicht geboten 
ist. Die Seebriese weht frisch von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags. 
Schiffen, die nach Esmeraldas bestimmt sind, möchte ich rathen, zunächst 
3 bis 4 Sm mw. NW vom Leuchtthurm, woselbst auf 11 bis 18 m (6 bis 10 Faden) 
Tiefe ein gut haltender Grund vorhanden ist, zu ankern. Von hier aus kann 
der Kapitän entweder in einem Boote an das Land fahren, um sich einen Lootsen 
zu holen, oder selber das Fahrwasser und die Rhede auspeilen und auslothen. 
Ich habe Letzteres vorgezogen, was meiner Meinung nach auch das Beste ist, 
weil eigentliche Lootsen hier gar nicht vorhanden sind und deren Dienst von 
einem gerade anwesenden Leichterführer übernommen wird. Die Mehrzahl dieser 
Leute versteht von der Manöverirung eines gröfseren Segelschiffes so viel 
wie nichts, 
Die Wassertiefen auf der Rhede von HEsmeraldas sind äufserst unregel- 
mäfsig; ich habe dicht neben einer Tiefe von 20 Faden eine solche von 80 Faden 
and noch etwas weiter ab keinen Grund gefunden. Nachdem es mir gelungen 
war, eine etwa 30 qm grofßse Fläche mit Tiefen von 31 bis 39 m (17 bis 21 Faden) 
ausfindig zu machen, bezeichnete ich dieselbe durch eine Boje. Alsdann fuhr 
ich nach dem Schiffe zurück; wir lichteten den Anker, segelten weiter ein und 
ankerten dicht neben der ausgelegten Boje. Nach Aussage des Hafenmeisters 
ist dieses zur Zeit auch der beste Ankerplatz hier. Unser Aufenthalt in 
Esmeraldas dauerte 48 Tage, während welcher Zeit das Schiff stets auf derselben 
Stelle hinter einem Anker mit 50 Faden Kette gelegen hat. Aber jede Woche 
wurde der Anker ein Mal gelichtet, um ein Versanden desselben zu verhüten. 
Die Gefahr eines solchen Ereignisses ist aber auch eine sehr grofse, denn die 
ungemein starke Strömung aus dem Esmeraldas-Flusse führt stets eine Menge 
Sand mit sich und reifst manchmal ganze Sandbänke fort, um an anderen Stellen 
neue entstehen zu lassen. Im Falle der Versandung eines Ankers würde natür- 
Elch nichts Anderes übrig bleiben, als die Kette zu schlippen. 
Ueber Bedeutung und Verwerthung der täglichen synoptischen 
Wetterkarten für den Nordatlantischen Ocean. 
(Hierzu "Lafel 8.) 
Da die Herausgabe der täglichen synoptischen Wetterkarten des Nord- 
atlantischen Oceans nur durch die Mitwirkung unserer regelmäfsig beobachtenden
	        
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