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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1895. 
Lage der Schiffe im Hafen von Iquique. 
Von Kapt. J. GAHDE, Führer des Schiffes „Arethusa“, 
Vom 26. August bis zum 19. Oktober 1891 weilten wir im Hafen von 
Iquique. Durch die folgende kleine Beschreibung möchte ich die Schiffsführer 
auf ein aufsergewöhnliches Ereignifs in diesem stark besuchten Hafen aufmerksam 
machen. 
In Iquique liegen die Schiffe laut Hafenordnung in mehreren Nord—Süd 
verlaufenden, 45 bis 60 m voneinander entfernten Reihen, mit dem Kopfe nach 
Westen. Mit dem Buganker und 60 Faden Kette vorne und einem Strom- 
anker nebst 60 Faden Täukette hinten vertäut, gilt diese Lage, im Schutze 
der Iquique-Insel, im Allgemeinen für eine recht sichere. Bei dem fast ununter- 
brochenen schönen Wetter und dem gewöhnlichen Verlaufe der leichten Seebriese 
und der noch leichteren Landbriese kann diese Befestigungsweise der Schiffe 
auch als völlig ausreichend erachtet werden, weshalb die Schiffsführer, um Mühe 
und Arbeit zu sparen, sich die Erlaubnifs zu erwirken suchen, insofern von der 
Hafenordnung abweichen zu dürfen, dafs sie eine leichtere Achtervertäuung in 
Anwendung bringen. Folgender Vorfall mahnt indels zur Vorsicht: 
Am 15. September, wie auch schon an den vorhergehenden Tagen, stand 
eine hohe westliche Dünung in den Hafen von Iquique hinein, Bei Tagesanbruch 
waren die Berge bis zum Fuße in Nebel eingehüllt, der sich gegen 8 Uhr 
morgens, in leichten Regen übergehend, über den Hafen ausbreitete. Wir 
befanden uns in einer Nimbuswolke, deren Bewegung seewärts gerichtet war. 
Um 9 Uhr vormittags klarte das Wetter im Hafen etwas auf, während seewärts 
die Regenwolke auf dem Meere lagerte. Um 9'/ Uhr nahm die Luft im oberen 
Theile der Bucht ein staubiges Aussehen an, hervorgerufen durch Staub, den 
eine hereinbrechende Böe mit sich führte. Die Böe, welche die Nimbuswolke 
vertrieb, wehte, abgesehen von dem mitgeführten Staube, aus klarer Luft und 
pflanzte sich in westlicher Richtung in der Bai fort. Die Grenzen der Böe 
waren durch den von ihr erzeugten Gischt auf dem Wasser scharf ausgeprägt. 
Der Windstolßs von der Stärke 7 bis 8 aus Ost traf die Schiffe völlig unvor- 
bereitet, und sie gingen fast sämmtlich — in der Zahl von 50 — mit ihren 
Achtervertäuungen durch, selbst die auf flachem Wasser liegenden ungetakelten 
Hulks. Da in den wenigsten Fällen Raum zum Freischwaien vorhanden war, so 
stiefsen viele Schiffe zusammen und fügten, in der Grundsee rollend, einander 
schwere Schäden zu. Glücklicherweise hielt die Böe aus Ost nur etwa 20 Minuten 
an, dann änderte sich die Windrichtung nach SW und ermöglichte es, die 
Schiffe mehr oder weniger wieder frei voneinander zu bekommen und so zu 
halten. Im Ganzen ist der Vorfall noch recht glücklich für die Schiffe verlaufen, 
insofern, als wenigstens keins derselben in den Grund gestoßen wurde, wofür 
die Gefahr allerdings sehr nahe lag. 
Am Nachmittage herrschten puffige südliche Winde, und die Luft über 
dem Lande behielt ihr staubiges Aussehen. Am Abend trat Windstille ein, wo- 
mit der gewöhnliche Witterungszustand wieder hergestellt war. Sämmtliche Tage 
der ganzen folgenden Woche waren Brandungstage im Hafen von Iquique. Das 
Barometer stand am 15. September auf 763 bis 764 mm, etwa 3 mm unter seinem 
vrewöhnlichen Stande. 
Esmeraldas (Ecuador). 
Von Kapt. B. R. SCHOEMAKER, Führer des Schiffes „Therese“, 
Am Sonnabend, den 29. August 1891, verließen wir den Hafen von 
Guayaquil, bestimmt in Ballast nach Esmeraldas, um daselbst eine Ladung Stein-
	        
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