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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Angust 1895. 
Dammar, Kapok, Gamutu, Häute und bisweilen etwas Kaffee. Postdampfer 
laufen regelmäfsig hier an, ungefähr dreimal im Monat; auch kommen zweimal 
im Monat Dampfer der Holt-Linie hierher, die gegenwärtig die holländische 
Flagge führen, um Küstenfahrt betreiben zu können, Ferner einmal im Monat 
ein englischer Dampfer von Singapore über Sandakan (Nied.-Borneo) und zurück 
nach Singapore. Gorontalo ist der Wohnort eines Assistent-Residenten und von 
Kontroleuren, hat ein kleines Fort. Das Haus Gebr, Bauermann & Parmentier 
ist das einzige europäische Handelshaus am Ort. 
Die Bucht von Pagu-Yama. Soviel ich weiß, giebt es hiervon nur 
eine sehr kleine Karte.!) Diese Bucht ist ringsum von mit Büschen bewachsenen 
Bergen und Hügeln eingeschlossen und ca 2'/2 Sm breit. Man kann darin auf- 
kreuzen, da fast überall bis an das Ufer sehr tiefes Wasser ist. Im NO liegt 
eine Korallenbank, worauf man in 6 bis 7 Faden (11 bis 12,8 m) ankern kann; 
as ist aber nicht anzuempfehlen, wenn es nicht unumgänglich nöthig ist, da der 
Anker hier leicht sitzen bleiben kann, wenn er hinter einen Korallenzweig hakt. 
Zu beiden Seiten der Einfahrt und auch weiter nach innen an der Ostseite treten 
Riffe vor. Auch an der Westseite sind zwei, die bei sehr niedrigem Wasserstande 
trocken fallen, aber gewöhnlich schlecht erkennbar sind. 
Der Eingang in die Bucht von Limba ist dagegen nur !/a Sm breit. Im 
Westen der Bai liegt die kleine Insel Limba, von der sich südostwärts ca %/4 Sm 
in See ein Korallenriff hinzieht; der innerste Theil dieses Riffes fällt bei Niedrig- 
wasser trocken. Von dieser Bucht giebt es überhaupt keine Karte, ich mußte mit 
dem Boot hinfahren, selbst eine Aufnahme machen und das Riff mit Büschen 
bezeichnen. Zwischen diesem und dem an der Ostseite des Einganges der Bucht 
liegenden flachen keilförmig weit in See vorspringenden Korallenriff liegt der 
sehr schmale Eingang und Nord davon, ungefähr 250 m von dem Wachhäuschen, 
bei dem Holzstapelplatz, der Ankerplatz in 7 bis 8 Faden (12,8 bis 14,6 m); in 
der Bucht selber sind auch noch verschiedene Korallenriffe, Das Wasser steigt 
und fällt ca 5 Fufs (1,5 m), bei Springfluth um 1 bis 3 Fuß (0,3 bis 0,9 m) mehr. 
Das umliegende Land ist hügelig und bergig und mit Buschwerk bewachsen. 
Der Hafen ist gesund, weil es keine Flufßsmündung, sondern nur Salzwasser giebt. 
Bei dem Kampong nördlich vom Holzstapelplatz ist eine gute Quelle. Der Anker- 
platz ist ziemlich gut, da der Boden nicht so steil abfällt wie in anderen Buchten; 
dagegen wird das Ein- und Aussegeln durch die Korallenriffe sehr erschwert. 
Ich rathe jedem nach Limba bestimmten Kapitän an, ehe er sich mit dem 
Schiff zwischen die Riffe begiebt, diese erst zu bezeichnen, wie ich es that. 
Die Bucht von Langula (?) (auch diese Bucht mufste ich erst aufnehmen, 
da es keine Karte davon gab) ist nur ca 5 Schiffslängen weit und die Einfahrt 
unter Segel gefährlich. Ich hätte beinahe mein Ruder gebrochen, so dicht ging 
das Schiff längs des Strandes. Man mufs das Schiff ganz dicht um den Südostpunkt 
am Eingang herumgehen lassen; hat man zu viel Fahrt, dann geht es nicht recht, 
and hat man nicht genug, dann erreicht man den Ankerplatz nicht und treibt 
auf die Korallenriffe, da kein Platz zum Halsen ist. Ich mufste die Ankerkette 
so plötzlich anhalten, dafs die Klüse brach; später merkte ich, dafs auch ein Arm 
des Ankers gebrochen war; wäre die Kette gebrochen und hätte der Anker sich 
nicht umgekehrt und gehalten, dann wäre das Schiff ohne Zweifel auf die Korallen- 
bänke gerathen. Die Bucht ist ringsum mit Korallenriffen besetzt, nur der oberste 
Theil beim Ankerplatz, gegenüber dem Holzstapel, hat einen Sandstrand. Man 
kann diese Bucht nur sehr schlecht finden, wenn man hier unbekannt ist; ich liefßs 
abends ein Boot mit einer Signalflagge nach Land fahren als Marke. Für Dampfer 
bestehen natürlich keine anderen Schwierigkeiten als das Meiden der Riffe. Für 
grofse Segelschiffe sind es schlechte Plätze zum KEinsegeln, das Auslaufen ist 
durch den Landwind gewöhnlich leichter. Auch hier waren hinter dem Schiff 
nur 3'/a bis 4 Faden (6,4 bis 7,3 m), während der Anker in 27 Faden (49 m) 
lag. Das Schiff lag an den Bäumen fest, dicht am Lande. 
Wind und Wetter meist gut, oft hatten wir Landwind während zwei 
bis drei Stunden. Temperatur nicht so hoch, man kann nachts gut in der 
Kajüte und im Volkslogis schlafen. In Pagu-Yama und Pulehu wird Rottang 
1) Dies Kärtchen iindet sich auf der engl. Adm.-Karte No. 931, betitelt: „Ankerplätze in 
Celehes.*“ Red. Zee
	        
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