Aus dem neuesten Segelhandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra,
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Olehleh mit dem Kurs WNW, um weiter seinen Kurs dicht unter der Nordküste
von Poeloe-Batoe zu nehmen, sorge aber dafür, dafs man, an der Westseite dieser
Insel angekommen, in genügendem Abstand. ist, um von dem zwischen Poeloe-
Batoe und Poeloe-Kelapa liegenden Riff frei zu bleiben. =: Umfährt man die West-
seite der letztgenannten Insel in einem Abstand von gut */4 Meile, so wird das
dort vorspringende Riff vermieden.
Suratte-Passage nach Westen. Diese Durchfahrt ist bei Tage die
gebräuchliche für kleine Dampfer, die über eine Fahrt von wenigstens acht Meilen
verfügen. Man steuert mit einem Kurs WNW von der Rhede von Olehleh, bis
die höchste Spitze von. Poeloe-Kelapa in der Mitte der Oeffnung der Durchfahrt
gesehen wird, und nehme dann Kurs darauf zu, gut auf den Strom. achtend. In
der Enge halte man so gut wie möglich das Mittelfahrwasser. Ist man durch die
Enge durch, so wird der Kurs erst SW'2W und danach südlicher. Die Königs-
spitze wird gewöhnlich sehr dicht bei umfahren. ;
Segelschiffe.
Bengalen-Passage nach Westen. Segelschiffen, die von der Nord-
oder Ostküste von Atjeh nach Westen bestimmt sind, wird angerathen, stets
diese Passage zu benutzen. Das Fahrwasser ist breit und rein, und den Küsten
von: Poeloe-Weh und Poeloe-Beras kann man sich bis dicht heran nähern,
während die Gefahren südlich von Weh und nördlich von Beras leicht zu ver-
meiden sind.
Ist man genöthigt, gegen den Wind aufzukreuzen, dann kann die ganze
Ausdehnung des Fahrwassers benutzt werden, da in dem Mittelfahrwasser fast
das ganze Jahr hindurch nordwestlicher Strom läuft, Die Benutzung der Bengalen-
Passage hat aufserdem den Vortheil, dafs man, aufserhalb derselben angekommen,
eher in das Gebiet der regelmäfsigen Monsunwinde kommt, als wenn man seinen
Weg durch eine der südlichen Durchfahrten nimmt.
Ceder-Passage nach Westen. Die Benutzung der Ceder-Passage kann
vortheilhaft sein, besonders wenn der Wind aus einem Kompafstriche kommt,
dafs man raum segeln. kann, während man in der Bengalen-Passage kreuzen
müfste. Es ist jedoch wünschenswerth, dals man dafür sorgt, mit dem’ Beginn
der Ebbe vor der Straße zu sein, damit man mit einer Tide hindurch kommt.
Beim Ansegeln dieser Durchfahrt aus östlicher Richtung mufs man dafür sorgen,
dafs man nicht zu dicht an den Atjeh-Vorsprung oder an Angkasa herankommt,
um zu verhindern, dafs man durch den Strom gezwungen wird, in die. Suratte-
Passage hineinzugehen. Eine gleiche Vorsorge ist wahrscheinlich auch nicht
überflüssig in der Nähe der Durchfahrt zwischen Poeloe-Kelapa und Poeloe-Batoe.
Ob die Verhältnisse einer Durchsegelung dieser Passage nach Westen
günstig sind oder nicht, läfst sich aus den Anweisungen für Segelschiffe- durch
die Ceder-Passage nach Olehleh ableiten.
Suratte-Passage nach Westen. Segelschiffe mit der Bestimmung nach
Westen müssen diese Passage immer meiden. Selbst für Schiffe mit der weiteren
Bestimmung nach Süden geht der Vortheil des kürzeren Weges verloren, weil
man dort die hohe See aufsuchen muß, um Süd zu holen. ;
Als Anweisung für die Ansegelung der Suratte-Passage aus Osten giebt
Horsburg Folgendes an: . (Holländische Ausgabe 1841.) In See gehend, mufs
man mit dem Beginn der Ebbe auf die Durchfahrt (Suratte-Passage) zu halten,
mit dem Grofs-Marssegel bei und dem Steven auf den Strand von Sumatra
gerichtet, wenn der Wind SW ist; aber die Strudel, die bisweilen durch die
schnellen Gezeiten (Gezeitenströmungen) verursacht werden, führen öfter das
Schiff rund um den Kompafs, besonders wenn es bei schlaffen Winden durch
diese enge Passage fortgetrieben wird. Da sie zwischen zwei Spitzen liegt und
ihre Ausdehnung sehr klein ist, so ist ein Schiff schnell hindurch; und da sich in
kurzem Abstand zu beiden Seiten des Einganges ein Ankerplatz befindet, so sind
auch wohl einmal grofse Schiffe durch diese Oeffnung gegangen; aber meistens
haben sie Havarie bekommen.
Nord- und Ostküste.
Allgemeine Anweisungen. Die Fahrt längs der Nord- und Ostküste
von Atjeh ist sehr einfach und nicht gefährlich, wenn man die gewöhnlichen