Die Küste, 56 (1994), 51-65
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4. Die flächenbezogene Eisvolumensumme V AS im Küstengebiet
von Mecklenburg-Vorpommern
Zur Bewertung eines Eiswinters oder zum Vergleich der Winter untereinander wurde als
Maß die „reduzierte Eissumme“ verwendet. Die „reduzierte Eissumme“ wird als Anzahl der
Tage mit Eis dividiert durch die Anzahl der betrachteten Stationen definiert (Büdel, 1947,
Nusser, 1948). Die „reduzierte Eissumme“ kann jedoch nur als ein grobes Maß gelten, da es
sich bei gleicher Zahl der Tage mit Eis einmal um einen relativ leichten Eiswinter mit geringen
Behinderungen, andererseits um starke Winter handeln kann.
Als ein aussagekräftigeres Maß für die Stärke des Eiswinters wurde deshalb von G.
Koslowski (Koslowski, 1989) eine flächenbezogene Eisvolumensumme (V AJ: ) eingeführt. Bei
der Berechnung der flächenbezogenen Eisvolumensummen werden der Eisbedeckungsgrad
und die Eisdicke berücksichtigt, die täglichen Werte werden aufsummiert:
V A s-i2I(NH) ik
i k
Es bedeuten: n - Gesamtzahl der Stationen
N - Eisbedeckungsgrad (in Zehntel)
H - Eisdicke (in Meter)
k - Laufzahl der Tage mit Eis des Winters
j - Laufzahl der Stationen
Die Abb. 4.1. zeigt die mittlere Anzahl der Tage mit Eis für die sieben obengenannten
Beobachtungsstationen an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern im Zeitraum von
1939/40 bis 1990/91. Für die gleichen Stationen und den gleichen Zeitraum ist die flächen
bezogene Eisvolumensumme in der Abb. 4.2. dargestellt.
Die Verteilung der Eisvolumensummen zeigt, daß die Eisverhältnisse in den Küsten-
gewässem von Mecklenburg-Vorpommern von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich sind, jedoch
ist der Verlauf einiger Eiswinter von vergleichbarer Art. Jeder Winter der 51jährigen Beobach
tungsreihe wurde auf höchsten Bedeckungsgrad, größte Eisdicke und Vereisungsdauer anhand
der täglichen Beobachtungen der Eislage an den repräsentativen Stationen untersucht und
Abb. 4.1. Mittlere Anzahl der Tage des Eisauftretens (reduzierte Eissumme) in den Wintern seit 1939/40
an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern