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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Die Witterung an der deutschen Küste im Juni 1895. 
279 
Stat, 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. 
Windstärke 
(Beaufort) 
NNEINE|ENE| E | 
ESE (SE [SSEIS |SSW| SW |WSWI W (WNW NW [NNW Sein 
8al2p l8p 
Bork, 
Wilh, E 
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Ham. | 6 
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0 
5 
5 
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2,4| 2,9 |2,€ 
2,3| 2,8 |2,9 
1,8/ 2,1 18 
2,5| 2,9 12,0 
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1,9| 2,4 |1,£ 
3,1| 3,4 |2,8 
2,8| 3,5 12,56 
. | 8a 1| 3 4 3,2 |2,7 
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18 |13 | 1 (20 241 
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Mem, | 6 414 5113| 2 o| 3|/6|5| 6| 3 |5' 6 
Vgl. die Erläuterungen bei der Januartabelle, 
Trockenes und feuchtes, warmes und kühles Wetter wechselten im Juni 
in mehrfacher Folge, die Luftbewegung war vorwiegend schwach, und am 24. 
und 25. traten stürmische Winde auf größerem Gebiet auf. 
Bei hohem Druck über Nordeuropa gehörte die Küste vom 1. bis 3, Juni, 
mit Ausnahme des Ostens, wo bis zum 7. trockenes, heiteres Wetter herrschte, 
dem Gebiet flacher, auf ihrer Südseite vorüberziehender Minima an, so dafs bei 
östlichen und nordöstlichen Winden und etwas sinkender Temperatur fast täglich 
Regenfälle, von der Weser bis zur Oder, eintraten, vorwiegend in Begleitung von 
Gewittern; an der mittleren Ostsee wehten die Winde am 1. stark aus Ost und 
erreichten vereinzelt Sturmesstärke (8) wie noch am 2. in Wittower Posthaus. 
Am 4. gelangte die Küste in den Bereich des Maximums, welches seinen Kern 
nach den Britischen Inseln verlagerte und bis zum 7. Norddeutschland beherrschte, 
so dafs die östlichen und nordöstlichen Winde während dieser Tage noch an- 
hielten; am 4. regnete es noch von der Elbe bis zur pommerschen Küste, am 
5. und 6. noch in meist geringem Betrage an der mittleren Ostseeküste, dann 
trat auf dem ganzen Gebiet heiteres Weiter ein. Als das Maximum sich am 8. 
nach Westen zurückzog, wurden die Winde an der Küste unter dem Einflufs 
einer Nordeuropa bedeckenden Depression westlich, doch blieb bei der gleich- 
mäfsigen Luftdruckvertheilung und den schwachen Winden, abgesehen von zeit- 
weise am 8. an der Nordsee und östlichen Ostsee auftretendem Nebel, das Wetter 
am 8. und 9. heiter, die Morgentemperaturen waren seit dem 4. oder 5. in wenig 
unterbrochenem Steigen und nahmen meist bis zum 10. Juni zu. 
Vom 10. bis 12. wanderte eine breite Furche niedrigen Druckes, eine 
Drehung ausführend, mit ihrem Südende von den Pyrenäen nach der Balkan- 
Halbinsel, während sie im Norden mit der Depression über Skandinavien in Ver- 
bindung blieb; auf ihrer Rückseite drängte hoher Druck nach und buchtete zumal 
am 13. und noch am Morgen des 14. von Frankreich nach Centraleuropa stark 
vor. Hierauf trat am 14. bis 18. wieder eine sehr gleichmäßige Druckvertheilung 
über Centraleuropa ein, welche durch das Auftreten von wenig umfangreichen 
and flachen Minima vielfache Aenderungen erfuhr. Bei vorherrschend westlichen 
Winden nördlicher Herkunft fielen die Morgentemperaturen am 11. bis 14. fast 
durchweg und blieben dann bis zum 17. anhaltend niedrig; in diesen Tagen traten 
auch überall die niedrigsten Temperaturen des Monats ein. Regnerisches Wetter 
herrschte am 10. von der mecklenburgischen bis pommerschen Küste, am 11. ost- 
wärts der Oder-Mündung wie an der westlichen Nordsee und vom 12. bis 17. 
von der Nordsee bis nach Pommern, am 18. traten nur in den westlichen Gebiets- 
theilen geringe Niederschläge auf. Wiederum war die preufsische Küste durch 
heitere‘ Witterung begünstigt, die hier vom 14. bis 17. anhielt. Die Regenfälle 
dieser Tage waren meist von Gewittern begleitet, zumal am 10. bis 12. an der 
Ostsee und am 14. an der Nordsee. 
Im Laufe des 18. gelangte eine flache Depression zur Herrschaft über 
Frankreich und den Britischen Inseln, die am 19. und 20., an Umfang und Tiefe
	        
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