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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Aus. dem neuesten Segelhandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra, 
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. Segelschiffe müssen stets versuchen, in offener See westlich -von Sumaträ 
soviel Nord: wie möglich zu holen und in der Breite des Atjeh-Vorsprunges Land 
zu machen. Hat man- da Gegenwind, so dafs gekreuzt werden mufs, dann sollte 
man dies in kurzen Schlägen thun und sich nicht zu weit von: den Küsten der 
Atjeh-Inseln entfernen. Auf diese Weise vermeidet man den härtesten Weststrom, 
der in einigem :Abstande von diesen Inseln bisweilen eine Geschwindigkeit von 
über zwei Meilen erreicht. In jedem Fall muß es vermieden werden, südlich 
vom Parallel von Poeloe-Roesa an der. Westküste Land zu machen, denn da ist 
es schwer, unter der Küste Nord zu holen. Macht man die Küste südlich von 
dieser Insel, so verursachen zahlreiche Windstillen und vorherrschend südöstlich 
laufende Strömungen, dafs man meistens weiterhin eine verdriefßliche, langweilige 
Reise macht und oft doch wieder gezwungen ist, die offene See aufzusuchen, um 
wieder Nord zu machen. 
Macht man Land: zwischen Poeloe-Roesa und dem: Atjeh-Vorsprung, dann 
kann durch jedesmaliges Ankern unter der Küste und Ausnutzen des Wechsels 
der -Gezeitenströmungen, die da ‚schon bemerkbar sind,‘ noch eine verhältnifs- 
mäfig schnelle Reise gemacht werden. Der Weg durch die Bengalen-Passage 
ist das. ganze Jahr hindurch der beste nach der Rhede von Olehleh. : Gegenstrom 
und Gegenwind westlich von den Atjeh-Inseln werden jedoch manchmal: den 
Führer eines Segelschiffes verlocken, lieber die Durchfahrt durch die Ceder- oder 
Suratte-Passage zu benutzen. 
Die Schwierigkeit im Befahren dieser Passagen ist weniger grofs, als all- 
gemein geurtheilt wird, vorausgesetzt, dafs man besonders auf die Stromerschei- 
nungen achtet. -Es- ist doch hauptsächlich der Strom und selten der: Wind; 
wovon. die Dauer der Reise durch diese Strafen abhängt. Meistens stehen hier 
nämlich doch flaue umlaufende Winde, Nur die Bengalen-Passage kennt‘ durch- 
stehende Nordwest- und Südostwinde; . 
Bengalen-Passage nach Olehleh. Ist es geglückt, diese Stralse zw 
erreichen, dann. kann mit .durchstehendem günstigen Wind recht:nach: Olehleh 
gesteuert werden. Est ist aber wünschenswerth, ‚sich dicht unter Land der Inseln 
Beras- und. Nasi zu halten, um bei etwaigem Gegenwind. da zu ankern. 
Mufs man gegen den Wind aufkreuzen,:dann ist es eine Hauptbedingüung, 
sich -nicht: weit von der Insel Beras zu entfernen. Unter Land laufen Ebb- und 
Fluthströme, während mitten in der Strafe. der Strom fast immer nordwestlich 
läuft. Bleibt. man in der Nähe der Insel Beras,' so kann man ‘schnell: einen 
Ankerplatz unter der Küste aufsuchen, sobald man bemerkt, dafs man den Strom 
derartig ‚entgegen bekommt, dals man nicht mehr dagegen anarbeiten‘ kanh. 
Ueberall längs der Küste von Beras und Nasi kann man in 15 bis 20.Faden 
{27 bis 37 m) Wassertiefe ankern,: Die Küste-ist-rein. : Vor Anker .die Fluth 
abwartend, die südöstlich. läuft, und mit ihrem Durchkommen unter Segel gehend, 
wird meistens ‘mit. derselben Tide die Rhede von: Olehleh. erreicht werden. ..::'.: 
Ceder-Passage nach Olehleh. Vor dieser Passage scheuen sich viele: 
Führer, von Segelschiffen wegen. der Stromkabbelungen, die besonders im Südwest- 
monsun stark sind. . Aufserdem kann man auf den Wind, woher er. auch . kommen 
mag, nicht rechnen, und es passirt oft, dafs man, mit einem guten. Segelwind.in 
die Strafse einlaufend, plötzlich bemerkt, dafs es windstill wird. oder dafs die 
Segel ‚back schlagen. Es kommt dann auch wohl. vor, dafs Segelschiffe, die 
bereits ziemlich weit .in ‚der Straße: vorgerückt ‚sind, zur Rückkehr. und: Um: 
segelung der Inseln Nasi und Beras gezwungen werden, um durch die Bengalen: 
Passage die Rhede von Olehleh zu erreichen. 
Segelschiffe haben beim Befahren der Ceder-Passage Folgendes zu beachten, 
Um und einige Tage nach Neu- und Vollmond ist die Gelegenheit günstig, um 
durch.die Passage zu arbeiten, weil man damn ‘so. gut wie sicher auf, Ebb- und 
Fluthstrom rechnen kann... Zum Berechnen der. Zeit des Kentern£ der Ströme 
gebrauche man als Hafenzeit 9"... Wenn man bemerkt, dafs. ‚man‘.nicht . mehr 
weiter “ vorankommt, mufs so schnell wie möglich ein Ankerplatz aufgesucht 
werden. Schiffe, :; für deren‘. Tiefgang das 4!/3 Fadenriff. zwischen: den. Inseln: 
Batoe und Kelapa keine Gefahr bietet, finden zwischen diesen beiden Inseln 
einen. günstigen Ankerplatz, wo sie: weniger von hoher See und Dünung belästigt 
werden. - Will man dies nicht thun, dann kann man am Eingang der Strafse oder. 
auch an: der Südwestkante: der Insel Beras‘ einen Ankerplatz aufsuchen in:18 bis
	        
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