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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

2592 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1895. 
sie Lieutenant Brault genannt hat —, so erhalten wir das auf den beiliegenden 
Tafeln 5 und 6 aufgezeichnete Bild, dessen grofse Züge man als feststehend 
betrachten darf, wenn auch im Einzelnen durch Hinzufügung weiteren Materials 
Manches wird verbessert werden können und vielleicht noch einfacher hervor- 
treten wird. 
Auf der Karte für Januar— Februar sehen wir die Windstärke unter 
3 Beaufort sinken in zwei grofsen Gebieten am Aequator, dessen eines sich an 
Centralamerika, das andere an Neu-Guinea anschliefst, und ferner in je zwei 
kleineren Gebieten an den Polargrenzen der beiden Passate. Diese werden ver- 
muthlich, wenn durch weitere Beobachtungen der HEinflufßs der Zufälligkeiten 
gemildert ist, zu je einem verschmelzen, oder es wird dasjenige bei 35° N-Br 
überhaupt verschwinden. Die Gebiete der westlichen Winde gemäßigter Zonen 
sind durch Windstärken über 5 gekennzeichnet. 
Auf der Karte für Juli— August (Tafel 6) ist das Gebiet der äquatorialen 
Mallungen durch eine wenig unterbrochene Reihe von inselförmigen Gebieten mit 
Windstärken unter 3 Beaufort auf etwa 10° N-Br vertreten. Die beiden Passat- 
zonen mit Windstärken über 4 Beaufort sind gegen Tafel 5 nordwärts ver- 
schoben; das gesonderte kleine Gebiet mit mehr als 4 Beaufort südlich von 
Kalifornien wird voraussichtlich bei Zunahme der Beobachtungen verschwinden, 
dasjenige westlich von den Fidji-Inseln dürfte dagegen wirklichen Bestand haben. 
Jenseits der Passate sind in diesen Monaten die Verhältnisse der beiden Halb- 
kugeln sehr verschieden, während sie auf Tafel 5 annähernde Symmetrie zeigten 
(nördlich von 42° N-Br fehlt es im Winter an Beobachtungen fast ganz): im 
nördlichen Sommer ist die mittlere Windstärke nördlich von 35° N-Br nur etwa 
3 Beaufort, während gleichzeitig auf der Südhemisphäre sie durchweg über 3 
bleibt und südlich von 45° S-Br über 6 steigt. 
Zum Schlufs wollen wir die hier mitgetheilten Werthe mit jenen zweier 
anderen Publikationen vergleichen, die aus ganz anderem Material schöpften. 
Die eine ist der eingangs erwähnte Atlas von Brault. Wenden wir für 
die Umrechnung seiner Windstärken in die Beaufort-Skala die Normen an, die 
im Segelhandbuch der Seewarte für den Atlantischen Ocean, Seite 45, und in 
den Bemerkungen zum Atlas des Indischen Oceans, Seite 13, angegeben sind, so 
erhalten wir für einige probeweise entnommene Zehngradfelder aus dem gut mit 
Beobachtungen besetzten Südosten des Oceans folgenden Vergleich: 
Länge 
80°—90° W 
30°—90° W 
80°-—90° W 
80°—90° W 
80°—— 90° W 
Breite 
0°—10° £ 
10° —20° s 
30°—40° s 
40°—50° s 
30°. 60° 5 
| Brault Seewarte. Differenz 
3,2 
3,8 
3,5 
46 | 
e0 
2,8 
3,8 
3,6 
5,0 
5.0 
+0,44 
0,0 
— 0,1 
— 0,4 
A 1,.0 
In dem vom Washingtoner „Hydrographic Office“ im Jahre 1878 heraus- 
gegebenen Atlas: „Meteorological Charts of the North Pacific Ocean from the 
Equator to lat. 45° N-Br and from the Americain Coast to the 180-th mer.“ ist 
für jedes Fünfgradfeld die mittlere Stärke der 16 Windrichtungen in ganzen 
Graden Beaufort angegeben, auf Grund von Beobachtungen der Kriegsschiffe der 
Vereinigten Staaten-Marine. Die folgenden Täfelchen geben die hieraus ab- 
geleitete angenäherte mittlere Windstärke für jedes Zehngradfeld und deren Ab- 
weichung von den Mitteln der Seewarte. 
Länge W v. Gr. 180 170 160 150 140 130 120 110 100 
Jannar— Fehbrnar. Washineton 1878. 
Breite N 
; 40° 
30° 
} 
20° 
10° 
9 
3.7 
&o 4,3 4,0 3,2 3,0 — — 
4,4 3,7 4.4 4,7 3,9 2,6 2,1 3,5 
4,5 4,2 - 29 20 20 OR 24 
a
	        
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