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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Die Windstärke auf dem Stillen Ocean. 
951 
Durchweg sind nur die Beobachtungen um 4», 8%, 12a und p benutzt, 
die in den meisten Journalen aufserdem sich findenden Windnotirungen um 2*, 
6, 10a und p sind außer Betracht gelassen. 
Auf die einzelnen Jahrgänge vertheilt sich das verwendete Material 
folgendermafsen; der Einfachheit halber haben wir dabei das Jahr genommen, in 
welchem das betreffende Journal an der Seewarte einging; unter den vom Juli— 
August. aufgeführten Journalen wird deshalb stellenweise eine Verschiebung vom 
Beobachtungsjahr auf das folgende vorgekommen sein, die jedoch den allgemeinen 
Gang der Zahlen nicht wesentlich beeinflussen kann. Benutzt sind an voll- 
ständigen Segelschiffsjournalen: 
Tanuar — 
Februar 
1868 
1869 } 11 
1870 | 
1871 18 
1872 © 
1873 | 20 
1874 7 
1875 8 
1876 © 
Juli— 
August 
192 
13 
U 
13 
3 
6 
r') 
1877 
1878 
1879 
18380 
1881 
1882 
1883 
1884 
1885 
Januar — 
Februar 
19 
) 
6) 
23 
97 
Juli — 
August 
0 
1 
19 
1 
 # 
1886 
1887 
1888 
1889 
1890 
1891 
1892 
1892 
Januar = 
Februar 
Z1 
16 
26 
31 
26 
53 
37 
Dr 
Juli — 
August 
22 
23 
28 
15 
&7 
51 
24 1 
Nicht für die Tabellen, wohl aber für die Karten wurden ferner auch die 
in diesen Annalen 1893, Seite 411 und 413, von Kapt. Hegemann bearbeiteten 
Aufzeichnungen vom Reichspostdampfer „Lübeck“ (Route Sydney—Samoa) : mit- 
benutzt. Da die auf der „Lübeck“ geschätzten Windstärken sich durchschnittlich 
um 0,5 Beaufort-Grade niedriger erweisen?) als das Mittel der in denselben 
Gegenden von vielen verschiedener. Beobachtern aufgezeichneten, so sind sie zur 
Benutzung zu den Karten um diese Gröfse erhöht worden, um sie auf die durch- 
schnittliche Schätzungsweise deutscher Seeleute zu reduciren. 
Da jede der folgenden Tabellen einen Meridianstreifen darstellt, in 
welchem die Breitenzonen in derselben Ordnung, wie auf den Karten gebräuchlich 
ist, von Nord nach Süd folgen, so bietet jede einzelne ein anschauliches Bild 
der Vertheilung der Windstärken nach der geographischen Breite dar. Wo das 
Material in ausreichender Vollständigkeit vorhanden ist, erkennen wir leicht die 
schwachen Winde und Windstillen am Aequator, die stetig wehenden Passate in 
10° bis 20° Breite, die abermalige Zunahme der Windstillen, aber zugleich Zu- 
nahme der stärkeren Winde, in der Zone der „Rossbreiten“ um 30° herum und 
das rasche Wachsthum der Zahlen für die höheren Windstärken in der Zone der 
aufsertropischen Westwinde. Die obere Grenze der wahrscheinlich zu erwartenden 
Windstärken wächst also von 5 bis 10° N-Br beiderseits bis zu den Polargrenzen 
der vorliegenden Beobachtungen, während die untere Grenze drei tiefste Punkte 
an den Aufsengrenzen der Passate und zwischen den letzteren hat. Der Spiel- 
raum der Windstärken, der im Passat wesentlich auf die Grade 2 bis 6 ein- 
geschränkt ist, erstreckt sich in höheren Breiten auf die ganze Beaufort-Skala. 
Nur der Sommer auf der nördlichen Halbkugel macht eine Ausnahme insofern, 
dafs stürmische Winde bei 15° oder 20° Breite häufiger sind als in höheren 
Breiten. Sehr anschaulich führt die Tabelle i für Juli— August, 140°—150° West, 
alle diese Züge vor. 
Diese Gliederung nach Zonen wiederholt sich fast in jeder Tabelle unter 
Verschiebung der Zonen je nach den Jahreszeiten in periodischer Schwankung süd- 
wärts und nordwärts und unter Innehaltung einer gegen den Aequator um etwa 
5° nordwärts verlegten Gleichgewichtslinie. Dennoch sind die Verhältnisse der 
einzelnen Meridianstreifen keineswegs ganz gleich. "Tragen wir die mittleren 
Windstärken der einzelnen Felder von 2'2° Breite und 10° Länge in zwei 
Karten ein und ziehen sodann Linien gleicher Windstärke — Isanemonen, wie 
) Nur die bis zum 20. September 1893 eingelaufenen Journale. 
N” Im Januar——= Februar um 0,4, im Juli—August um 0,6, also sehr übereinstimmend.
	        
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