Die Windstärke auf dem Stillen Ocean.
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Durchweg sind nur die Beobachtungen um 4», 8%, 12a und p benutzt,
die in den meisten Journalen aufserdem sich findenden Windnotirungen um 2*,
6, 10a und p sind außer Betracht gelassen.
Auf die einzelnen Jahrgänge vertheilt sich das verwendete Material
folgendermafsen; der Einfachheit halber haben wir dabei das Jahr genommen, in
welchem das betreffende Journal an der Seewarte einging; unter den vom Juli—
August. aufgeführten Journalen wird deshalb stellenweise eine Verschiebung vom
Beobachtungsjahr auf das folgende vorgekommen sein, die jedoch den allgemeinen
Gang der Zahlen nicht wesentlich beeinflussen kann. Benutzt sind an voll-
ständigen Segelschiffsjournalen:
Tanuar —
Februar
1868
1869 } 11
1870 |
1871 18
1872 ©
1873 | 20
1874 7
1875 8
1876 ©
Juli—
August
192
13
U
13
3
6
r')
1877
1878
1879
18380
1881
1882
1883
1884
1885
Januar —
Februar
19
)
6)
23
97
Juli —
August
0
1
19
1
#
1886
1887
1888
1889
1890
1891
1892
1892
Januar =
Februar
Z1
16
26
31
26
53
37
Dr
Juli —
August
22
23
28
15
&7
51
24 1
Nicht für die Tabellen, wohl aber für die Karten wurden ferner auch die
in diesen Annalen 1893, Seite 411 und 413, von Kapt. Hegemann bearbeiteten
Aufzeichnungen vom Reichspostdampfer „Lübeck“ (Route Sydney—Samoa) : mit-
benutzt. Da die auf der „Lübeck“ geschätzten Windstärken sich durchschnittlich
um 0,5 Beaufort-Grade niedriger erweisen?) als das Mittel der in denselben
Gegenden von vielen verschiedener. Beobachtern aufgezeichneten, so sind sie zur
Benutzung zu den Karten um diese Gröfse erhöht worden, um sie auf die durch-
schnittliche Schätzungsweise deutscher Seeleute zu reduciren.
Da jede der folgenden Tabellen einen Meridianstreifen darstellt, in
welchem die Breitenzonen in derselben Ordnung, wie auf den Karten gebräuchlich
ist, von Nord nach Süd folgen, so bietet jede einzelne ein anschauliches Bild
der Vertheilung der Windstärken nach der geographischen Breite dar. Wo das
Material in ausreichender Vollständigkeit vorhanden ist, erkennen wir leicht die
schwachen Winde und Windstillen am Aequator, die stetig wehenden Passate in
10° bis 20° Breite, die abermalige Zunahme der Windstillen, aber zugleich Zu-
nahme der stärkeren Winde, in der Zone der „Rossbreiten“ um 30° herum und
das rasche Wachsthum der Zahlen für die höheren Windstärken in der Zone der
aufsertropischen Westwinde. Die obere Grenze der wahrscheinlich zu erwartenden
Windstärken wächst also von 5 bis 10° N-Br beiderseits bis zu den Polargrenzen
der vorliegenden Beobachtungen, während die untere Grenze drei tiefste Punkte
an den Aufsengrenzen der Passate und zwischen den letzteren hat. Der Spiel-
raum der Windstärken, der im Passat wesentlich auf die Grade 2 bis 6 ein-
geschränkt ist, erstreckt sich in höheren Breiten auf die ganze Beaufort-Skala.
Nur der Sommer auf der nördlichen Halbkugel macht eine Ausnahme insofern,
dafs stürmische Winde bei 15° oder 20° Breite häufiger sind als in höheren
Breiten. Sehr anschaulich führt die Tabelle i für Juli— August, 140°—150° West,
alle diese Züge vor.
Diese Gliederung nach Zonen wiederholt sich fast in jeder Tabelle unter
Verschiebung der Zonen je nach den Jahreszeiten in periodischer Schwankung süd-
wärts und nordwärts und unter Innehaltung einer gegen den Aequator um etwa
5° nordwärts verlegten Gleichgewichtslinie. Dennoch sind die Verhältnisse der
einzelnen Meridianstreifen keineswegs ganz gleich. "Tragen wir die mittleren
Windstärken der einzelnen Felder von 2'2° Breite und 10° Länge in zwei
Karten ein und ziehen sodann Linien gleicher Windstärke — Isanemonen, wie
) Nur die bis zum 20. September 1893 eingelaufenen Journale.
N” Im Januar——= Februar um 0,4, im Juli—August um 0,6, also sehr übereinstimmend.