JAN
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1895.
Bemerkungen.
2. Oktober, Mittag. Rombos-Insel SO 2 Sm. 6hp. Wind mehr östlich
laufend, 7* 17” p leichte Regenschauer, — 3. Oktober, 4" a. Leichte unbeständige
Briese, bedeckt, mit Regenschauern. Ende der Wache Wind umspringend auf
SW. Bis 4* 30” a leichter Regen. Mittag NNE-Dünung.
Dampfer „Cintra‘“, Kapt. Th. Säuberlich. Babia—St. Vincent—Lissabon.
J.-No. 2591. Am 2. Oktober mittags in 13° 35‘ N-Br, 26° 19‘ W-Lg (s. Skizze)
wurde NNE 3, 760,4 mm, 26,9° C und cm beobachtet bei NNE 2 See. Bis zur
Ankunft in Porto Grande am
3. Oktober 7* 20” a blieben Wind
und Wetter ähnlich.
Diese Beobachtungen er-
geben folgendes Bild:
Am 2, Oktober mittags war
das Barometer (reducirt) auf der
Strecke ‚„Cintra“ — „Patagonia‘“
760,4 bis 759,9 mm bei nordöst-
lichem Winde, der für die nord-
wärts steuernde „Cintra‘“ auch
bis nach St. Vincent anhielt. Der
normale Stand für diese Jahres-
zeit und Gegend beträgt aber
762 mm, das Barometer stand also
am 2. Oktober hier schon etwas
zu niedrig.
Die Mergenbeobachtungen
des 3. Oktober gegen 4* a zeigen
eine ziemlich umfangreiche flache
Depression, in deren nordwest-
lichem Theil sich „Rosario“ (R),
„Patagonia‘ (P) und „Babitonga‘““
(B) befanden. Die Entfernungen
der Schiffe voneinander waren
rund: R P 25 Sm, P B 40 Sm
ınd BR 45Sm. Da-alle drei
Schiffe um 4*a oder doch bis
Kurz vor 4" a nordöstlichen Wind
hatten, lag bis dahin tieferer
Luftdruck noch südlich von den
Schiffen. Die Stände waren aller-
dings bei R 757,4, P 757,1 und
bei B, dem nördlichsten Schiff,
756,9 mm, der Gradient also schein-
var nach Norden gerichtet. Auf
30 kleine Differenzen von 0,2 und
),5 mm darf man aber bei Schiffs-
beobachtungen kein zu grofses
Gewicht legen und daraus etwa
eine Druckabnahme nach Norden
ableiten wollen. Aus den Wind-
richtungen, die bei kleinen Gra-
dienten diesen an Genauigkeit
überlegen sind, läfst sich mit
zröfserer Sicherheit schlielsen,
dafs der Luftdruck bis kurz vor
42 von allen drei Schiffen aus
nach Süden zu äabnahm. Ueber
die Ausdehnung der Depression
und ihre Lage wissen wir nichts Bestimmtes, so lange alle Schiffe den Wind aus
demselben Nordost-Quadranten hatten.