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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Fahrten und Häfen am Golf von Mexiko und an der Küste von Costarica, 245 
mufßte dasselbe von der Landungsbrücke geholt werden, zu welchem Zweck von 
dem Besitzer derselben ein Leichter für 2 Doll. gemiethet wurde. Auf diese 
Weise war es möglich, den ganzen Wasserbedarf — 17 Fässer — in kaum einem 
Tage an Bord zu nehmen. ; 
Nachdem die Entlöschung der Ladung am 21. Januar beendet und in den 
folgenden Tagen Steinballast. eingenommen worden war, versegelte „Pei-Ho“ am 
26. Januar nach Puntarenas (Costarica) für Order, um an der dortigen Küste 
eine Ladung Holz einzunehmen. Die Reise wurde: bei frischem Nordwestwinde 
angetreten, welcher im unteren Theil des Golfes auf zwei Tage durch einen 
starken Südostwind unterbrochen wurde und dann das Schiff bis zur Höhe der 
Manzanilla-Bai begleitete. Von hier aus mußte bei flauen, zwischen NW und 
SW varilirenden, von Stillen unterbrochenen Winden’ weiter gearbeitet werden. 
Die Strömung war auf der ganzen Strecke unbedeutend und in der Richtung 
schwankend, bald nach NW, bald nach Ost oder SO setzend. Vor dem Golf 
von Nicoya wurde das Schiff 15 Tage durch fortwährende Windstille aufgehalten, 
so dafs erst am 13. März, nach einer Reise von 46 Tagen, auf der Rhede von 
Puntarenas geankert werden konnte. 
Matapalo. Von Puntarenas wurde „Pei-Ho“ nach Matapalo, einem Platze 
weiter nordwärts an der Küste in der Gorda-Bai belegen, beordert, um dort 
Cedernholz zu laden. Auf einer Wassertiefe von 13 m (7 Faden) liegen die 
Schiffe auf dieser Rhede ganz geschützt. Die Reise von Puntarenas nach Mata- 
palo wurde bei Land- und Seewinden ausgeführt und nahm vier Tage in Anspruch. 
In Matapalo kann man sich mit leichter Mühe mit sehr gutem Trinkwasser ver- 
sorgen. „Pei-Ho“ nahm seinen ganzen Bedarf in zwei Tagen an Bord. Das 
Wasser wird aus einer nicht weit vom Strande entfernten Quelle geschöpft und 
in Fässern auf einem Wagen an den Strand und von dort mit Booten an Bord 
geschafft. In Puntarenas kostet die Uebernahme des Trinkwassers, welches noch 
dazu schlecht ist, viel mehr Mühe und Zeit. ) 
Higuanita: Als zweiter Hafen wurde Higuanita am Golf von Culebra 
angelaufen, wo der Rest der Ladung eingenommen wurde, Dieser Hafen darf 
wohl als der beste der ganzen Küste bezeichnet werden, denn er ist vollständig 
geschützt und nicht die geringste Dünung in ihm vorhanden, was besonders das 
Uebernehmen des Holzes sehr erleichtert. Letzteres wird nur bei Hochwasser 
angebracht, denn der Stapelplatz desselben befindet sich an einem Estero (kleinen 
Flusse), der allein alsdann die dazu genügende Wassertiefe hat, bei Niedrig- 
wasser aber vollständig trocken läuft. Es traten hier zuweilen steife Nordost- 
winde, sogenannte Papagayos, auf, namentlich zur -Zeit des Neumondes. Für 
gewöhnlich fand ein Wechsel zwischen Land- und Seebriese statt; erstere hatte 
eine Richtung zwischen NW und NE, letztere zwischen Süd und SW. 
Higuanita ist sehr leicht ohne einen Lootsen aufzufinden, es liegt ganz am 
oberen Ende der Bai. Von dem Ankerplatz auf einer Wassertiefe von 9m 
(5 Faden) peilt die kleine Saline am Berge mw. NO. 
Nachdem die Ladung vervollständigt war, segelte „Pei-Ho“ am 5. Mai 
zwecks Ausklarirung nach Puntärenas zurück. Diese Reise wurde durch Stille, 
leichte südöstliche Winde sowie durch einen starken nordwestlichen Strom sehr 
verzögert und konnte erst nach Verlauf von 11 Tagen am 16. Mai beendet 
werden. Nur im Golf von Nicoya ‚wechselten Land- und Seebriese ziemlich 
regelmäßig, letztere war zuweilen recht frisch von SE bis SSW. 
Am 19. Mai 1891 trat das Schiff die Rückreise nach Falmouth oder 
Queenstown für Order an. Zunächst wurden leichte nördliche und nordwestliche 
Winde angetroffen, mit denen soviel West als’ möglich angholt wurde, um aus 
den Mallungen in der Nähe der Küste, welche in dieser Jahreszeit sehr häufig 
sind, zu kommen und dann westlich von den Galapagos-Inseln zu passiren. Dieses 
Vorhaben Hiefs sich indessen nicht ausführen. Leichte südwestliche und westliche 
Winde, verbunden mit einer starken östlichen Strömung, brachten das Schiff in 
die Nähe der Cocos-Insel, woselbst an mehreren aufeinander folgenden Tagen 
veränderliche Winde, Windstillen und Gewitter mit heftigem Regen auftraten. 
Zwar wurde der hierdurch hervorgerufene Aufenthalt einigermaflsen durch einen 
unerwarteten günstigen Strom, der das Schiff an drei Tagen durchschnittlich täglich 
28 Sm nach SWzW versetzte, abgekürzt; dann aber machte sich wieder ein 
starker Ostsüdoststrom von 18 bis 24 Sm im Etmal geltend, und es mußte die
	        
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