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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Ann. d. Hydr. ete., XXII. Jahrg. (1895), Heft VII. 
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Fahrt in den Bimbia-Flufls und Reise von Kamerun nach Togo 
- und zurück. 
Hydrograpbische und meteorologische Notizen S. M. S. „Hyäne“, Kommandant Kapt.-Lieut, BACHEM. 
(Hierzu Tafel 7, Vertonungen.) 
ll. Der Bimbia-Flußs. 
Am 28. Februar 1895 wurde in den Bimbia-Flufs eingelaufen. Es wurde 
bei dieser Gelegenheit die von S. M. S. „Möwe“ gegebene Segelanweisung 
(Januar 1885) benutzt. Das Einlaufen geschah bei sehr schwacher südwestlicher 
Briese, welche bereits seit mehreren "Tagen Stärke 1 bis 2 nicht überschritten 
hatte. Infolgedessen stand auf der Bimbia-Barre nur sehr schwache Dünung, und 
auf dem Ankerplatz vor der Dikullu-Bucht lag das Schiff vollkommen ruhig. 
Die auf der Barre und weiter oberhalb vorgefundenen Wassertiefen entsprachen 
den Angaben der Karte Tit. VI, No. 156. 
Die von S. M. S. „Möwe“ gegebene Segelanweisung ist zustimmend. 
Läuft man mit mw. ONO*/40-Kurs auf die Südspitze der Insel Nikol zu, 
so werden jedoch zuerst die Häuser der deutschen Plantage Bamba frei, welche 
im Jahre 1885 noch nicht erbaut waren. Man darf dann noch nicht nach St. B. 
drehen, sondern mufs durchliegen, bis die Negerfaktorei frei wird. Die Häuser 
der Plantage Bamba sind drei grofse weiße Gebäude mit weißen Dächern. Die 
Negerfaktorei liegt ziemlich nahe am Strande in Money-Dorf und ist ein kleines 
weilses Haus mit grauem Wellblechdach. 
Die Bamba-Plantage liegt etwa eine halbe Meile östlich von Money-Dorf, 
zwischen diesem und der Dikullu-Spitze. 
Am 1. März wollte S. M. S. „Hyäne“ die Fahrt nach Kamerun durch 
den Matumal-Kriek fortsetzen. Die Navigirung den Bimbia-Flulßs aufwärts und 
in den Kriek hinein ist ohne Schwierigkeit, man muls sich in der Mitte des 
Fahrwassers halten. Der Matumal-Kriek hat bis da, wo er auf der deutschen 
Karte No. 101 (Tit, VI, 156) nach 0SO umbiegt, eine Breite von 150 bis 300 m 
und Tiefen nicht unter 12 m, selbst dicht an den Mangroven. XNach der 
deutschen Karte No. 101 sollte man annehmen, dafs der Kriek in ähnlicher 
Breite wie vorher bis zum Kamerun-Flufßs verlaufen würde. Dies ist jedoch 
nicht der Fall, der Kriek wird da, wo er nach OSO umbiegt, bald so eng, dafs 
er trotz genügender Wassertiefe, welche nicht unter 6 m gefunden wurde, für 
S. M. S. „Hyäne“ unpassirbar war. Es wurde daher umgekehrt und zunächst 
ein anderer breiter Kriek mit Wassertiefen bis zu 25 m, welcher nach NO läuft 
und auf der Karte No. 101 (Tit. VI, 156) nur angedeutet ist, verfolgt. 
Da jedoch der Abend nahe war und man nicht wuflte, wo der Kriek 
endigen würde, wurde umgedreht, nach dem Bimbia-Flufs zurückgelaufen und 
in demselben geankert. Am folgenden Tage wurde die Rückfahrt nach Kamerun 
auf dem gewöhnlichen Seewege angetreten. 
Nach in Kamerun eingezogenen Erkundigungen mündet der nach NO ab- 
biegende Kriek etwa 4 Sm nördlich des Matumal-Kriek und’ hat von seiner 
Mündung bis zum Kamerun-Flufs Tiefen nicht unter 4 m bei Niedrigwasser, 
II. Von Kamerun nach Togo und zurück. 
a) Wind und Wetter. Die Reise wurde am 16. März 1895 angetreten 
und am 20. die Togo-Küste erreicht. Während dieser Zeit wurden stets leichte 
westliche Winde, vorwiegend zwischen WSW und WzN schwankend und in den 
Stärken zwischen 1 und 3 wechselnd, angetroffen. Die äufsersten Schwankungen 
in der Richtung waren im Golf von Benin am 18, von 12" mittags bis 10* p 
zwischen SW und NW, Stärke 2 bis 3. 
Ann. d. Hydr. etc., 1895, Heft VII.
	        
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