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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Segelanweisung für die Mansa-Bai. 
Der nördliche zwischen der Halbinsel Boma und dem Festlande gelegene 
Theil verengt sich nach und nach zum Mansa-Kanal (Mto Mansa). 
Im Westen erweitert sich die Bai zur Mkumbi-Bucht (Pani Mkumbi), von 
welcher der Mandussi-Kanal ausgeht. Letzterer schneidet in nordwestlicher 
Richtung ziemlich weit in das Land ein; er wird in seinem mittleren Laufe 
Mto Kombe und im nördlichsten Mto Ndogo genannt. Südlich und westlich 
zweigen sich von ihm der Malehe- und Doda-Kanal ab. Im SW steht die 
Mansa-Bai durch einen flachen Arm mit der Kiwokoni-Bucht und durch diese mit 
der Kuale-Bai in Verbindung. 
Die Insel Mnasini (in den englischen Seekarten Kuale genannt) ist ein 
gehobenes Korallenriff, liegt durchschnittlich 6 m über Hochwasser und ist überall 
mit undurchdringlichem Buschwalde bedeckt. Das östliche Ufer besteht aus steil 
abfallendem Korallenfels, die an die Baien stofsenden Ufer sind von Mangrove- 
dickicht umgeben, Die nordöstliche Ecke der Insel besteht aus mehreren zerstreut 
auf dem Riff liegenden Felsen, von denen der nördlichste das Ras Mnasini bildet. 
Mnasini hat kein Wasser und ist unbewohnt. 
Die Halbinsel Boma ist von derselben Beschaffenheit wie Mnasini, aber 
ein wenig höher, 8 bis 10 m, der südliche Theil ist gleichfalls wasserlos und 
unbewohnt. Die Südspitze, Ras Mawe mawili (Kap der zwei Felsen), macht 
sich durch zwei in 300 m Abstand vom Ufer auf dem Landriff liegende Felsen 
bemerkbar. 
Die Küste des Festlandes hat überall an der Bai einen flachen von 
Mangroven umgebenen Strand. An mehreren Stellen stehen Strecken Landes bei 
Springfluth unter Wasser. Der Boden ist hier salzhaltig und ohne Pflanzen- 
wuchs, aber nicht sumpfig. Die Eingeborenen graben Löcher in denselben und 
gewinnen aus dem stark salzhaltigen Wasser, welches sich hierin sammelt, durch 
Kochen Salz. Abgesehen von diesen Stellen, steigt das Land hinter dem Man- 
grovegürtel langsam an. In der Nähe der Dörfer befinden sich Kokospalmen, 
Mangobäume..und Pflanzungen (meist Maniok), sonst herrscht überall die ein- 
förmige Baumsteppe, d. h. ein Grasland, welches mit einzelnen Bäumen und 
Sträuchern bestanden ist. Da diese Steppe an der Küste durch den dichten 
Mangrovewald verdeckt wird, so hat es von See aus oft den Anschein, als ob 
das ganze Land mit zusammenhängendem Walde bedeckt sei. Die englischen 
Karten wenden daher auch häufig genug die falsche Bezeichnung densely oder 
thikly wooded für solche Landstriche an, wo von einer dichten Bewaldung nicht 
die Rede ist. 
Ein undurchdringlicher Buschwald befindet sich dagegen auf allen den der 
Küste vorgelagerten Inseln und Halbinseln, welche durch gehobene Korallenriffe 
entstanden sind. Ein solcher Wald enthält wenige oder gar keine Stämme, die 
als Nutzholz dienen könnten, dagegen einige als Brennholz verwendbare Baum- 
und Straucharten. In diesen Dickichten kommen verschiedene Arten kleiner 
Antilopen, Wildschweine, Leoparden und viele Schlangen vor. 
Bäche und Quellen sind an den Ufern der Bai nicht vorhanden; auf dem 
Festlande geben jedoch Brunnen oft schon in geringer Tiefe Wasser. . 
Am westlichen Ufer und an den Kanälen liegen zahlreiche Dörfer, die 
meistens durch Steinmauern befestigt sind. Der gröfste und bedeutendste Ort ist 
das am Ende eines langen Kanals gelegene Mansa, welches 800 bis 1000 KEin- 
wohner haben mag, worunter etwa 12 indische Händler. Bei Hochwasser gehen 
die gröfsten Dhaus bis nach Mansa hinauf, und der Ort hat, nach der Anzahl der 
aus- und einlaufenden Fahrzeuge zu schliefsen, einen beträchtlichen Handelsverkehr. 
Die Produkte sind Hirse (mtama), etwas Reis, Kopra und Kautschuk. 
Nächst Mansa sind Doda, Kitschalikani und Kuale die bedeutenderen 
Dörfer, in welchen gleichfalls indische Händler wohnen. Kleinere Dhaus gehen 
durch den Mandussi-Kanal bis nach Doda. 
Die Eingeborenen der Küstendörfer sind Wassegeju, landeinwärts wohnen 
die Wadigo. Die Gegend gehört zum Gouvernementsbezirk Tanga, 
An Lebensmitteln sind Rindvieh, Schafe, Ziegen, Hühner, Eier und Fische 
in kleinen Mengen käuflich, brauchbares Wasser ist dagegen nicht vorhanden, 
Die Mansa-Bai bietet bei durchschnittlich 15 m Tiefe in völlig glattem 
Wasser nach allen Seiten geschützte Ankerplätze. Sie ist trotzdem den See- 
winden zugänglich und infolgedessen kühler als irgend ein anderer Hafen 
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