Zur Meteorologie der Pardy-Inseln.
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Zur Meteorologie der Purdy-Inseln. )
Bei der Spärlichkeit meteorologischer Daten aus. der Südsee ist es vielleicht
nicht ohne Werth, hier in Kürze. zusammenzustellen, was sich in klimatologischer
Hinsicht bei der vorübergehenden Besiedelung der Purdy-Inseln gelegentlich der
dort vorgenommenen Abbauversuche der Phosphatlager ergeben hat.
Bergingenieur Recknagel, welcher sich auf Mole-Insel vier Monate auf-
hielt, beobachtete folgende Temperaturen:
7a 2 D XD Mittel
Juni 1889 . 275° C 27,9° € 274° C 27,6° C
Juli . . . 269° 28,2° © 27,8° 27,5°
August . . 27,1° 28,6° 27,5° 27,7°
September . 27,2% 28,3° 27,4° 27,6°
Die Windstärke nach der 12theiligen Skala betrug:
25 pp
3,3 2,7
31 3,7
2,8 3,5
34 70
ha
Juni 1889 . 2,8
Juli. . . 31
August . . 29
September . 28
Die Bewölkung betrug im Mittel:
2b 9
Juni 1889 . 45 4,8 4,3 4,3
Juli. . . 50 5,2 4,1 48
August . . 48 4,1 3,8 4°
September . 5,0 4,5 4,1 4,5
Die herrschende Windrichtung war ganz ausgeprägt SE und ESE, doch
kamen mitunter auch Winde aus anderen Richtungen vor, so besonders vor und
bei Gewitterregen solche aus NW und Nord. Im Jahre 1888 setzte der SE am
23, Oktober in den NW um,
Die beobachteten Niederschläge vertheilten sich wie folgt:
Juni . . 10 Regenfälle bei Tag, 8 bei Nacht, 5 Gewitter.
Juli . . 12 » „9 »n 5
August . 11 ” » »» 7 „zz 3 #
September 13 # » za 9 == 5 »
Der Regenfall scheint das ganze Jahr hindurch ein sehr reichlicher zu
sein, wenn derselbe auch in einzelnen Jahren etwas unregelmäßig sein. dürfte;
so herrschte im Mai und Juni 1890 beständiges Wetter und wenig Regen, im
Juli und August fiel aber sehr viel Regen, der Januar 1891 war fortwährend
nafs, vom 3. bis 24, Februar herrschten täglich heftige Regenböen, im Mai 1891
gab es jeden Tag Regen, im Juli war das Wetter noch schlimmer, es fielen
täglich gegen Morgen ganze Ströme Regen, dabei herrschte fast immer Nord-
westwind, ein steter Südostwind kam in diesem Jahre bis zum Juli gar nicht
zur Herrschaft; vom 2. bis 20. August herrschte schönes Wetter, dabei fiel aber
jede Nacht Regen, dann wurde: mit heftigem NW die Witterung wieder unruhig;
im September herrschte schönes ruhiges Wetter, aber jede Nacht Regen. Letzteres
wird auch vom November 1891 berichtet,
Ein Beobachter schätzt die Zahl der durchschnittlichen Regentage im
Monat auf 25; dabei ist der Regenfall, für den leider keine Messungen vorliegen,
oft ein sehr heftiger, so dafs sich grofse Teiche bilden. Unter diesen Umständen
ist es nicht zu verwundern, daß das Grundwasser, welches nach Nivellements
0,5 m höher steht als das Niveau des Meeres, durchaus süls ist, obwohl es mit
der Ebbe und Fluth der See tägliche Schwankungen von 0,2 m aufweist, während
die Ebbe- und Fluth-Differenz der See bis 0,8 m steigt. Die Zeit des Eintrittes
des Niedrig- bezw. Hochwassers: erfolgt im Grundwasser 2 bis 3 Stunden später
als in dem Meere.
i). Aus den „Nachrichten über Kaiser Wilhelms-Land und. den Bismarck-Archipel“, 1894,
herausgegeben von der Neu-Guinea-Kompagnie in Berlin.