accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

79 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1895. 
Bericht der Deutschen Seewarte über das Ergebnifs 
der magnetischen Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete 
während des Jahres 1894. 
Die magnetischen Untersuchungen in dem deutschen Küstengebiete während 
des Jahres 1894 erlangten insofern eine besondere Bedeutung, als die schon im 
Vorjahre geplante, aber nicht zur Ausführung gebrachte Untersuchung über die 
magnetischen Anomalien in dem Nordosten im Berichtsjahre zur Ausführung 
yelangte. Die Grundlage für diese Untersuchungen bildeten die Ergebnisse der 
Aufnahmen dänischerseits auf und um Bornholm, jene im südöstlichen Theile 
Schwedens und die magnetischen Beobachtungen, welche von der Deutschen See- 
warte an den Küsten von Ost- und Westpreufsen ausgeführt worden sind. Die 
neuerdings in den russischen Ostsee-Provinzen ausgeführten magnetischen Beob- 
achtungen bestätigen aufs Neue den anomalen Verlauf der magnetischen Linien, 
und zwar für alle drei Elemente des Erdmagnetismus. Es schien sonach wichtig, 
die Untersuchungen auch auf die hohe See auszudehnen, damit daraus erkannt 
werde, ob sich auch dort die Anomalien erkennen liefen, Eine Denkschrift 
seitens der Direktion über die Bedeutung einer solchen Untersuchung war schon 
im Jahre 1893 dem Reichs-Marine-Amt vorgelegt worden, worin sowohl der 
Konstruktion der zu benutzenden Instrumente sowie der Eigenart des Fahrzeuges 
und der Methode der Beobachtung eine eingehende Beachtung gezollt wurde. 
In einem detaillirten Operationsplane wurden die festen Punkte, an welchen 
Basis-Beobachtungen angestellt werden sollten, sowohl für die deutsche Küste 
wie für das dänische und schwedische Gebiet bezeichnet und die Routen, auf 
welchen Beobachtungen auszuführen waren, mit den erforderlichen Kontrolpunkten 
angegeben. 
Die nach der Angabe des Direktors für diesen Zweck konstruirten In- 
strumente waren jenen ähnlich, welche ein Jahr früher für die Expedition des 
Dr. Fridjof Nansen nach dem Nordpole konstruirt worden waren, und bestanden 
im Wesentlichen aus dem für Bestimmungen der Horizontal-Intensität eingerichteten 
Marine-Deklinatorium, dem für das Deklinatorium adaptirten Fox’schen Apparate für 
Inklination und Total-Intensität, Als Stativ an Bord wurde jenes, welches in der 
britischen Marine für Beobachtungen mit dem Fox’schen Apparat gebraucht wird, 
benutzt, während für die Zwecke an Land das Stativ des Marine-Deklinatoriums ver- 
wendet wurde. Der ganze Apparat wurde im Laufe des Jahres 1894 von dem 
Mechaniker der Seewarte, Zschau, angefertigt und wurde in den Tagen vom 23. bis 
26. Mai einer eingehenden Untersuchung in dem Kompafs-Observatorium der See- 
warte unterworfen. Es wird da, wo über die Ergebnisse der von Herrn Emil Stück, 
Assistent des Kaiserlichen Marine-Observatoriums in Wilhelmshaven, ausgeführten 
Untersuchungen berichtet werden wird, alles das angeführt werden, was sich über 
die Prüfung der Instrumente in der Seewarte, über deren Konstruktion und Ver- 
gleichung auf den Observatorien in Potsdam und Wilhelmshaven sagen läßt. 
Erwähnt werde nur noch, dafs die Beobachtungen an Bord des Tonnenlegers 
„Heppens“, welches Fahrzeug vorher von allen entbehrlichen Eisentheilen befreit 
worden war, ausgeführt worden sind. Letztere Vorsicht wurde deshalb an- 
gewendet, um die Deviationen, wenn nicht ganz verschwinden zu lassen, so doch 
auf einen Minimalwerth herabzubringen, und bedarf es wohl keiner besonderen 
Betonung, dafs dessenungeachtet die Bestimmungen der Deviationen in der gewissen- 
haftesten Weise ausgeführt worden sind, 
Ende des Berichtsjahres beobachtete Herr Stück mit den im Felde 
benutzten Instrumenten die magnetischen Elemente abermals im Kompafs-Obser- 
vatorium vom 12. bis 19. Dezember. 
Es ist hier die Stelle, zu erwähnen, daß die Anlage und die Inbetriebsetzung 
der elektrischen Strafsenbahnen eine beachtenswerthe Störung in den magnetischen 
Elementen, wenn auch von kurzer Dauer und geringem Betrage, verursachte. 
Diese Störung wurde nicht nur im Kompalfs-Observatorium, sondern auch im 
magnetischen Pavillon hinter der Seewarte beobachtet. Die Entfernung von der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.