Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1895,
Der angrenzende Theil des englischen Gebietes zeigt nahezu dieselbe Be-
schaffenheit. Die Insel Wasin ist ebenso wie die südöstlich davon gelegenen
kleinen Inseln flach und bewaldet. Die Insel Ssii ist dagegen hoch und giebt
eine gute Landmarke für den nördlichen Theil des Küstengewässers ab. Auch
lie weiter landeinwärts gelegenen Berge Jombo, Mrima und Kiruki, isolirte
kegelförmige und bewaldete Berge, sind gut erkennbar und können als Land-
marken dienen.
Das Küstenfahrwasser.
Vom Wasin-Kanal führt ein Fahrwasser innerhalb der vorgelagerten grofsen
Korallenriffe an der Küste entlang bis zur Tanga-Bucht. Dasselbe ist in seinem
nördlichen Theile ziemlich eng und unklar, von Ras Kungunganda bis Ulenge
dagegen breiter und frei von Untiefen. An der Ostküste der Insel Kirui liegen
nehrere kleine Riffe, und aufserdem springt das Strandriff an einer Stelle ziemlich
weit vor. Von Ras Kungunganda bis Ulenge ist die Küste ziemlich frei. Zu
veachten sind auf dieser Strecke nur zwei Untiefen. Zuerst Fungu Kiwani, eine
Sandbank mit 1,9 m als geringste Tiefe auf ihrem Nordende, 1500 m östlich von
Ras Kilifi. Dann Boma-Riff in 1200 m Abstand vom Ufer der Halbinsel Boma.
Gegenüber der Mkadini-Bucht springt ferner das Landriff ein wenig vor. Die
Ostküsten von Kuale und Ulenge sind völlig klar. Man hält sich in diesem
Fahrwasser am besten in 1 bis 1,5 Sm Abstand vom Ufer, hat hierbei an den
verschiedenen deutlich hervortretenden Kaps genügend Objekte zur Abstands-
bestimmung und geht völlig klar von den seewärts gelegenen Riffen und
Untiefen.
Die Durchfahrten vom Pemba-Kanal nach dem Küstenfahrwasser.
Vom Pemba-Kanal aus führen drei Durchfahrten in dieses Fahrwasser.,
Für grofse Schiffe ist die nördlich vom Kitungamne-Riff, zwischen diesem und
der Insel Pungutiaya gelegene, die beste; dieselbe ist frei von Untiefen, und man
hat in ihr beständig die sichere Peilung des Kilulu-Berges.
Für die zweite zwischen dem Kitungamne- und Schundo-Riff gelegene
Durchfahrt fehlt es an einer guten Peilung; der Strom setzt in derselben mit
grofser Stärke und nach verschiedenen Richtungen, auch liegt zu beiden Seiten
unsicherer Grund mit schlecht sichtbaren flachen Stellen, so dafs die Benutzung
nicht zu empfehlen ist.
Die dritte südlich vom Uamba-Riff gelegene Durchfahrt hat zwar gute
Peilungen nach den Südspitzen der Inseln Kuale und Ulenge, aber unsicheren
rund, und ihre Benutzung ist für grofse Schiffe gleichfalls nicht rathsam.
Schiffahrt im Pemba-Kanal.
Die Schiffahrt im Pemba-Kanal aufserhalb der Korallenriffe bietet keine
Schwierigkeiten. Von Norden kommende Schiffe haben zunächst Peilungen nach
den nördlich vom Umba-Flusse im englischen Gebiete gelegenen Berggipfeln,
nach der Insel Pungutiayu und nach dem Kilulu. Weiter südwärts treten die
Südspitze der Insel Ulenge und die auf dem Nordende der Insel Jamba befind-
liche hervorragende Mangrovegruppe hinzu.
Die Strömung.
Der Strom setzt sowohl im Pemba-Kanal als auch im Küstenfahrwasser
während ‚des ganzen Jahres nach NNO. Im Südwestmonsun mit 2 bis 4 Sm und
im Nordostmonsun mit 1 bis 2 Sm Stärke. Bei Fluth hat der Strom gröfsere
Stärken als während der Ebbe. Im tiefen Wasser des Pemba-Kanals wird der
Strom durch die Ebbe aufserdem weniger beeinflußt oder verringert als im
Küstenfahrwasser. Weitere Angaben über Fluth und Ebbe sind bei Beschreibung
der Baien gegeben worden,
Buchten und Häfen.
Zwischen der Insel Kirui und der Halbinsel Gomani erstreckt sich die
Moa-Bai, zwischen der Halbinsel Boma und der Insel Kuale die Mansa-Bai, von