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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1895.
eingenommene Ballast nach allgemeiner Annahme auf den Gesundheitszustand der
Mannschaft ausüben sollte, zu vermeiden. Trotzdem stellte sich auf See die
yefürchtete Krankheit ein. Eine Woche nach der Abreise erkrankte zuerst der
Übersteuermann und nach und nach die Mehrzahl der Besatzung. Der Kapitän
versuchte vergeblich, durch möglichst strenge Absonderung der Erkrankten von
den Gesunden der Ausbreitung der Krankheit Einhalt zu thun. Auch nachdem
lie „Dorothea“ am 11. März den Hafen von Punta Arenas erreicht hatte,
erfolgten noch weitere Erkrankungen, und schliefslich blieben nur der Kapitän
and vier Mann verschont. Von zehn erkrankten Leuten der Besatzung genasen
fünf, während fünf starben.
Kapt. Moeller schreibt die Ursache des Ausbruches des gelben Fiebers
an Bord seines Schiffes besonders dem Umstande zu, dafs die Mannschaft, als
das Schiff in Guayaquil am Lande lag, sich trotz aller Warnungen nicht abhalten
liefs, sich bis spät in die Nacht hinein am Lande umherzutreiben. Sechs Mann
mußten sogar eine ganze Nacht im Gefängnils zubringen.
3. Von Apia nach Auckland. (Hydrographische Bemerkungen aus
dem Reisebericht S. M. S. „Bussard“ vom 1. bis 11. Dezember 1894.)
Nachdem S. M. S. „Bussard“ aus der unmittelbaren Nähe der Samoa-
Inseln herausgekommen war, wurde das Einsetzen des frisch wehenden Passates
bemerkt. Der Wind wehte bis zu 26° S-Br ziemlich regelmäfsig, zeitweilig böig,
aus den Richtungen ESE—SSE in Stärke 4 bis 6. In der Nähe der Tonga-Inseln
wurden starke Niederschläge und unsichtiges dickes Wetter beobachtet. Während
des ersten Theiles der Reise machten sich heftige Blitzerscheinungen bemerkbar.
Nach Ueberschreiten des 26. Breitengrades wurden bis zum Eintreffen in
Auckland Winde aus verschiedenen Richtungen, in der Nähe Neu-Seelands aus
südlicher und südwestlicher Richtung festgestellt.
Während der ganzen Reisedauer wurde eine südwestliche Strömung
beobachtet. Die Stromversetzung lag in den Grenzen zwischen 22,8 und 11,8 Sm
innerhalb 24 Stunden.
Zu bemerken ist, daß das hohe Land nördlich des Hauraki-Golfes, aller-
dings in gleicher Richtung mit der untergehenden Sonne, auf ca 65 Sm Entfernung
gesichtet wurde.
4. Die Tiefenverhältnisse im Hafen von Newcastle N. 5, W,
Kapt. Käsewurm vom Schiffe „Iron Duke“, der am 31. August 1891 von New-
castle N. S. W. nach San Francisco in See ging, schreibt in seinem meteoro-
logischen Journale: Die Ladung nach San Francisco besteht aus 2100 Tonnen
Kohlen; der Tiefgang des Schiffes ist hiermit vorne 22 Fuß 6 Zoll, hinten
22 Fuß 9 Zoll engl.
Im Gegensatz zu dieser Mittheilung berichtet Kapt. Sander vom Schiffe
„Standard“, der nur drei Tage später eine Reise von Newcastle N. S. W. nach
San Diego antrat, dafs Newcastle für Schiffe, welche tiefer gehen als 22 Fulfs
3 Zoll, ein sehr schlechter Hafen sei, weil solche nicht so viel Ladung nehmen
dürften als sie tragen könnten. Ein englisches Schiff, welches bis zu 22 Fufs
7 Zoll weggeladen hatte, kam an Grund, wurde jedoch zwei Tage später, bei
der eintretenden Springfluth, wieder flott. Der Hafenmeister erließ in Ver-
anlassung dieses Vorfalles eine Verordnung, nach der kein Schiff tiefer als
22 Fuß 3 Zoll beladen werden durfte, Aus diesem Grunde konnte „Standard“
anstatt 2279 Tonnen nur 1943 Tonnen Kohlen laden.
Eingänge von meteorologischen Tagebüchern bei der Deutschen
Seewarte im Monat März 1895.
Von Schiffen der Kaiserlichen Marine.
S. M. Schiffe und Fahrzeuge:
1. „Hohenzollern“, Kommandant Kapt. z.S. von Arnim, Geführt in der
Nord- und Ostsee.
2. „Kaiseradler‘, Kommandant Kapt. z. S. von Arnim, Geführt in der
Nord- und Ostsee.
L.