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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1895.
Leichte, im Hochdruckgebiete wehende Ostwinde, die von den Schiffen in
der Nähe des Kaps Horn angetroffen wurden, verhinderten den Fortgang der
Reise in solcher Weise, dafs z. B. „Placilla‘“ während zwei aufeinander folgender
Tage nur 114 Sm gut machen konnte. Diese ungünstigen Verhältnisse dauerten
bis zum 9. August, an welchem Tage sich durch rasche Luftdruckabnahme das
von Westen her erfolgende Näherkommen eines Niederdruckgebietes bemerkbar
machte. Unter seinem Einflusse veränderte sich der schwache Wind durch Nord
nach NW und nahm darauf so rasch an Stärke zu, dafs während der letzten
beiden Wachen am 12. August der Nordwestwind bei „Poncho“, „Arethusa‘“ und
„Dorade“, den drei am westlichsten stehenden deutschen Schiffen, schon orkan-
artig wehte. Bei den drei anderen Mitseglern geschah dies erst am 13. August.
Das diesen Sturm verursachende Minimum bewegte sich südlich von den Schiffen
nach Osten. Die wahrscheinlich grofse Schnelligkeit, mit welcher dies geschah,
läfst sich aus den Beobachtungen nicht ersehen. Grofse Windveränderungen,
welche nahe am Minimum ja gewöhnlich am ersten zu erwarten sind, fanden,
als der Mittelpunkt des Niederdruckgebietes an den Schiffen vorüberzog, nicht
statt, und als der niedrigste Barometerstand schon nahezu erreicht war, verging
noch eine verhältnifsmäfsig lange Zeit, bevor der Luftdruck wieder zunahm. Das
anfängliche Sinken des Barometers war dagegen ein sehr rasches gewesen. Bei
allen Mitseglern, nur bei den beiden nördlicher stehenden „Preufsen“ und „Placilla“
nicht, sank das Barometer unter 720 mm. Den niedrigsten Stand von 712,4 mm
beobachtete „Dorade‘“ am Vormittage des 14. August in der Nähe von 57° S-Br
und 63° W-Lg. Bei jenen beiden weiter vom Minimum entfernten Schiffen war,
wie es in ähnlicher Lage oft der Fall ist, die Windstärke ebenso grofs wie bei
den anderen Schiffen. Selbst „Preufsen‘“ sah sich dadurch und besonders der
wild aufgeregten See wegen gezwungen, für einige Stunden beizudrehen. Bei
dem sich später nur sehr langsam mäfsigenden, dann aus raumerer Richtung
wehenden Sturme konnten alle Schiffe einen raschen Fortgang erzielen. „Placilla“,
welchem Schiffe am 15. August durch an Bord schlagende Wellen noch viele
an Deck befindliche Gegenstände zertrümmert wurden, verfolgte dabei einen
nördlicheren Kurs als die anderen Mitsegler es thaten. Als Folge davon und
der gröfseren Schnelligkeit dieses Schiffes veränderten sich die Schiffsorte in
solcher Weise, dafs am 19. August mittags sich „Placilla“ in 34,7° S-Br und
31,8° W-Lg, „Preufsen“ in 38° S-Br und 30,5° W-Lg, „Euterpe“ in 41,8° S-Br
und 35,1" W-Lg, „Arethusa“ ‘in 43,3° S-Br und 425° W-Lg, „Poncho“ in
48,7° S-Br und 50° W-Lg, „Dorade“ in 49,2° S-Br und 45,8° W-Lg und „West-
Australian“ in 50,5° S-Br und 50,2° W-Lg befand. Bis zu diesem Tage hatte
also „Placilla“, welche sich damals ebenso wie „Preufsen‘“ schon im grofsen
Hochdruckgebiete des Südatlantischen Oceans befand, gegen alle Mitsegler be-
deutend gewonnen. Am 21. und 22. August wurde „Preufsen‘ aber von frischerem
Nordwestwinde, als „Placilla“ ihn fand, begünstigt, und die Folge davon war,
daß bis zum Mittage des 23. August „Preufßsen‘“ nach 29,2° S-Br in 22,5° W-Lg,
„Placilla“ aber nur nach 29,6° S-Br in 25,1° W-Lg vorrücken konnte. Die beiden
Mitsegler standen an diesem Tage also nahezu auf demselben Breitenparallel.
Als aber dann der Wind bei beiden Schiffen nordöstlich lief, also sich so ver-
änderte, wie es in diesem Meerestheile meistens geschieht, konnte „Preufsen“ so
viel voller weghalten und daher raschere Fahrt erzielen als „Placilla“, dafs jenes
Schiff am 27. August mittags 22,5° S-Br in 28° W-Lg erreicht hatte, als dies sich
noch in 24,5° S-Br und 27,3° W-Lg befand. Den Südostpassat erreichten „Placilla“
in 21° S-Br und 27,3° W-Lg, wie „Preufsen“ in 21° S-Br und 28° W-Lg am
28. August, „Euterpe‘“ in 23,3° S-Br und 27,2° W-Lg, wie „Arethusa“ in 23,5° S-Br
und 29,6° W-Lg am 1. September, „Dorade“ in 20° S-Br und 31,5° W-Lg, wie
„Poncho“ in 22,2° S-Br und 27° W-Lg am 10. September und endlich „West-
Australian‘ in 19,3° S-Br und 27,5° W-Lg am 14. September. Die letzten drei
Schiffe waren südlich von der polaren Passatgrenze für längere Zeit durch
schwache nördliche Winde aufgehalten worden. Im Gebiete des Südostpassats
fanden nur die ersten drei der folgenden Schiffe frischen und beständigen Wind.
Vom Passate geführt, überschritten den Aequator „Placilla“ in 27° W-Lg, wie
„Preufsen“ in 27° W-Lg am 2. September, „Euterpe“ in 27,1° W-Lg am
8. September, „Arethusa“ in 30° W-Lg am 13. September, „Dorade‘ in 28,4° W-Lg
am 18. September, „Poncho“ in 26° W-Lg, wie „West-Australian“ in 28° W-Lg