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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Wasserstands- und Strömungsverhältnisse des Flusses Esmeraldas (Ecuador). 129 
stark war und in raschen Wirbeln auftrat, so steckten wir 50 Faden Kette bis 
zum Wasser aus; aber unter den vorhandenen Umständen, welche nicht zu 
beschreiben sind, konnte nichts widerstehen, und ich glaube, wenn die Kette 
nicht gebrochen wäre, so würde die Klüse ausgerissen sein. Bald lag das Schiff 
in todtem Wasser, während auf beiden Seiten, eine halbe Schiffslänge entfernt, 
der Strom mit einer Geschwindigkeit von 6 bıs 7 Knoten auswärts dahin raste, 
bald wurde der Bug des Schiffes von der einen oder von der anderen Seite von 
dem aus den verschiedenen Mündungen fallenden Strom gefalst und zur Seite 
geworfen, während sich das Hintertheil des Schiffes noch in todtem Wasser 
befand. Dafs es dabei schwere Rucke in der Kette abgab, ist leicht erklärlich. 
Nachdem mehrere derselben glücklich verlaufen waren, folgte der letzte schwere 
Ruck, der die Kette zum Brechen brachte. Ohne die Bänke zu berühren, trieb 
das Schiff dann seewärts. Wäre die Nacht nicht bei Regen, Blitzen und Gewitter 
so stockfinster gewesen, hätten wir vielleicht eine Boje auf die Kette stecken, 
letztere schlippen und in See gehen können, Auf diese Weise würde der Verlust 
von Anker und Keite wohl vermieden worden sein, allein dieses Unternehmen 
war bei den herrschenden Witterungsverhältnissen nicht zu wagen. 
Strömungen an der Ostküste Afrikas, zwischen Kap Guardafui 
und Sansibar, während des Südwestmonsuns. 
Von Kapt. E. Elson, Führer des Reichspostdampfers „Reichstag“, erhielt 
die Direktion der Seewarte durch schriftliche Mittheilung Kenntnifs von den 
nachstehend aufgeführten Stromversetzungen, welche von dem genannten Kapitän 
auf seinen Reisen nach der Ostküste Afrikas während der Südwestmonsun-Monate 
der fünf Jahre 1890 bis 1894 beobachtet wurden. In der fraglichen Jahreszeit 
nehmen die Dampfer auf der Ausfahrt von Kap Guardafui nach Sansibar, um die 
längs der Küste setzende starke Gegenströmung zu vermeiden, ihre Route in 
weiter Entfernung vom Lande, auf der Rückreise halten sie sich dagegen in der 
Nähe des Landes, wo ihre Fahrt durch den sehr stark und regelmäfsig auftretenden 
Nordoststrom zur Zeit des vollen Monsuns um nicht weniger als durchschnittlich 
3 Knoten gefördert wird. 
Die Angaben über Wind und Strömung gelten für die dem Mittage des 
nebenstehenden Datums vorhergegangenen 24 Stunden oder für eine kürzere Zeit, 
wenn dies besonders angegeben ist. Dasselbe gilt von den zurückgelegten 
Distanzen. 
). Ausreisen. 
Datum 
1890 August 1? 
22 
nz 
1891 Juli 
21 
as 
- 
ad 
Stunde) 
Mittag 
| 
Breite | 
11° 36‘ N 
9°31‘ N 
8°2U N 
2926‘ N 
0°24' 8 
99 8078 
11° 8N 
9°13'N 
5°57' N 
4° 40‘ N 
1°32'N 
0° 108 
1°47 8 
Länge 
51° 23/0 
1° 32/0 
°55‘0 
30°38'0 
46° 36‘ 0 
49° 0:0 
32° 0'O 
532° 35’ 0 
52° 200 
50°29' 0 
{9° 17/0 
45° 40 0 
41°55' 0 
Ah- 
ıtand 
vom 
Lande 
50Sm 
150 
200 
170 
70. 
110, 
150: 
120 
70 
20 
20 
Strom 
N9°E 65Sm 
N59°E 22, 
S65°E 42, 
S65°W 26 , 
874° W 23. 
N43°E 83, 
N48°E ‚68 „ 
N MM, 
T80°E 80, 
30°E 28, 
NSW 36. 
Wind 
SW 6-—7 
SSW 7—4 
SSW 141 
SSW 4 
SAW 4 
SSW 7-—8 
SSW 8—6 
SW 8—6 
5SSW 5 
SSW 5—F€ 
A7W 5—4 
Zurückgelegte 
Distanz 
uäch nach 
Beob- 
Logge achtung 
‚90Sm| 
201 
237 
270 
272 
132:Sm 
192 , 
247 
296 » 
995 
17 
92, 
iM 
246 
260 
747 
122. 
138 
178 
-00 
246 , 
D4G _ 
' 
Ann. d. Hydr. ete.. 1895. Heft IV.
	        
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