accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

126 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1895. 
Pango gedampft. Trotz der längere Zeit geheißsten Lootsenflagge wurde von 
einem Lootsen nichts bemerkt. Am Strande von Anuu war das Erscheinen 
S. M. S. „Bussard“ offenbar gesehen worden. ; 
Die 'Küstenkarte Tit. XII, No. 163 (Anuu-— Sailing Rock), enthält mit 
Bezug auf die Küstenkonturen zweifellos Ungenauigkeiten; z. B. wurde gesehen, 
dafs die bei Round Bluff gezeichneten drei kleinen Inseln in Wirklichkeit deutlich 
mit dem Lande zusammenhängen. Die wichtigen und markanten Küstenpunkte 
liegen jedoch, soweit Peilungen einen Mafsstab dafür bilden, richtig. Tower Rock 
macht sich bei der Ansegelung von Panga Pango aus dadurch bemerkbar, dafs 
ein Theil dieses Felsens mit Grün nicht bedeckt ist und sich so im Gegensatz 
zu dem durchaus grünen Hintergrunde als bräunlich abhebt. 
Das Einlaufen nach Pango Pango war leicht und mühelos. Grampus und 
Whalerock wurden — auch vom Topp aus — nicht gesehen. 
Geankert wurde etwas östlich von dem Ankerplatz der Karte mit beiden 
Bugankern und Heckanker, Gelandet wurde an mehreren Stellen der Bucht 
ohne Mühe. 
Während der Nacht machten sich einige heftige, stofßsweise auftretende 
Böen (Stärke 5 bis 6) bemerkbar. 
Ein Amerikaner namens Forster betreibt in Gemeinschaft mit seinem 
Bruder einen einträglichen Bootsbau, Zur Zeit standen zwei noch nicht ganz 
vollendete Boote auf Stapel. 
Am Nachmittag des 29. Juli wurden die Anker gelichtet, um nach Apia 
in See zu gehen. Es wurde die Passage zwischen der Taema-Bank und Tutuila 
ewählt. 
5 Als gute Peilobjekte an diesem Theil der Küste markirten sich Tower 
Rock, Sail Rock, Steps Point, West-Kap. 
An Strömungen wurde während der Kreuztour eine schwache westliche 
bezw. südwestliche Stromversetzung bemerkt. 
Nichtauffindung der Colonia-Untiefe und die Samanä-Bai. 
Aus dem Reisebericht S, M. S. „Moltke“, Kommandant Kapt. z. S. KocH. 
Am 7. Januar 1895 kam S. M. S. „Moltke“ 9 Uhr morgens vor dem Kap 
Samanä an, Dieses Kap ist eine vorzügliche Ansteuerungsmarke, weil es fast 
senkrecht mit einem kleinen Absatz in der Mitte ins Meer abfällt. Das Land ist 
sehr hoch bis Vacca Point, von dort fällt es in mehreren scharf markirten Ab- 
sätzen nach Süden etwa der Mitte nach Balandra zu ab, um sich im Süden zur 
Höhe des Mount Diablo, mit drei Bergkuppen zu erheben und von hier allmählich 
nach dem Kap Balandra abzufallen. Die Wassertiefe ist bis ganz dicht unter 
Land eine aufserordentliche, 
Die Zeit vom 7. bis 10. wurde zu Nachforschungen nach der Colonia- 
Untiefe verwandt, die nach No. 718 der diesjährigen „Nachrichten für Seefahrer“ 
in der Nähe des östlichen Endes der Canadaigua-Bank liegen soll.!) Am 7., 8. 
und am Vormittag des 9. war jedoch die Stärke des Windes, des Seeganges und 
der Oceandünung eine derartige, dals an eine Entsendung von Booten zum Lothen 
und Winkelmessen nicht gedacht werden konnte, dieselben hätten weder arbeiten 
können, noch wäre ihre Rückkehr gegen Wind, Seegang und Strom sicher gewesen. 
Erst am 9. Januar 2 Uhr nachmittags flaute der Wind ab, so dafs ein Anker- 
latz aufgesucht werden konnte, der ungefähr 1 Sm nördlich der aufzufindenden 
Untiefe lag in der Peilung: Kap Samanä N’/sW, Kap Balandra W%AN, 45 m 
Wasser, Grund: Korallen. Sofort wurden die beiden Kutter ausgeschickt, die- 
selben lotheten an der betreffenden Stelle. Die Untiefe konnte jedoch nicht 
gefunden werden. Ein planmäfsiges Absuchen der ganzen Umgegend wurde 
durch die in dieser Jahreszeit meist hohe Dünung sehr erschwert. Die Boote kamen 
mit Dunkelwerden wieder an Bord, und ging S. M. S. „Moltke“ für die Nacht 
wieder ankerauf. 
1) „Nachr. f. Seef.“, 1895, No. 647.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.