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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Ann. d. Hydr. ete., XXIII. Jahrg. (1895), Heft IV. 
F 
Von Honolulu nach Yokohama. 
1. Aus dem Reisebericht S. M. S. „Arcona“, Kommandant Kapt. z. S. HOFMEIER. 
2, Aus dem Reisebericht S, M. S. „Alexandrine“, Kommandant Korv.-Kapt. SCHMIDT. 
ı. Wind und Wetter. Es wurde für die Reise von Honolulu nach Yoko- 
hama die Route südlich von den Sandwich-Inseln gewählt, um möglichst lange den 
Nordostpassat ausnutzen zu können, der nach den Windkarten und Segel- 
anweisungen im Monat September mit mehr oder weniger östlicher Richtung 
weht und noch bis zum 28. Breitengrade stehen soll. Thatsächlich wurden auch bis 
zum 11. September, als das Schiff sich in 23° N-Br und 171° W-Lg befand, leichter 
Nordostwind in Stärke 3 vorgefunden, der dann, nach Ost drehend, zwischen 
ENE und ESE in Stärke 2 bis 3 überging und bis zum 19., wo sich das Schiff 
auf 28° N-Br und 162° O-Lg befand, weiter wehte, so dafs bis zu diesem Tage 
die Raasegel mit benutzt werden konnten. Ich würde demnach die Passatgrenze, 
oder genauer gesagt, die Grenze der in dieser Gegend ständig wehenden östlichen 
Winde auf 27° N-Br und 163° O-Lg für den Monat September des Jahres in 
Annahme bringen. An den folgenden Tagen wehten leichte umspringende Winde 
aus südlicher Richtung. 
In der Nacht vom 20. zum 21. fing das Barometer an, einen unruhigen 
Gang zu zeigen, am Morgen des 21, änderte sich die Wolkenbildung in auffallender 
Weise, auch setzten im Laufe des Vormittags mehrere heftige Regenböen aus SSW 
ein, so dal ich schlechteres Wetter im Anzuge vermuthete. Vom Mittag des 
21., als das Schiff sich auf 29° 57‘ N-Br und 152° 51‘ O-Lg befand, und das Baro- 
meter auf 759,8 mm stand, nahm die Windstärke aus SSW bei andauernd fallendem 
Barometer zu, so dafs ich am Nachmittage die Bramraaen an Deck nahm und 
Vorbereitungen für schlechtes Wetter treffen ließ. Während der ganzen 
Nacht vom 21. zum 22, wehten schwere Regenböen mit Gewitter, und das Baro- 
meter fiel bis 3 Uhr morgens am 22. bei andauerndem Südsüdwestwinde bis 
755 mm, so dafs ich annahm, mich im unteren rechten Quadranten eines vor mir 
vorübergegangenen Taifuns zu befinden. Da die See zu dieser Zeit noch nicht 
hoch war, der Wind aber beständig aus derselben Richtung wehte, setzte ich 
den Kurs für einige Stunden mit langsam gehender Maschine südlicher, um die 
weitere Entwickelung des Wetters abzuwarten, nahm aber den Kurs WNW schon 
um 8 Uhr morgens am 22. wieder auf, da das Barometer auf 756,2 mm gestiegen 
war, Von i0®a an fiel das Barometer wieder, Wind und Regenböen nahmen 
an Stärke zu, begleitet von heftigen Gewittererscheinungen, und die See lief 
zwischen SW und West, doch nicht so hoch, dal die Fahrt des Schiffes bedeutend 
beeinflufst wäre. Am 22. nachmittags gegen 5 Uhr setzte eine besonders 
schwere Regenböe aus SW ein, auf die kurze Zeit nahezu Stille erfolgte. Das 
Barometer hatte zu dieser Zeit seinen niedrigsten Stand auf 753 mm. Der. Wind 
sprang dann mit Stärke 2 auf West, so dafs die Schratsegel weggenommen 
wurden, und setzte dann kaum eine halbe Stunde später mit schwerem Regen 
aus NzE ein. Von diesem Moment stieg das Barometer stündlich um 
L bis 1'/2 mm bei zusehends besser werdendem Wetter und hatte schon am 
Morgen des 23. einen Stand von 762 mm erreicht. Hiernach nehme ich an, 
dafs das Schiff am 21. und 22. September die untere Hälfte eines in NNO- 
Richtung laufenden Taifuns passirt hat. Besonderer Wind- und Barometerauszug 
sind beigefügt. 
Strom. Während der Reise wurde durchgehend eine schwache südliche 
Drift beobachtet, Der Eintritt in den Kuro Shiwo machte sich durch das 
plötzliche Fallen der Wassertemperatur von 25,5° auf 23,6° in 33,3° N-Br und 
141,8° O-Lg bemerkbar, doch konnte eine Versetzung nach Ost nicht festgestellt 
werden, vielmehr schien östlich von der Vries-Insel eine durch den kräftigen 
Nordostwind verursachte westliche Strömung zu laufen. 
Ansteuerung und Einsegelung. Am 24. September 2* p kam Mikura 
Shima ca 35 Sm ab in Sicht. Da eine Standlinie ungefähr parallel der Richtung 
Ann. d. Hydr. etc., 1895, Heft IV.
	        
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