PF
aa
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März
1804
Magnetische Beobachtungen an der Ostküste von Afrika.
(Deutsches Schutzgebiet.)
In den Jahren 1891 bis 1893, während welcher Zeit S. M. S. „Möwe“
an der Küste von Deutsch-Ost-Afrika mit Vermessungsarbeiten beschäftigt war,
sind an mehreren Plätzen des‘ Küstengebietes Bestimmungen der magnetischen
Elemente Deklination und Inklination angestellt worden. Im Nachfolgenden
geben wir die Resultate der auf diese Beobachtungen gegründeten Berechnung
der Werthe der genannten Elemente.
” Die Beobachtungen sind von den Offizieren des genannten Vermessungs-
fahrzeuges mit einem Reisetheodolit von C. Bamberg-Berlin ausgeführt worden.
In der hier unten stehenden Tabelle sind die einzelnen Stationen namhaft gemacht
mit Beifügung der genauen geographischen Position, Ferner enthält dieselbe das
genaue Datum der Beobachtung nebst der mittleren Ortszeit sowie den Namen
der Beobachter. In den beiden letzten Kolumnen sind die Werthe der magnetischen
Deklination, wie sie beobachtet wurden und reducirt auf 1895, gegeben.
Deklination W
Aa eat
Beob- auf
achtung| 1895,0
*, Dar-es-Saläm 1) 6° 48,5‘ 39° 18,0‘.1891 Novbr. 30
‚ Mos-Bucht 4° 46,8‘39° 13,0‘ 1892 August 15
'. Mansa-Bucht 14° 56,8‘i39° 11,1‘ Septbr. €
„ Tanga?) 5° 4,0‘ 39° 6,9'1893 August 23
+, Sansibar 6°10,4'39° 4,7' # 28
5.Fungu-Tongone 5° 17,0‘39° 7,8‘! Oktbr. 18
7. Pangani 5° 25,7‘/38° 59,2" Novbr, 8
8. Insel Maziwi 5° 30,4‘ ;39° 4,2 » 16
3. Dar-es-Saläm1) 6° 48,5‘ 39° 18,0 » L
10. Bagamoyo 3° 26,8‘|38° 55,1 Dezbr. 2:
11. Saadani 6° 2,7“38° 46,3‘ » 22
12. Tangs 5° 4,0439° 6,9 , 24
ah 30m a Lt. z. S. Krause
7h 400 al Lt, z. S. Marks
ah 45 p » »
5b 30m p O.-Steuerm. Kegler
ib 30m pl » ”
;b Oma Lt. z. S. Marks
ib g0mp| Ö
öh 30m p O.-Steuerm. Kegleı
7h 50m al » „
83h 10m al Lt. z. S. Meyer
Ah 30m piO.-Steuerm. Hoppe
4 09pl »
‚9° 13,0'9° 5,0’
18° 30,08° 22,1
8° 35,0:18° 26,5‘
3° 18,1‘|8° 13,1‘
3° 51,3'/8° 45,9’
3° 35,0‘/8° 33,6'
3° 48,0‘/8° 42,9!
‚8° 47,6‘18° 43,0
9°. 2,0J9° 1,0
9° 0,4'18° 59,6'
8° 51,4‘18° 47,0'
8° 28,8‘/8° 24,23)
Die magnetische Deklination wurde in vorstehender Tabelle auch auf
1895,0 reducirt gegeben, wobei zu bemerken ist, dafs für die Reduktion auf das
Tagesmittel die aus den Beobachtungen von Batavia abgeleitete Kurve der täg-
lichen Variation in Anwendung gebracht wurde. Bei der Eigenartigkeit der Ver-
änderung der täglichen Variationskurve im Verlaufe eines Jahres innerhalb der
Tropen hat es seine besondere Schwierigkeit, diese Reduktion auf das Tages-
mittel durchzuführen. Immerhin mag die hier angewendete Methode in Ermangelung
der Angaben eines Observatoriums in den in Rede stehenden Gegenden für den
dabei im Auge gehabten Zweck als genügend erscheinen. Für die Reduktion der
magnetischen Deklination auf eine bestimmte Epoche, hier also für das Jahr
1895,0, wurde als jährlicher Werth der Abnahme der westlichen Deklination
(Bewegung der Nadel nach Ost) der Werth 3,3‘ angenommen. Dabei mufs
bemerkt werden, dafs es sehr möglich ist, dafs dieser Werth zu klein angenommen
wurde, d. h., dafs sich die Nadel um einen gröfseren jährlichen Betrag nach Osten
bewegt. Bei dem gänzlichen Mangel zuverlässiger Bestimmungen der Werthe
der magnetischen Deklination in jenen Gegenden in neuerer Zeit läfst sich etwas
Bestimmtes darüber nicht sagen. Es mag jedoch auf die Tafel 1 im Segelhand-
buch für den Indischen Ocean, herausgegeben von der Direktion der Deutschen
Seewarte, hingewiesen werden, um zu zeigen, wie wenig bestimmt die Linien
gleicher Säkular-Aenderung für das Gebiet Deutsch-Ost-Afrikas verlaufen. Es
wird sich als höchst werthvoll schon mit Rücksicht auf diesen Gegenstand er-
weisen, wenn fernerhin genaue Beobachtungsreihen, die sich über eine längere
Zeitepoche erstrecken, werden ausgeführt werden:
> Südpfeiler der Basis.
”) Trigonom. Punkt, Tanga-Insel IL
3) Dieser Werth hat mehr Wahrscheinlichkeit für sich als jener vom 21. August 1893,